Therapeuten zu schwach

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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candle.
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Beitrag So., 30.03.2025, 21:38

Cranberry hat geschrieben: So., 30.03.2025, 21:22 wenn hier therapieerfahrene User bei sämtlichen Problemen anderer User schnell an den Punkt gelangen, dem User mitzuteilen, dass er sich in der Therapie falsch verhält,
Ich weiß nicht, ob das hier überhaupt so benannt ist. Fakt und Problem für die User ist aber, dass hier GAR KEINE Informationen gegeben wurden über die Userin selber und ihre Problematik, den Therapeuten und Therapieinhalte und die Prozesse, die offenbar nicht nach Wunsch der TE stattgefunden haben.

Im Grunde war das von Anfang an eine negative Meinungsmache gegen Therapeuten und Ärzte OHNE nähere Hintergründe und Fakten. Wie soll man sich als User hier darauf einlassen? Ich denke, dass die Masse eben nicht schlecht ist. Man kann von mangelnder Passung sprechen oder im schlimmsten Fall von "schwarzen Schafen", aber bestimmt nicht alle über einen Kamm scheren!

Wir sehen ja hier, dass sie keine Fragen will, weil sie nicht beantwortet werden. Das Zitieren klappt auch nicht, was ja auch irgendwie zeigt, dass da kein Wille ist irgendetwas "zu tun" oder anzunehmen. Ich will damit aber auch nicht sagen, dass das absichtlich passiert, eher dass der Zustand der Userin nicht so gut ist.

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chrysokoll
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Beitrag So., 30.03.2025, 21:41

Scars hat geschrieben: So., 30.03.2025, 21:09 Eine eierlegende Wollmilchsau macht keinen Sinn, da stimme ich dir zu. Aber zumindest, oder gerade deswegen, sollte mehr über die Standard-Therapien heraus bezahlt werden.
Ich fände es auch besser wenn mehr Therapieverfahren bezahlt würden und es vor allem keine willkürliche zeitliche Begrenzung gäbe. Dennoch haben wir hier den großen Luxus, dass überhaupt Therapie bezahlt wird, das muss man sich schon auch immer klar machen!

Und ich finde auch, dass Dinge wie Meditation oder sowas keine Kassenleistung sein müssen, das kann man sich echt selbst aneignen.

Es nützt doch auch nichts wenn der eine Therapeut noch Kunsttherapie macht und dann kriegt man bei dem einen Platz, bräuchte aber viel eher Somatic Experience oder s0. Und: Meiner Erfahrung nach bieten so einge Therapeuten noch andere Sachen an, hängen das aber nicht an die große Glocke damit sie nicht überrannt werden

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LovisTochter
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Beitrag So., 30.03.2025, 22:20

Ich versteh gar nicht, wie man auf die Idee kommt, von einem Psychotherapeuten zu erwarten, dass er/sie alle möglichen Richtungen beherrschen soll. Es würde doch auch niemand auf die Idee kommen, dass der Augenarzt auch meine Bandscheiben adäquat behandeln kann.

Meine Meinung nach, würde sowas nur dazu führen, dass viele Wochenendseminare besucht werden, die weit entfernt von einer fundierten Ausbildung sind und der Therapeut vieles ein bisschen und nichts richtig gut kann. Wie sollte das auch anders als über WE-Seminare funktionieren? Wie lang soll sonst die Ausbildung zum Psychotherapeuten werden? Und, wer soll diese finanzieren? Kostet ja jetzt schon nen Vermögen.

Weiter steht da ja auch noch das Problem mit dem Mensch Therapeut dazwischen. Was bringt es, wenn jemand gezwungen wird kunsttherapeutische oder musiktherapeutische Elemente zu erlernen, dies aber komplett gegen seine eigenen Vorlieben geht? Der wird dann sicher total gute nusiktherapeutische Interventionen im Repertoire haben, die er total gerne einsetzt und die für die Patienten total hilfreich sind … nicht.
Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht. (Oscar Wilde)

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pustefix
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Beitrag So., 30.03.2025, 22:24

@ candle

Ich hatte anfangs auch etwas gebraucht, bis ich es mit dem Zitieren hingekriegt habe. Ist eben nicht jeder im Umgang damit geübt und ehrlich, es klappt auch heute noch nicht immer gescheit.
Aber deshalb einen fehlenden Willen zu unterstellen, finde ich schon ein starkes Stück.

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candle.
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Beitrag So., 30.03.2025, 22:31

pustefix hat geschrieben: So., 30.03.2025, 22:24 Aber deshalb einen fehlenden Willen zu unterstellen, finde ich schon ein starkes Stück.
Ja, es ist nur ein Beispiel. Vielleicht fehlt auch die Konzentration. Jedenfalls wurde sich für die Netiquette keine Zeit genommen wo es ja drinsteht. Es geht nicht darum, dass man es nicht gut kann, es wird ja gar nicht erst gemacht.

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Inner_hero
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Beitrag Mo., 31.03.2025, 19:10

Ich kann mich ein Stück in dir wiederfinden, habe selbst auch einige Erfahrungen mit Therapeuten hinter mir. Ich habe ein sehr intensives Gefühlserleben, bin laut, dynamisch, kontrovers. Und es hat auf manche Therapeuten eine "einschüchternde", passiv machende Wirkung entfaltet, wo dann gemauert wurde, ich irgendwie mit vagen Aussagen in der Luft hing, oder: noch schlimmer! - ich mit einer Art "Pathologisierungs-Distanziertheit" behandelt wurde. Dann tritt dieser Zustand ein, den du beschreibst.
Du brauchst wahrscheinlich eine ziemlich erfahrene, sehr selbstsichere Person, die möglichst selbst eine gewisse Komplexität und "Sperrigkeit" hat. Das lässt sich finde ich gut herausfinden, indem man im Erstgespräch möglichst nichts beschönigt und sich in dieser eigenen Komplexität auch zeigt. Wen das überfordert, der/die wird schon da vage und ausweichend oder kühl reagieren. Ich rate zur gezielten Provokation, zum Beispiel dem Therapeuten genau das zu erklären, was du über schwache Therapeuten postulierst und dann ganz direkt zu fragen, ob man wieder bei einem solchen sitzt. Freundliches Herantasten ist denke ich der falsche Weg.
Liebe Grüße!

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Inner_hero
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Beitrag Mo., 31.03.2025, 19:15

PS Eine Therapeutin, bei der es für mich gut funktioniert hat, blieb angesichts der Konfrontationen, mit denen ich sie überzog, gelassen und humorvoll. Ein anderer ging kurz "hoch" und es war witzig, ihm dabei zuzusehen, wie er sich daraus wieder regulierte und das Gespräch dann ruhig lenkte. Mit diesen beiden entstand Resonanz. Ich finde es sehr effektiv, das auf dem Weg der Provokation zu testen! 😉

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candle.
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Beitrag Di., 01.04.2025, 00:04

Inner_hero hat geschrieben: Mo., 31.03.2025, 19:15 Ich finde es sehr effektiv, das auf dem Weg der Provokation zu testen! 😉
Eigentlich ist es sehr traurig, dass du offenbar anders nichts spürst!

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Thread-EröffnerIn
inga007
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Beitrag Di., 01.04.2025, 05:24

Hallo Leute,

Eigentlich wollte ich hier wirklich nur einen Diskurs eröffnen, und Gedanken auszutauschen, anstoßen usw.
Da kann man doch wohl auch mal das Wort "man" verwenden ... wenn man nicht ständig im Mittelpunkt stehen will ...
Wollte ich hier detailiert meine persönlichen Probleme diskutieren und preisgeben, hätte ich sicherlich einen anderen Thread eröffnet ...
Beim Zittieren verstehe ich die Vorwürfe nicht. Ich mache hier nichts absichtlich, ich habe einfach keine andere Möglichkeit des Antwortens gefunden, bzw. wessen werde ich hier genau beschuldigt ???

Viele haben mich hier anzufangen zu anlysieren, haben mich frontal angegriffen, beschuldigt, mit Ratschlägen überhäuft, penetriert, ohne dass ich danach gefragt habe, mich auseinandergenommen ... aber ok .... nur - auch bei dem allem BITTE mit EMPATHIE! und Respekt ... das ist doch das Um und Auf, und nicht nur in der Therapie, sondern prinzipiell im Umgang miteindander ....

Nun zu der Mehrdimenionalität der Therapie: ich meinte gar nicht so, dass 1 Person/Therapeut wirklich alles anbieten muss (das habe ich auch an einer Stelle so geschrieben, viele lesen aber nicht gut, sondern greifen gleich an ...)
aber wenn ich als verzweifelte, kraftlose Person in die Therapie gehe und ein Therapeut merkt, er kann nicht alles geben und bieten, was derjenige brauchen würde .... könnte er doch auch weiterverweisen, er könnte noch Anderes WO anders miteinbeziehen ... und zwar aber konkret .... angeleitet .... zbs. er macht weiter Gesprächstherapie, schickt mich aber noch zusätzlich wohin, wo ich eine andere Behandlung bekomme, und zwar vielleicht noch 3 andere verschiedene Behandlungen ... ist das für Euch so eine unvorstellbar unmögliche VARIANTE?
Man kann doch nicht erwarten, dass ein kraftloser, ausgebrannter Klient sich alles selber sucht, plötzlich die Initiative ergreift, sich Yoga usw. selber aneignet und und und .... Mir wurde zbs. gesagt, ich könnte mir ja im YouTube Meditation aneignen ... und ich dachte mir dabei - ja, aber ich bin doch hier, zu Dir wegen Hilfe gekommen ... warum macht er das nicht hier gleich selber mit mir ? Und ähnlich ....
Wenn ich so handlungssicher, kraftvoll und planvoll wäre, bräuchte ich die Therapie doch gar nicht ....

Klar, wir haben alle anderes zu bearbeiten, sind anders drauf, sind verschieden weit ... Ich bin kraftlos, gebrochen, am Rande des Zusammenbruchs, planlos, ängstlich usw. .... mal mehr, mal weniger ... (Gründe, Ursprünge, werde ich hier mal nicht äussern). Ich hörte vor ca. 2 Jahren nach 3 Jahren Therapie wieder mal auf ... aber ich spüre - ich bräuchte wieder was ...

Und ich bitte EUCH jetzt aber - KEINE Penetration meiner Person mehr, alles was Ihr von Euch gibt, BITTE mit Respekt und EMPATHIE formulieren .... oder lasst es sein ... das muss doch möglich sein! LG

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Shukria
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Beitrag Di., 01.04.2025, 07:08

Kraftlos und Eigeninitiative ergreifen sind zwei völlig unabhängige Zustände.

Man kann auch kraftlos zu Hause ein Mediationsvideo anschauen.

Aber wenn man sich wirklich zu kraftlos für sowas fühlt, dann sollte man lieber mal in eine Klinik gehen , wo all das aus einer Hand angeboten wird.

Dennoch, zu Hause im ambulanten Bereich brauchtest Eigeninitiative weil auch Yoga und Meditation und Skills geübt werden müssen selbstständig.

Dann ist ambulant eventuell grad nicht das richtige Setting wenn es einem so schlecht geht das solche Übungen zu Hause alleine nicht (mehr) möglich sind.

Ps: vielleicht sollte es dann nicht heißen „Therapeuten zu schwach“ sondern der Titel wäre sinnvoller mit „Patientinnen zu kraftlos/schwach“
Zuletzt geändert von Shukria am Di., 01.04.2025, 07:39, insgesamt 1-mal geändert.

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lisbeth
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Beitrag Di., 01.04.2025, 07:19

inga007 hat geschrieben: Di., 01.04.2025, 05:24 Nun zu der Mehrdimenionalität der Therapie: ich meinte gar nicht so, dass 1 Person/Therapeut wirklich alles anbieten muss (das habe ich auch an einer Stelle so geschrieben, viele lesen aber nicht gut, sondern greifen gleich an ...)
aber wenn ich als verzweifelte, kraftlose Person in die Therapie gehe und ein Therapeut merkt, er kann nicht alles geben und bieten, was derjenige brauchen würde .... könnte er doch auch weiterverweisen, er könnte noch Anderes WO anders miteinbeziehen ... und zwar aber konkret .... angeleitet .... zbs. er macht weiter Gesprächstherapie, schickt mich aber noch zusätzlich wohin, wo ich eine andere Behandlung bekomme, und zwar vielleicht noch 3 andere verschiedene Behandlungen ... ist das für Euch so eine unvorstellbar unmögliche VARIANTE?
Man kann doch nicht erwarten, dass ein kraftloser, ausgebrannter Klient sich alles selber sucht, plötzlich die Initiative ergreift, sich Yoga usw. selber aneignet und und und .... Mir wurde zbs. gesagt, ich könnte mir ja im YouTube Meditation aneignen ... und ich dachte mir dabei - ja, aber ich bin doch hier, zu Dir wegen Hilfe gekommen ... warum macht er das nicht hier gleich selber mit mir ? Und ähnlich ....
Wenn ich so handlungssicher, kraftvoll und planvoll wäre, bräuchte ich die Therapie doch gar nicht ....
Ich kann dein Ansinnen nachvollziehen, sehe da aber ganz einfach viele praktische Probleme. Therapiezeit ist teuer und (zumindest in D) begrenzt. Diese Zeit mit dem gemeinsamen Anschauen von Youtube-Meditationen zu nutzen finde ich ganz einfach nicht zielführend, denn das kannst du wirklich ganz gut alleine machen. Der Therapeut hatte dir das ja sogar schon vorgeschlagen. Wenn das alleine nicht machbar ist, zumindest mal ausprobieren, dann braucht es vielleicht was anderes als Therapie (zB tagesstrukturierende Maßnahmen).

Das andere ist die Koordination ZWISCHEN diesen ganzen Therapien und Ansätzen. In D findet sowas normalerweise im Rahmen von stationären Aufenthalten statt. Und da ist es dann so, dass sich (im Idealfall) die Therapeut:innen auch untereinander austauschen und in eine gemeinsame Richtung gehen. Wie soll das ambulant koordiniert werden? Therapeut A will Traumaexposition machen, während Therapeutin B lieber an ganz konkreten stützenden Maßnahmen arbeiten will? Wer hat den Hut auf? Wer achtet darauf, dass du als Patientin da das bekommst, was du brauchst, wenn du schon im Rahmen der "normalen" Therapie nicht in der Lage bist, die Initiative zu ergreifen und aktiv zu werden?

Zudem solche "Begleittherapien" immer sehr individuell sind. Was mir hilft, ist für die nächste Person vielleicht sinnlos, weil sie damit nichts anfangen können. Auch hier wieder das Problem: Was soll dir denn vorgeschlagen werden? Erstmal alles durchprobieren? Wie lange? Und vieles, was mir persönlich geholfen hat, erreicht gar nicht "Therapie-Niveau" - zB war Feldenkrais für mich sehr hilfreich, das gibt es nicht auf Krankenkasse, ich habe mir einen Kurs gesucht.

Ich sehe auch die Gefahr, dass Dinge zu "aufgeladen" werden, wenn sie vom Therapeuten kommen. Nach dem Motto: Wenn der Therapeut es vorschlägt, dann "muss" ich es machen, dann "muss" es helfen usw. Das ist aber bei diesen Verfahren sehr individuell und mit viel trial and error verbunden. Viele der Anregungen für solche Extra-Aktivitäten kamen für mich aus einem stationären Aufenthalt, wo ich solche Dinge ausprobieren konnte und gemerkt habe: das bringt mir was. Oder von anderen Betroffenen wie zB durch den Austausch hier im Forum.

Ich habe lange Zeit parallel zur Gesprächstherapie auch Kunsttherapie gemacht. Und habe davon sehr profitiert. Grundsätzlich bin ich schon dabei, dass sowas sinnvoll ist und sein kann. Das passierte aber auf meine Inititiative und in Absprache mit meiner "normalen" Therapeutin. Ich hatte eine Ärztin, die mir das verordnet hat - dh auch das bedeutet Aufwand und Koordination und Initiative (Kunsttherapie-Platz suchen). Das wird dir kein ambulanter Therapeut oder Therapeutin übernehmen.
Und letztlich kann eine ambulante Therapie keine Rundum-Versorgung bieten. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe, die Veränderung liegt in deiner Hand. Ziel soll ja sein, dass du deine Probleme irgendwann selbst in den Griff bekommst. Und wenn du ("man") nicht weiterkommt, dann ist es genauso in der Verantwortung des Patienten und der Patientin, das zu thematisieren und dann gemeinsam mit der Therapeutin/Therapeut zu überlegen, was hilfreich sein könnte. Und doch, man kann erwarten, dass auch ein kraftloser, ausgebrannter Patient anfängt, eigene Schritte zu unternehmen. Die müssen nicht riesig groß sein, aber sollten aus ihm selbst heraus kommen. Ansonsten würde ich sagen, ist dieser Patient aktuell nciht wirklich therapiefähig.
When hope is not pinned wriggling onto a shiny image or expectation, it sometimes floats forth and opens.
― Anne Lamott

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chrysokoll
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Beitrag Di., 01.04.2025, 08:23

inga007 hat geschrieben: Di., 01.04.2025, 05:24 Wenn ich so handlungssicher, kraftvoll und planvoll wäre, bräuchte ich die Therapie doch gar nicht ....

Klar, wir haben alle anderes zu bearbeiten, sind anders drauf, sind verschieden weit ... Ich bin kraftlos, gebrochen, am Rande des Zusammenbruchs, planlos, ängstlich usw. .... mal mehr, mal weniger ... (Gründe, Ursprünge, werde ich hier mal nicht äussern). Ich hörte vor ca. 2 Jahren nach 3 Jahren Therapie wieder mal auf ... aber ich spüre - ich bräuchte wieder was ...
wenn du so kraftlos bist, dann ist eine ambulante Therapie womöglich gar nicht für dich geeignet zu dem Zeitpunkt. Denn eine ambulante Therapie setzt immer auf viel Eigeninitiative und Beteiligung des Patienten.
Dann gilt es erst einmal herauszufinden woher die Kraftlosigkeit kommt, also ob es körperlich ist, ob es eine Depression ist, Überlastung oder oder
Je nachdem muss man dann erst einmal da ansetzen, da ist ein "mehr" an Therapien womöglich sogar schädlich. Dann brauchst du eventuell erstmal Kinik, Reha, Medikamente, Tagesklinik

In einer ambulanten Therapie ist ein Therapeut nicht dafür da, mit dir youtube Vidoes über Mediation zu gucken. Wozu sollte das gut sein?

Wenn du "mal wieder was" bräuchtest wäre in aller Kraftlosigkeit eine Klinik sinnvoll

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Scars
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Beitrag Di., 01.04.2025, 12:04

Wenn’s hilft, warum sollte man denn nicht mit einer Patientin, die es sich wünscht so eine YouTube Meditation machen? Es geht doch darum, dass der Patient irgendwann auf eigenen Beinen stehen kann, vielleicht braucht es dafür erstmal einen Stupser. Klar könnte man stattdessen die Hilflosigkeit thematisieren, und irgendwann sollte man das ja auch und dafür sorgen, dass sich ein Netzwerk aufgebaut wird, aber wenn das Gespräch noch nicht möglich ist, dann wäre das doch besser als aneinander vorbei zu reden.
Remember to leave pawprints on hearts.

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Shukria
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Beitrag Di., 01.04.2025, 16:13

Ich habe schon viel Erfahrung mit Therapie gesammelt,
habe es seit mehr als 20 Jahren immer wieder mit Therapie versucht und mehrere Therapeuten gehabt.
Höchstens nach 2 Jahren stelle ich immer wieder fest, dass die Therapie/ die Therapeuten zu schwach sind ....
Weil die Threaderstellerin nicht ihre erste Therapie macht und man sich dann irgendwann fragen muss woran es liegt, nicht voranzukommen und mit den Therapien so unzufrieden zu sein und den Therapeuten.

Dann hilft es doch deutlich mal bei sich selber zu schauen was man verändern kann.

Sicher kann man bei jemand therapieunerfahrenen so etwas auch mal begleiten, aber sicher irgendwie nicht mehr bei jemandem der seit mehr als 20Jahren Therapie macht, da würde ich eher nachhaken was der denkt warum es nicht hilft und nen Realitätscheck machen.

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Inner_hero
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Beitrag Di., 01.04.2025, 18:36

@Candle, ich finde es ganz wunderbar, wie du den Faden aufgreifst und mich deinerseits provozierst;-) Kann ich mit umgehen, fair ist fair. Weiß ehrlich gesagt nicht, ob es traurig ist/war; man sagt ja: "Reibung erzeugt Wärme". Ist auch was dran, oder? Liebe Grüße

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