Angst vor telefonischer Krankmeldung

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...
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Antihero
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Angst vor telefonischer Krankmeldung

Beitrag So., 09.02.2025, 08:26

Hallo ihr Lieben,
ich habe seit einiger Zeit schlimme Probleme auf Arbeit... was mir mittlerweile schon 2 Abmahnungen eingebracht hat... :cry:
ich habe Angst vor einer Kündigung... :-(

Ich habe zeitweise Panikattaken vor dem telefonischen abmelden... ich habe mich dann gelegentlich per Mail krank gemeldet...
aber da in unserem Betrieb sich sehr gerne und oft krank gemeldet wird... ist das nun ein Problem.
Jetzt habe ich schon zwei Abmahnungen... ich mag sowas gar nicht... ich habs lieber harmonisch und falle lieber durch positives auf...

Die erste Abmahnung: bekam ich weil ich nur den Kollegen auf Arbeit telefonisch Bescheid gesagt habe und nicht später dem Chef auch nochmal...
Die zweite Abmahnung: bekam ich, weil ich nur eine Mail geschrieben hatte...
Also es ist nicht so... das ich mich gar nicht melden würde... :-(

Was kann ich bloß machen? Gibt es nichts was mich vor einer Kündigung schützt mit dieser "Krankheit"?

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kaja
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Beitrag So., 09.02.2025, 10:17

Hast du mal gesagt, dass es ein Problem für dich ist dich telefonisch beim Chef krank zu melden?

Was ist für dich dabei denn genau das Problem?
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MerleX
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Beitrag So., 09.02.2025, 10:34

Liebe Antihero,
dass du nicht telefonieren kannst, wenn’s darauf ankommt, ist keine Krankheit und gar nicht mal so selten.

Ich empfehle dir, ein gegensätzliches Gefühl in dir zu schüren. Also nicht das Gefühl, ich kann das nicht und was bin ich doch arm dran. Du bräuchtest so etwas wie Aggression, um über die innere Hürde zu kommen. Dieses aggressive Gefühl darf ruhig völlig übertrieben und ungerecht sein. Du kannst es gerne auf deinen Chef richten oder zum Beispiel auf eine Freundin, die Mutter oder eine Kollegin, die dich dabei schonmal erlebt hast und wo du dich geschämt hast.
Denk dir zum Beispiel, „dem Ar** werde ich es zeigen! Der wird sich schon noch wundern, dass ich telefonieren kann!“ Du musst dafür so richtig, richtig böse werden innerlich

Das klingt banal, aber ich habe im Freundeskreis mal erlebt, dass das gewirkt hat
Noch besser ist es, du holst dir eine liebe Verstärkung, die dich ein bisschen anfeuert beim „ich zeige es jetzt allen!“
Bis zur nächsten Krankmeldung hast du sicher noch Zeit. Fang einfach mal an, deinen ungerechten Zorn auszubrüten. Wenn du dich dann eines Tages freundlich ins Telefon sagen hörst: „Guten Morgen, Chef, ich bin übrigens krank“ - was denkst du, was das ein gefühlter Triumph sein wird (über dich selbst und die Schei* Blockade)

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Beitrag So., 09.02.2025, 21:59

Antihero hat geschrieben: So., 09.02.2025, 08:26 Was kann ich bloß machen? Gibt es nichts was mich vor einer Kündigung schützt mit dieser "Krankheit"?
Also rechtlich ist es so, dass die personalverantwortliche Person (Chef) verlangen kann, vor Arbeitsbeginn über kankheitsbedingten Ausfall informiert zu werden. Er oder sie muss schließlich Vertretungen organisieren etc. Naja, wenn das keine Absprach bei euch ist sich per E-Mail krank zumelden, geht das natürlich nicht.

Du kannst natürlich später gegen Kündigung klagen etc.
Aber das ist schwierig. Das würde ich nicht empfehlen. Has du dem Arbeitgeber zum Beispiel direkt von deinen Problemen erzählt, liegt ein psychiatrisches Gutachten vor?

Geschützt vor Kündigung bist du nur wenn du einen Schwerbehinderungausweis besitzt mit einem gewissen Grad der Behinderung. Sonst nicht.

Ich empfehle Verhaltenstherapie (falls es bei dir generell Richtung soziale Phobie geht) und Telefonate üben, falls du funktionieren willst.

Die meisten Arbeitgeber nehmen da leider keine Rücksicht drauf. Aus Erzählungen soll es zwar menschliche Arbeitgeber geben, ich persönlich habe sie aber in der Realität nie getroffen.Ich hatte früher die geichen Probleme und funktioniere auf der Arbeit jetzt, weil ich nicht arbeitslos sein möchte.
"You cannot find peace by avoiding life."
Virginia Woolf

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kaja
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Beitrag Sa., 22.02.2025, 20:09

Du bist schon soweit ab von der Realität, da ist es reine Zeitverschwendung auf deine verschrobene Traumwelt einzugehen.

Das ist als würde man einen Psychotiker davon überzeugen wollen, dass seine Steckdose nicht mit ihm redet.
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kaja
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Beitrag Sa., 22.02.2025, 20:56

~~~ hat geschrieben: So., 09.02.2025, 21:59 Geschützt vor Kündigung bist du nur wenn du einen Schwerbehinderungausweis besitzt mit einem gewissen Grad der Behinderung. Sonst nicht.
Das ist so (für Deutschland) nicht ganz richtig. Der besondere Kündigungsschutz gilt für anerkannt schwerbehinderte oder gleichgestellte Menschen. Das bedeutet nicht, dass die Person unkündbar ist, sondern lediglich das vor einer Kündigung die Zustimmung des Inklusions-/Integrationsamtes eingeholt werden muss.

Verhaltensbedingte Kündigungen, wie hier durch das wiederholte unterlassen der telefonischen Krankmeldung, sind da durchaus möglich. Wer dem Arbeitgeber nicht mitteilt, dass ein GdB vorliegt erfährt ebenfalls keinen besonderen Kündigungsschutz.

Wenn es beim Arbeitgeber keine Schwerbehindertenvertretung gibt an die man sich wenden kann, sind z.B. die Integrationsfachdienste erste Anlaufstellen. Manchmal hilft es eine Person von außerhalb als Vermittler zu einem Gespräch mitzunehmen, evtl. kann man sich dann auf eine Alternative zur telefonischen Krankmeldung einigen.

Solltest du aus Ö kommen, ist das dort vermutlich anders geregelt.
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