ich bin neu hier, also entschuldigt bitte, falls das Thema schonmal irgendwo so genau beleuchtet wurde. Ich habe auf die Schnelle jetzt nichts dergleichen gefunden.
Zunächst einmal ist mir dieses Thema wirklich peinlich und ich schäme mich schon wieder fast so sehr, dass ich noch nicht weiß, ob ich diesen Text wirklich absenden werde. Aber hier fällt es mir auf jeden Fall leichter, diese Gedanken zu teilen als im persönlichen Gespräch mit meinem Therapeuten.
Und zwar bemerke ich immer wieder, dass ich gerne in der Vergangenheit "rumwühle", schlechte Erfahrung erneut durchlebe, Dinge nicht abschließen kann und einfach mal Gut sein lassen kann. Ja, ich suhle mich regelrecht in meiner Opferhaltung und gebe mir insgeheim dennoch selbst die Schuld für meinen Zustand. Ich bin mir mein eigenes Opfer, sozusagen.
Habt ihr Ideen wie ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann? Wie schaffe ich es, meine Opferhaltung abzulegen und endlich wirklich proaktiv eine Besserung meines Zustandes anzustreben? Wie schaffe ich es, mir nicht für alles die Schuld zu geben, ohne anderen für alles die Schuld zu geben und wieder in die Opferhaltung zu geraten?
Es fällt mir unglaublich schwer, meine Gedankengänge zu kontrollieren oder mich zum umdenken zu bringen. Meine Gedankenstrukturen sind so festgefahren, dass ich glaube, dass selbst mein Therapeut innerlich verzweifeln muss, weil wir gewisse Dinge bestimmt schon zum 100sten Mal so oder so ähnlich besprochen haben. Wenn ich versuche, meine Gedanken positiv umzuformulieren, komme ich mir vor wie eine Heuchlerin, weil ich mir selbst das überhaupt nicht abnehme.
Einerseits bedrückt es mich, dass es mir so schlecht geht und ich sehne eine Veränderung herbei und auf der anderen Seite versinke ich häufig in diesen schlechten Gefühlen und Gedanken und bemitleide mich selbst, weil es mir ja so schlecht geht. Und dann bemitleide ich mich, weil ich mich bemitleide und mir es dadurch noch schlechter geht usw.
Das Ganze blockiert meine Fähigkeit, wirklich eine Besserung herbeizuführen, weil ich mich einfach nicht aus dieser Opferrolle rausbewegt bekomme und nicht weiß, wie ich das anstellen soll. Jeder sagt, man muss sich aus der Opferrolle rausbewegen, aber WIE geht das? Was muss ich tun, um endlich diese Gedankengänge aufzubrechen?
Ich hoffe, mir kann irgendwer einige Tipps geben und ihr findet mich nicht jetzt schon total schräg.

Gedankenmeer