Therapiepause durch Schwangerschaft der Therapeutin

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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onlyne_ws
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Therapiepause durch Schwangerschaft der Therapeutin

Beitrag Mi., 02.04.2025, 16:41

Hey zusammen,

meine Therapeutin hat mir heute gesagt, dass sie schwanger ist und es in ein paar Monaten zu einer ca. 10-monatigen Pause kommen wird.

Ich mache eine tiefenpsychologische Therapie und die Verlängerung wurde gerade erst bewilligt. Mit dem Therapieende beschäftige ich mich gedanklich sowieso intensiv, Abschied und Loslassen sind keine leichten Themen für mich. Jetzt habe ich das Gefühl dieses Ende kommt schon viel früher als angenommen. Natürlich geht es nach der Pause nochmal mit ca. 30 Stunden weiter, aber ich würde denken beide Menschen müssen sich wieder an einander gewöhnen und reinkommen, in der Zwischenzeit ist bestimmt viel passiert, und dann ist es auch bald schon wieder Zeit Abschied zu nehmen. Gleichzeitig ist die Pause vielleicht auch eine Möglichkeit zu schauen wie es sich ohne Therapie anfühlt und wo wirklich noch starker Gesprächsbedarf ist, in dem Wissen, dass ich die Möglichkeit habe nach der Pause nochmal tiefer in die Themen einzusteigen.

Meine Therapeutin meinte, dass wir darüber sprechen können was ich während der Pause brauche. Mein Gedanke war, dass ich das wahrscheinlich erst in oder nach der Pause wissen werde haha

Deshalb meine Frage an diejenigen von euch, die auch schonmal eine unfreiwillige, länger Therapiepause hatten. In dem Wissen, dass es sehr individuell ist - was hat euch geholfen mit der Pause umzugehen, was habt ihr während der Pause gebraucht, was hättet ihr euch vor der Pause gewünscht oder rückblickend anders gemacht?

Danke euch und viele Grüße

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candle.
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Beitrag Mi., 02.04.2025, 18:08

Wir sollen dir schreiben was du brauchst? Ist das nicht ein wenig komisch?

candle
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chrysokoll
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Beitrag Mi., 02.04.2025, 19:08

onlyne_ws hat geschrieben: Mi., 02.04.2025, 16:41 meine Therapeutin hat mir heute gesagt, dass sie schwanger ist und es in ein paar Monaten zu einer ca. 10-monatigen Pause kommen wird.
Du hast ja noch etwas Zeit um dir zusammen mit der Therapeutin zu überlegen was du möchtest und brauchst.
Ich würde das eher davon abhängig machen wo du stehst, welche Themen noch anstehen etc. und das nicht auf das mögliche Ende hin ausrichten.

Wird deine Therapeutin eine Vertretung haben? Das kann eine Möglichkeit sein, muss es aber nicht.

Ich war in einer ähnlichen Situation und die Therapie bei ihr endete damit, u.a. weil sie mir nicht sicher sagen konnte wann sie exakt zurück kommt und auch keine totale Verlässlichkeit danach gegeben ist. Das muss bei dir nicht so sein, aber es kann nunmal eine Menge passieren und sich ändern wenn eine Frau ein Baby bekommt.

Bei mir kam dazu dass sie keine weitere Traumatherapie machen wollte, mich hat das damals sehr getroffen, jetzt im Nachhinein war der Wechsel das beste was mir passieren konnte. Also geh in dich, überleg dir was DU brauchst und häng das nicht nur an dieser einen Therapeutin auf.

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Shukria
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Beitrag Do., 03.04.2025, 07:10

10 Monate Pause ist übelst lang.

Da würde ich von Grund auf schauen was ich an Themen habe und was ich brauche und es nicht mehr von dieser Therapeutin abhängig machen.

Also wenn es großen Bedarf gibt dann Klinik und ne neue suchen.

Wenn es nur an sich gut geht dann würde ich die Stunden nutzen um erstmal zu einem Ende zu kommen. 30h das sind ja auch nur noch 6Monate. Was will man denn da dann neu starten?

Es kommt ganz auf deine Themen an.

Wenn du unbedingt bei ihr bleiben möchtest und deine Themen jetzt nicht brennen kannst du vielleicht auch nur ihr vereinbaren das du ihr in der Pause so jeden Monat schreiben kannst, das sie in etwa weiß wo du stehst und du die innere Vetbundung besser halten kannst ..,

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Montana
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Beitrag Do., 03.04.2025, 19:25

Ich würde mich auch nicht darauf verlassen, dass sie wiederkommt. Wenn das ihr erstes Kind ist, weiß sie nicht, worauf sie sich einlässt. Eine Rückkehr erscheint dann vielleicht undenkbar für die nächsten Jahre. Planen kann man ja viel, aber ein ganz kleines Kind dann fremdbetreuen lassen will man vielleicht nicht, oder findet gar keine Möglichkeit, oder das Kind kommt nicht klar damit. Oder es kommt recht schnell noch ein zweites. Das Leben krempelt sich um. Da ist einfach ein ganz großes Stück Ungewissheit dabei.

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chrysokoll
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Beitrag Do., 03.04.2025, 20:47

Dem kann ich nur zustimmen, das lässt sich nicht so exakt planen. Es kann durchaus sein, dass sie nach zehn Monaten eben nicht wieder kommt.
Oder nur in Teilzeit, nicht alle Patienten wieder aufnimm etc.
Ich würde tatsächlich sehr genau und offen jetzt mit der Therapeutin planen wie es weiter gehen könnte und mir dann für die weiteren Themen und Stunden jemand anders suchen.

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Arakakadu
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Beitrag Fr., 04.04.2025, 05:25

Montana hat geschrieben: Do., 03.04.2025, 19:25 Ich würde mich auch nicht darauf verlassen, dass sie wiederkommt. Wenn das ihr erstes Kind ist, weiß sie nicht, worauf sie sich einlässt. Eine Rückkehr erscheint dann vielleicht undenkbar für die nächsten Jahre. Planen kann man ja viel, aber ein ganz kleines Kind dann fremdbetreuen lassen will man vielleicht nicht, oder findet gar keine Möglichkeit, oder das Kind kommt nicht klar damit. Oder es kommt recht schnell noch ein zweites. Das Leben krempelt sich um. Da ist einfach ein ganz großes Stück Ungewissheit dabei.
So ein Quatsch. Man plan das im Normalfall exakt genau davor und das machen die meisten und wieso bitte tust du so als hätte sie das Kind mich sich selbst gezeugt? Immerhin gibt es einen Vater der höchstwahrscheinlich dann in Karenz geht wenn die sagt 10 Monate.

Wieso spekuliert ihr da so rum?
Wenn sie sagt es kommt zu einer 10 monatigen pause dann wird sie ziemlich sicher genau dann weiter machen vielleicht nicht mit allen Patienten aber du wärst scheinbar dabei aber das kannst du ja alles nochmal erfragen


kaja
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Beitrag Fr., 04.04.2025, 05:39

@Arakakadu

Ich nehme mal an das sind Erfahrungswerte.

In den letzten paar Jahren sind fünf Mitarbeiterinnen schwanger geworden. Eigentlich alles gebildete und fortschrittliche Frauen.

Trotzdem sind alle zwischen 14 und 20 Monate Elternzeit geendet. Nur ein Vater hat auch Elternzeit genommen und das war eher ein verlängerter Urlaub mit 8 Wochen (man nennt die zwei Monate ja nicht umsonst mittlerweile Vätermonate).

Anschließend gab es in vielen Fällen gleich Kind Nummer 2 mit wiederholter Elternzeit oder Rückkehr mit Teilzeit-Falle. Nur eine ist in Vollzeit zurückgekommen.

Da dreht sich noch heute alles um die Kinder (was ja auch nachvollziehbar ist) und die Väter sind auch nicht diejenigen die beim Kind krank Zuhause bleiben. Im Winter sind die Damen ständig deshalb abwesend und im Sommer geht's los mit Kita-Schließzeiten. Auch hier ist die Übernahme der Care Arbeit durch die Väter minimal.

Klar wäre was anderes gerechter und wünschenswert, aber die Realität ist das der überwiegende Anteil mit Geburt des Kindes in eine klassische Rollenverteilung verfällt. Bringt auch nichts so zu tun, als wäre dem nicht so.

Die Geburt eines Kindes ändert das komplette Leben und die Prioritäten werden ggf. anders gesetzt.
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Arakakadu
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Beitrag Fr., 04.04.2025, 05:42

Naja aber hast du eine Ahnung wie viele tatsächlich die Karenz (die mit Unterschrift und Antrag vorgeplant werden MUSS) wieder verändern? Im Normalfall sagt man dann und dann gehe ich zurück und das ist dann auch so. Und ob es ihr erstes ist oder dann eins nachkommt sind doch alles nur Spekulationen. Sie kommt nach 10 Monaten wieder. Und wenn was passiert (das kann bei uns allen immer sein) dann ist es so. Und wie gesagt sie ist vermutlich nicht alleine mit dem Kind und hat einen Vater der sich höchstwahrscheinlich darum kümmert

Ich finde es einfach grenzwertig solche Spekulationen hier reinzuschreiben, das wertet Mütter/Frauen und auch Kinder ab.


kaja
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Beitrag Fr., 04.04.2025, 05:49

Ja, habe ich. Bin ja diejenige die es unterschreibt als Vorgesetzte.

50% hat die ursprünglich geplanten 12-14 Monate verlängert, 3 waren innerhalb der geplanten Elternzeit oder von Wiederaufnahme der Tätigkeit innerhalb von sechs Monaten erneut schwanger.

Männer und Care Arbeit oder Mental Load, ist oft so als wären die Frauen alleinerziehend.

Die Darstellung von Fakten ist keine Verunglimpfung von Müttern. Es sind schlicht Fakten.

Hier geht es aber vor allem darum wie die TE mit dieser langen Pause umgeht (selbst wenn alles nach Plan läuft) und ob es ggf. sinnvoller ist sich neu zu orientieren. Was sie macht, wenn es nach 10 Monaten eben nicht weitergeht oder nicht mehr so zuverlässig wie zuvor usw.
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Montana
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Beitrag Fr., 04.04.2025, 06:38

Und speziell was Betreuung angeht lässt sich ja inzwischen überhaupt nichts mehr planen. Kindergartenplätze sind bei uns absolute Mangelware, und hat man einen, fällt ständig spontan die Betreuung aus. Wir hatten im letzten Kindergartenjahr bis zum Ende ein Schichtsystem. Die Kinder mussten jeden zweiten bis dritten Tag Zuhause bleiben, und wenn sie kommen durften, dann erst ab halb neun und abgeholt werden musste auch jeweils zwei Stunden früher als gebucht. Aufgefangen haben das fast ausschließlich die Mütter. Neuaufnahmen wurden ausgesetzt, also standen Familien plötzlich ohne Kindergartenplatz da.

Von daher: alles durchplanen ist nicht. Ob die Mutter berufstätig ist spielt da auch überhaupt keine Rolle.

Wenn die TE langfristig planen und eine neue Therapeutin jetzt schon suchen möchte, dann kann das von Vorteil sein. Sich erst auf Wartelisten setzen zu lassen, wenn die jetzige doch nicht wiederkommt, kostet einfach unendlich viel Zeit. Und wenn sie dann kommt und alles läuft super, dann kann die TE anderen ja wieder absagen.

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Scars
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Beitrag Fr., 04.04.2025, 08:39

Bei mir war die Situation anders, meine erste Therapie ist mit Corona in die Zwangspause gegangen und wurde dann nicht mehr aufgenommen. Aber dadurch war dann auch erst Pause und der Ausgang war unerwartet, eigentlich sollte es weitergehen, auch für die Therapeutin. Am Wichtigsten war für mich, dass wir uns „ordentlich“ verabschiedet hatten und dann war ich frei. Das würde ich dir auch empfehlen, dass ihr einen guten Abschied findet, mit der Option auf Wiedersehen oder auch nicht. Dann kannst du mit Beginn der therapiefreien Zeit entspannt für dich entscheiden, was du brauchst, wie es sich entwickelt, ob du dir jemand anderen suchen möchtest, ob du dich stabil fühlst, eine Weltreise startest… ich denke mit deiner Therapeutin die Möglichkeiten zu überdenken könnte auch gut sein. im Nachhinein würde ich für mich sagen, dass ich mir viel weniger Stress hätte machen sollen. Ich habe damals versucht direkt eine neue Therapie zu machen und es ist alles nicht gut gelaufen. Gleichzeitig war die Beendigung der vorherigen Therapie auch nicht verkehrt. Ich hätte mir gewünscht, dass ich mental aufnahmefähiger und in einem besseren Gesamtzustand gewesen wäre, was anderes hätte die Situation vermutlich nicht großartig beeinflusst. Sofern deine aktuelle Situation okay ist, würde ich es als unerwartete Chance sehen, die auch was Positives bringen kann.
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chrysokoll
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Beitrag Fr., 04.04.2025, 08:48

Arakakadu hat geschrieben: Fr., 04.04.2025, 05:25 Wenn sie sagt es kommt zu einer 10 monatigen pause dann wird sie ziemlich sicher genau dann weiter machen vielleicht nicht mit allen Patienten aber du wärst scheinbar dabei aber das kannst du ja alles nochmal erfragen
das habe ich in vielen Fällen komplett anders erlebt und das lässt sich eben nicht so planen. Kinder sind keine Maschinen, zweite Schwangerschaften folgen recht oft und Kinderbetreuung ist häufig eine Katastrophe. Viele Mütter planen alles mögliche und werden dann schlicht von den Realitäten überholt. Viele wollen dann auch nicht mehr mit so vielen Stunden arbeiten. Und höchst selten bringen sich Väter wirklich gleichberechtigt ein.

Auch meine frühere Therapeutin wurde ja schwanger und sagte gleich dass sie nach einem Jahr nur für die halbe Stundenzahl zurückkehrt. Ich habe mir zum Glück jemand anders gesucht, musste das auch weil sie keine Traumatherapie mehr anbieten wollte und bin heilfroh darum. Auch diese Therapeutin war sehr schnell wieder schwanger und es folgte eine erneute lange Pause

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chrysokoll
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Beitrag Fr., 04.04.2025, 08:50

Montana hat geschrieben: Fr., 04.04.2025, 06:38 Wenn die TE langfristig planen und eine neue Therapeutin jetzt schon suchen möchte, dann kann das von Vorteil sein. Sich erst auf Wartelisten setzen zu lassen, wenn die jetzige doch nicht wiederkommt, kostet einfach unendlich viel Zeit. Und wenn sie dann kommt und alles läuft super, dann kann die TE anderen ja wieder absagen.
genau so sehe ich das auch! Die TE kann Erstgespräche führen, sich auf Wartelisten setzen lassen. Schnell geht da in aller Regel sowieso gar nichts.

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