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Toughy
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Post Fri, 10.Mar.06, 19:35      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Find's langsam echt peinlich und nur noch nervig. Junge, Junge...

Von wegen auf dem Schlauch stehen *Augen verdreh*:

sultan218 wrote:
Deine pm von heute nachmittag habe ich erhalten. Ich rege an, dass Du sie selbst einfach mal hier reinstellst. Ich bin damit ausdrücklich einverstanden und werde bezüglich der darin enthaltenen Verbalinjurien keine Verletzung der netiquette rügen.

Ich brauche Dein Einverständnis nicht, um von mir verfasste PMs zu veröffentlichen. Anders wäre es, hättest Du mir eine PM geschrieben, die ich allen geneigten Lesern vorstellen wollen würde.

Übrigens netter Versuch, die Allgemeinheit glauben machen zu wollen, ich sei ausfällig geworden. "Verbalinjurien" kann ich in meiner PM jedoch nicht entdecken.

Solltest Du das anders sehen...

Quote:
...biete Dir (...) an, [diese PM] der Foren-Leitung vorzulegen mit der Bitte um eine begründete Entscheidung, ob meine [Wortwahl] eine Sperrung [Deines Postfachs für meine PMs] rechtfertigt.



sultan218 wrote:
Die Kommunikation per pm ist privat. Im Gegensatz zur Diskussion im Forum besteht daher ein Anspruch darauf, eine solche Form Kommunikation für sich abzulehnen, wenn sie nicht gewollt ist.

Das ist richtig, und deswegen kannst Du PMs auch ungelesen löschen. Klasse Sache das, gell?
Oder Du kannst eben beantragen, meine an Dich adressierten PMs im Datennirwana verschwinden zu lassen, noch bevor sie Dich erreicht haben.

Und ja, es ist private Kommunikation, die sich u.a. immer dann anbietet, wenn persönliche Differenzen auftreten, welche nicht von öffentlichem Interesse sind.

Dennoch werde ich Deiner Aufforderung/Deinem Wunsch nachkommen, statt an meinem Recht beharrlich festzuhalten. Allerdings nicht, weil Du mich drum bittest. Da treffen sich einfach zwei Bedürfnisse.
Ich muss nicht tun, was ich tun könnte. Mein Ego scheint das nicht zu brauchen. Ich fühle mich auch wertvoll genug und Dir menschlich überlegen, ohne mich beweisen oder Dich runterputzen zu müssen.


@Sparkle: Krieg ich jetzt 'nen Cocktail? *klimper* Wink

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Sparkle
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Post Fri, 10.Mar.06, 21:57      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Quote:
Nachher erst? *grmpf* Und wenn ich sag, dass ich abgefüllt gaaaaaanz lieb bin? Mr. Green
Alkoholismus kann ich nicht unterstützen Mr. Green

Naja, man kann ja mal ne Ausnahme machen, aber du musst ja auch an die anderen denken, die erst danach den Cocktail kriegen. So ein Ungleichgewicht kannst du doch nicht verantworten Razz

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sultan218
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Post Sat, 11.Mar.06, 0:29      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

@toughy

Du hast es also kapiert! Very Happy

Gut, sehr gut!

Also, weswegen ich diese Auseinandersetzung nicht per pm führen will, hat folgenden Grund:

Ich hatte einfach den Eindruck, dass ihr hier beide zunächst ein recht loses Mundwerk mir gegenüber hattet. Irgendwann zwischendurch sind Euch dann aber so etwas die Argumente ausgegangen, und damit das nicht so auffällt, will man nun wahlweise am liebsten entweder gar nix mehr von mir hier dazu lesen (thorn) oder aber wenigstens nicht mehr öffentlich, sondern nur noch per Mail kommunizieren (Du).

Die Suppe wollte ich Euch versalzen, allein darum gings mir. Mr. Green

Ich von mir aus werde mich hier wegen gar nix an die Foren-Leitung wenden, keine Sorge. Schreibt hier rein, was Ihr wollt, kotzt Euch mal so richtig aus. Zum Lehrer zu rennen und zu petzen ist was für flennende Mädels (deswegen habe ich es auch thorn nahegelegt).

Ihr könnt mich beleidigen wie ihr wollt, aber habt doch bitte weiterhin den Mut, es öffentlich zu tun. Wink Ich hab oben schon geschrieben, dass mich sowas zwar schon trifft, ich aber glaube ich im Großen und Ganzen ganz gut damit umgehen kann. Es gibt da so einen schönen Spruch, wo ein Eber und eine deutsche Eiche drin vorkommen.

Schönen Abend noch,

sultan
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Sira
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Post Sat, 11.Mar.06, 9:57      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Ui Sultan, dann habe auch ich ja die Erlaubnis hier rein zu schreiben, was ich mag. Herzlichen Dank auch.

Ich habe da mal ne Frage an Dich, nachdem ich mir diesen *piep* angetan hab:

Wo siehst Du eigentlich DEINEN Anteil an dieser Situation?

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hermelin
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Post Sat, 11.Mar.06, 10:30      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Ich hätte da auch mal eine (ernst gemeinte) Frage:

Ist Wut denn etwas was man im "Miteinander" ausleben sollte?
Wenn ja - wäre "Streit" denn dann nicht eine Art "logische Folge" davon?

gruebel

Liebe Grüße
Hermelin
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Toughy
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Post Sat, 11.Mar.06, 11:01      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Hallo Hermelin,

ja, das ist wohl die logische Folge. Und ich glaube, das geht unter Umständen noch weiter. Es geht ja um Verletzlichkeiten, und wenn man aufeinander eindrischt, könnte das ggf. dazu führen, dass da etwas zwischen zwei (oder mehr) Menschen zerbricht, was nur schwer wieder zu kitten ist.

Man kreiert meistens eine Situation, in der sich beide Parteien nur noch angegriffen fühlen und sich verteidigen. Das kann in einem bösen Machtkampf gipfeln, bei dem es nur noch darum geht, den anderen noch mehr zu verletzen, als man sich selbst verletzt fühlt. Blöde Ego-Geschichte, in der man dem anderen nicht die (vermeintliche) Genugtuung gönnt, "gewonnen" zu haben. So verstrickt man sich, beißt sich fest und verletzt sich gegenseitig immer mehr und mehr.

Vielleicht kann man Wut gar nicht miteinander, sondern nur gegeneinander ausleben? Wäre gerade so meine Überlegung.

Dagegen kann man m.E. durchaus sagen "Hey, das finde ich jetzt nicht fair. Mich macht *dies und jenes* wütend; es verletzt mich" und sich damit in seiner Verletztheit offenbaren (und sich ggf. noch verletzlicher machen). Entweder man kann sich dann wertschätzend auseinandersetzen - oder man stellt fest, dass das Vertrauen in den anderen, dieser möge die offenbarte Verletzlichkeit nicht missbrauchen, zerstört ist. Ganz blöd, wenn dieses Vertrauen nie da war - sei es, weil man selbst grundsätzlich Menschen misstraut, oder weil man bei einer bestimmten Person von Anfang an eines "Besseren" belehrt wurde.

Allerdings halte ich es auch für möglich, dass eine Beziehung (welcher Art auch immer) es auch mal aushält, wenn man einander aus emotionaler Betroffenheit (Wut) heraus verletzt - wenn man das hinterher wertschätzend klären kann. Auf diese Weise könnte Vertrauen vielleicht sogar wachsen.

Was meinst Du?

Liebe Grüße,
Toughy

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sultan218
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Post Sat, 11.Mar.06, 11:35      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Hi toughy,

Toughy wrote:
(...) Es geht ja um Verletzlichkeiten, und wenn man aufeinander eindrischt, könnte das ggf. dazu führen, dass da etwas zwischen zwei (oder mehr) Menschen zerbricht, was nur schwer wieder zu kitten ist.


Genau! Deswegen noch einmal ein paar persönliche Worte an Dich: Ich hab nix gegen Dich, überhaupt nichts! Was Du hier tust, ist, dass Du eine Freundin von Dir solidarisch verteidigst, und das ist ein sympathischer Zug von Dir. Es spricht für Deinen Charakter.

Ich meinte bei Dir auch zu spüren, dass Du zunächst eigentlich eher eine vermittelnde Position zwischen mir und thorn einnehmen wolltest. Dass man sich in einem Konflikt dann doch irgendwann für eine Seite entscheiden muss, liegt in der Natur der Sache.

Quote:
Dagegen kann man m.E. durchaus sagen "Hey, das finde ich jetzt nicht fair. Mich macht *dies und jenes* wütend; es verletzt mich" und sich damit in seiner Verletztheit offenbaren (und sich ggf. noch verletzlicher machen).


Vielleicht schließt das ein bißchen den Kreis zu dem Posting, das den Anlass für unser "Scharmützel" geboten hat: Das mit dem "sich in seiner Verletztheit offenbaren" stimmt zwar in der Theorie, ist aber in der Praxis nicht immer so einfach.

Und da bin ich nach wie vor der Meinung, dass es insoweit signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Frauen fällt es in der Regel einfach leichter, über ihre "Verletztheit" zu sprechen. Männer denken da eher, dass sie stark sein müssen und sowas nicht in jeder Situation zeigen dürfen. Machen allzuvieles nur mit sich selbst aus, obwohl Reden manchmal gewiss die bessere Alternative wäre...

Umso mehr ist es dann Schade, wenn so einer doch mal was von sich erzählt (oder schreibt... Very Happy ), und dann trotzdem noch mit der Keule draufgelascht wird...

Herzlichen Gruß,

sultan
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Sparkle
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Post Sat, 11.Mar.06, 13:13      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Hi Toughy,

ja, die letzten Sätze klangen vielversprechend, ich fange schon mal an zu mixen Very Happy

Quote:
Man kreiert meistens eine Situation, in der sich beide Parteien nur noch angegriffen fühlen und sich verteidigen. Das kann in einem bösen Machtkampf gipfeln, bei dem es nur noch darum geht, den anderen noch mehr zu verletzen, als man sich selbst verletzt fühlt. Blöde Ego-Geschichte, in der man dem anderen nicht die (vermeintliche) Genugtuung gönnt, "gewonnen" zu haben. So verstrickt man sich, beißt sich fest und verletzt sich gegenseitig immer mehr und mehr.
Ja, das sehe ich immer als große Gefahr, da rutscht man ja schnell rein. Vor allem, wenn es einen wirklich emotional berührt und in einer Beziehung ist es ja erst recht so. Da tut man sich natürlich auch schwer, mal einen Schritt zurückzugehen und mit Abstand draufzuschauen. Das mit dem "Gewinnen" ist schon bedenklich, denn es sollte ja eigentlich ein Miteinander sein, und kein Wettbewerb unter Konkurrenten.

Quote:
Vielleicht kann man Wut gar nicht miteinander, sondern nur gegeneinander ausleben? Wäre gerade so meine Überlegung.
Ja, das klingt sinnig, aber mir fällt schon was ein, wie man Wut gemeinsam ausleben kann Wink Ich denke, wenn man gleich anfangs die Handbremse zieht und sich nicht auf einen Kampf einlässt, sondern die gemeinsame Wut anders kanalisiert, dann braucht man sich nichts an den Kopf werfen, sondern kann sich am gemeinsamen Abreagieren (ohne aufeinander eindreschen) erfreuen.

Quote:
Allerdings halte ich es auch für möglich, dass eine Beziehung (welcher Art auch immer) es auch mal aushält, wenn man einander aus emotionaler Betroffenheit (Wut) heraus verletzt - wenn man das hinterher wertschätzend klären kann. Auf diese Weise könnte Vertrauen vielleicht sogar wachsen.
Ja, das denke ich auch, dass man es zwar nicht bei jeder Gelegenheit drauf anlegen sollte, aber wenn es einem mal rausrutscht, dann sollte man es in einer guten Partnerschaft auch bewältigen können. Ich weiß nicht, ob dadurch Vertrauen wachsen kann, vielleicht durch die wertschätzende Klärung danach, aber das würde ja im Endeffekt heißen, dass zuerst Wut da sein muss, und die entstehende Kausalkette finde ich irgendwie komisch grinsend

Liebe Grüße,
Sparkle

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Stöpsel2
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Post Sat, 11.Mar.06, 13:54      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Hallo sultan,

Quote:

Dass man sich in einem Konflikt dann doch irgendwann für eine Seite entscheiden muss, liegt in der Natur der Sache.


Ist das ein Naturgesetz? Wenn dem so wäre, dürften Familien- und Paartherapeuten ja gar keine Chance haben...

sultan wrote:
Toughy wrote:
Dagegen kann man m.E. durchaus sagen "Hey, das finde ich jetzt nicht fair. Mich macht *dies und jenes* wütend; es verletzt mich" und sich damit in seiner Verletztheit offenbaren (und sich ggf. noch verletzlicher machen).


Und da bin ich nach wie vor der Meinung, dass es insoweit signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Frauen fällt es in der Regel einfach leichter, über ihre "Verletztheit" zu sprechen. Männer denken da eher, dass sie stark sein müssen und sowas nicht in jeder Situation zeigen dürfen. Machen allzuvieles nur mit sich selbst aus, obwohl Reden manchmal gewiss die bessere Alternative wäre...


Zementierst Du so aber nicht etwas fest? Wäre es nicht gut, als Mann zu versuchen, ein Stück weit in die andere Richtung zu gehen statt das Recht einzufordern, daß Frauen das einkalkulieren und als Frau eben zu versuchen, das einzukalkulieren, daß ein Mann so ist?

Du hast auf jeden Fall recht, daß es schade ist, wenn jemand etwas von sich erzählt und die anderen das gar nicht mitkriegen und wertschätzen können und derjenige dann deshalb trotzdem eine übergebraten kriegt. Nur daß andere etwas nicht mitkriegen, muß ja nicht an böser Absicht oder Ignoranz liegen, sondern die entsprechenden Signale können für die Wahrnehmung des anderen ja tatsächlich zu schwach sein oder man hat selbst so über alle Stränge geschlagen, daß man es unmöglich macht, daß andere auf einen zugehen?!

Viele Grüße
Stöpsel
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Toughy
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Post Sat, 11.Mar.06, 14:09      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Hey Sparkle,

ja, die Kausalkette ist auch seltsam. Meine Denke ist aber tatsächlich, dass man mit der Bereitschaft zur wertschätzenden Klärung zeigt, dass man aus dem Machtkampf auszusteigen und dem anderen trotz des eigenen Verletztseins die Hand entgegenzustrecken bereit ist - und dadurch möglicherweise das Vertrauen darin erwächst, dass auch heftige Situationen zu entspannen, zu lösen sind. Denn bei dieser Klärung machen sich ja beide wieder verletzlich, signalisieren einander dabei aber "Ich will dir nichts Böses". Und derjenige, der den ersten Schritt macht, zeigt (finde ich) Vertrauen darin, dass seine Bereitschaft, wertschätzend auf sein Gegenüber zuzugehen, nicht missbraucht wird, was ja auch wieder ein Stück weit Verletzbarkeit bedeutet.
Wenn ich von mir ausgehe: Vertrauen beantworte ich gern mit selbigem, bin allerdings zutiefst enttäuscht und verletzt, wenn mein Gegenüber mein entgegengebrachtes Vertrauen nicht mit selbigem beantwortet. Vielleicht muss ich an der Stelle noch mal in mich gehen...?

Bei mir ist es außerdem so, dass mich die Klärungsbreitschaft des anderen darauf vertrauen lässt, dass meine Verletzlichkeit von jener Person nicht ständig bewusst wiederbelebt und zur Steigerung seines Selbstwerts benutzt wird, weil ich mir einbilde, dass die wertschätzende Klärung erstens Interesse am Gegenüber zeigt und zweitens dazu führt, einander zu verstehen, eben ein Verständnis für die "wunden Punkte" zu entwickeln. Aus solch einer konkreten Situation leite ich persönlich ein generelleres Bild von meinem Gegenüber ab, was mein Vertrauen in jene Person durchaus fördern kann.

Optimalerweise kommt es nicht soweit. Aber es kann passieren. Denn wir haben alle unsere wunden Punkte, die uns verletzlich machen, uns dazu bringen, aufzuschreien, wenn sie berührt werden und uns heftig zu wehren - auch wenn das Pieksen unbeabsichtigt ist. Manchmal piekst man selbst, manchmal wird man gepiekst... Confused

Allerdings: Je nach Selbstsicherheit und -wert ist die Empfindlichkeit verschieden. So kann man die Reaktion des Gegenübers entweder als persönlichen Angriff werten und selbst zur Gegenwehr übergehen - oder man erkennt "Aha, mein Gegenüber ist verletzt und reagiert deshalb so" und kann vermeiden, dass die Spirale des Sich-gegenseitig-Verletzens durch Verteidigung anfängt, sich abwärts zu drehen.
Ich glaube, das ist auch das Prinzip der gewaltfreien Kommunikation. Schöne Sache.

Sparkle wrote:
mir fällt schon was ein, wie man Wut gemeinsam ausleben kann Wink Ich denke, wenn man gleich anfangs die Handbremse zieht und sich nicht auf einen Kampf einlässt, sondern die gemeinsame Wut anders kanalisiert

Ja, das sehe ich schon auch so. Spielerisch, mit Witz - das geht. Vielleicht müssen Menschen ihre jeweils eigenen Umgangsweisen damit entwickeln. Und vermutlich muss es auch da dann einen Punkt geben, wo beide bereit sind, die eigene Verletztheit loszulassen, beiseite zu schieben o.ä. (Da, wo man eben die Handbremse zieht). Joar, dann kann man auch zusammen in den Wald gehen und sich die Seele aus dem Leib schreien oder eine Kissenschlacht veranstalten, um die Energie der Wut freizusetzen *g*
Da gibt's doch außerdem diese Schaumstoffschläger?

Ansonsten geht dann natürlich auch noch der verübergehende Rückzug, um wieder einen kühleren Kopf zu bekommen. Dann wäre das allerdings natürlich eher ein "Jeder erst einmal für sich".

Schön. Gefällt mir, verschiedene Umgangsweisen mit gegenseitiger Wut zu erkennen grinsend

Liebe Grüße,
Toughy_die sich am Anfang vermutlich ziemlich wirr ausgedrückt hat *g*

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sultan218
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Post Sat, 11.Mar.06, 17:48      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Hi stöpsel!

Stöpsel2 wrote:
Quote:

Dass man sich in einem Konflikt dann doch irgendwann für eine Seite entscheiden muss, liegt in der Natur der Sache.


Ist das ein Naturgesetz? Wenn dem so wäre, dürften Familien- und Paartherapeuten ja gar keine Chance haben...


Hast Du natürlich vollkommen recht. Ich hab das oben mal so allgemein formuliert, aber in Wahrheit ging es bezüglich des "Sich-Entscheiden-Müssens" natürlich schon um den konkreten Konflikt hier.

Aber lass mich doch auch mal diplomatisch sein, ich meine, nur mal so zur Abwechslung... Wink

Quote:
sultan wrote:
Und da bin ich nach wie vor der Meinung, dass es insoweit signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. (...)


Zementierst Du so aber nicht etwas fest? Wäre es nicht gut, als Mann zu versuchen, ein Stück weit in die andere Richtung zu gehen statt das Recht einzufordern, daß Frauen das einkalkulieren und als Frau eben zu versuchen, das einzukalkulieren, daß ein Mann so ist?


Wenn ich noch Lust hätte, diese Problematik weiter zu erörtern, würde ich Dich jetzt fragen, was Du genau mit "andere Richtung" meinst. Aber - und ich hoffe, Du verzeihst mir das - ich bin im Moment ehrlich gesagt ein bißchen des Diskutierens müde, wer auf wen wie weit zuzugehen hat, wer wie verletzlich ist, wer was in wen reinprojeziert undsoweiter undsoweiter. Meine gefühlte Stimmung ist: Keinen Bock mehr auf Gefühls-Diskussionen (und auch das ist in gewisser Weise wieder "typisch Mann" Wink ).

Daher nur soviel: In dem Thread, der den ganzen Terz hier ausgelöst hat,

http://www.psychotherapiepraxis.at/forum/viewtopic.php?t=26421

ging es darum, dass eine Frau ganz konkret Probleme hatte, einen Zugang zum Gefühlsleben ihres Freundes überhaupt erstmal zu finden, da dieser offenbar sehr verschlossen ist. Da fand ich es erstmal wichtig, der Threaderstellerin meine Meinung darzulegen, warum das bei manchen Männern (mich selbst als Beispiel nehmend) schwierig ist und wie erste Schritte ihrerseits aussehen könnten, die verfahrene Lage wieder aufzulösen.

Herzlichen Gruß,

sultan
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hermelin
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Post Sat, 11.Mar.06, 21:11      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Hallo Toughy,

Quote:
Was meinst Du?


Auch auf die Gefahr hin wie ein Moralapostel oder sowas zu klingen:
Ich hoffe auf/glaube an die Möglichkeit eines "heilsamen" Umgangs mit "negativen" Gefühlen wie Wut, Zorn etc. und bin auf der Suche danach Rolling Eyes


Habe hier ja jetzt einiges an Input gefunden Very Happy
Danke.

Liebe Grüße
Hermelin
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Post Sun, 12.Mar.06, 5:02      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Hi Toughy!

Danke für die Antwort! Very Happy Bin gerade beim Lesen ins Grübeln gekommen, warum man hin und wieder annimmt, dass einem der andere was böses will. Mit Vernunft betrachtet ist die Annahme ja völliger Schwachsinn, denn von wenigen Ausnahmen abgesehen (Rache fürs Fremdgehen oder sonstwas, wo eh schon Hopfen und Malz verloren ist) will man doch für den anderen nur gutes. Wie kommt man also da drauf? Wieso ist das so in einem drin? Ich rätsle noch...

Quote:
Denn bei dieser Klärung machen sich ja beide wieder verletzlich
Ja, das ist richtig, und auch gerade das schwere dran. Ich bin sicher nicht der einzige, den das Überwindung kostet, denn der "einfachere" Weg ist ja ein stures Aushalten und Weitermachen oder Abhauen. Ein Risiko in Kauf zu nehmen und sich nochmal verletzlicher zu machen, ist schon kein leichtes Unterfangen. Ich hoffe, dass ich mal dahin komme, dass ich unbewusst darauf zusteuere, denn im Normalfall ist es ja tatsächlich die Lösung. Bisher muss ich mich bewusst mahnen, mir klar machen, dass es nötig ist, dass jemand den Vorschuss leistet.

Quote:
Wenn ich von mir ausgehe: Vertrauen beantworte ich gern mit selbigem, bin allerdings zutiefst enttäuscht und verletzt, wenn mein Gegenüber mein entgegengebrachtes Vertrauen nicht mit selbigem beantwortet. Vielleicht muss ich an der Stelle noch mal in mich gehen...?
Auch so eine schwere Frage. Denn einerseits kann man ja nicht verlangen (oder erzwingen), dass das Vertrauen in gleichem Maße auf Seiten des Partners vorhanden ist. Das ist ja immer kleinen Fluktuationen unterworfen und außerdem bringen Menschen das ja unterschiedlich zum Ausdruck. Andererseits kann man eine nicht zufriedenstellende Situation auch nicht ewig leben. Es ist wohl eine Geduldsfrage.

Wenn du Vertrauen entgegenbringst und es kommt noch wenig zurück, ist natürlich auch die Gefahr da, dass man sich zu viel reinlehnt, bedrückend wird und somit das eigentliche Vertrauen zum Stress des anderen wird, überspitzt gesagt. Ist wirklich nicht leicht, da das richtige Mittelmaß zu finden. Wenn man sich gegenseitig behutsam begleitet, sollte es gemeinsam aber schon möglich sein.

Quote:
Aus solch einer konkreten Situation leite ich persönlich ein generelleres Bild von meinem Gegenüber ab, was mein Vertrauen in jene Person durchaus fördern kann.
Ok, das habe ich nun verstanden, und ich finde es auch sehr wichtig und richtig. So lernt man sich natürlich kennen und kann die Sache ruhiger angehen, weil man weiß, dass man mit dem anderen auch "streiten" kann und nicht fürchten muss, dass man "auseinandergenommen" wird.

Sehr schön finde ich das Prinzip der gewaltfreien Kommunikation, das du da formulierst. Imho wunderbar, wenn man so miteinander umgehen kann und beide das leben. Natürlich gibt es Ausrutscher, aber die werden ja auch dadurch abgefedert. Wie oben schon gesagt, ist es natürlich nicht leicht. Vernunft ist halt das eine, wenn Emotionen dazu kommen, vergisst man den Verstand recht schnell. Ist eben viel Verständnis gefragt.

Quote:
Da gibt's doch außerdem diese Schaumstoffschläger?
lol, was für eine geile Idee Mr. Green

Quote:
Ansonsten geht dann natürlich auch noch der verübergehende Rückzug, um wieder einen kühleren Kopf zu bekommen. Dann wäre das allerdings natürlich eher ein "Jeder erst einmal für sich".
Meine Freundin und ich managen es so, dass es anfangs erstmal aufn Tisch kommt und es nichts macht, wenn dabei unüberlegtes über die Lippen kommt. Und zwar deswegen, weil das nur Teil 1 ist und Teil 2 eben ein Gespräch nach einer gewissen Zeit ist, das wir darüber führen. Wenn die Wut erstmal raus ist und man sich ein wenig Gedanken gemacht hat, fällt ein konstruktives Gespräch viel leichter.

Bin auch froh, hier einige Umgangsweisen zu lesen grinsend

Liebe Grüße,
Sparkle

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loutrix
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Post Mon, 13.Mar.06, 10:56      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

Ich bin mal so frei, den ursprünglichen Zwech des Threads in Anspruch zu
nehmen und meine Wut rauszulassen. Allerdings ist sie geneg mich selbst
gerichtet, ich hoffe, das ist ebenfalls erlaubt^^

Könnte vor mir selbst erbrechen, weil ich vergangene Nacht wieder in ein
Muster verfallen bin, in welches ich nie wieder verfallen wollte...
ich bin so konfliktunfähig wegen meiner besch******* Verlustangst.
Paraniod bin ich!!!! Verstockt!!!!
Mein armer Freund, er hat es schwer mit mir.

Ich kann meine Fehler sehen, ich kann sie so klar sehen, dass es weh tut!
Aber mich ändern..... funktioniert nicht, weder über kurz, noch über lang.
Eine Unfähigkeit sondergleichen! hammer

Werde erst alles, was mir lieb und teuer ist durch Selbstverschulden
aufgrund meines Verhaltens verlieren müssen, bis ich aufwache.
Und wie ich mich kenne, wird selbst das nicht wirken im Kampf gegen
meine Fehlerhaftigkeit.

Wenn ich doch nur manchmal mich selbst abschütteln könnte!!!

kopfwand Aaargh!!!

_________________
Erfahrung ist das, was bleibt, wenn man nichts mehr hat.
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Post Mon, 13.Mar.06, 12:14      Re: Sandsack: die Wut-Ecke *g* Reply with quoteBack to top

loutrix wrote:
(..)und meine Wut rauszulassen. Allerdings ist sie geneg mich selbst
gerichtet, ich hoffe, das ist ebenfalls erlaubt^^


Abgelehnt! - Gegen dich selbst gilt nicht.

Wie wärs, wenn man mal wirklich "unfähig", "fehlerhaft", "konfliktunfähig",
mit "gewaltsamer Kommunikation behaftet" grinsevil sein darf?
(By the way, jeder ist das mal, es ist menschlich..)

Nicht "sich selbst abschütteln" wollen, sondern als "Kotzbrocken" da stehen kann und vielleicht, oder gerade deswegen, da ist?

toughy wrote:
Blöde Ego-Geschichte, in der man dem anderen nicht die (vermeintliche) Genugtuung gönnt, "gewonnen" zu haben.


Warum nicht mal absolutes "Ego" sein? -
Besser als "gar nicht" da - oder mit Heiligenschein, finde ich zumindest.

Und die Leute, die ich liebe, liebe ich deswegen, weil sie so sind, wie sie sind. Den "Besten aller möglichen Menschen", untadelig gerecht, wohltuend für andere Menschen, selbstlos etc.. würde ich, glaube ich,
wohl kaum sehr liebenswert finden.

Ich lese manchmal Todesanzeigen. Cool

Da stoße ich dann jedes Mal auf Sprüche, wie:
"Das sind die Starken, die unter Tränen lachen, ihr eigenes Leid verbergen und andere fröhlich machen".
Oder: "Nur Arbeit war dein Leben, nie dachtest du an dich..." *sülz*

Ich frage mich jeden Morgen, wie Jemand dazu kommt, einem Verstorbenen so einen Spruch "hinterherzuwerfen"?
Ist doch kein Wunder, das derjenige gestorben ist, wenn er so "drauf war"?

toughy wrote:
Es geht ja um Verletzlichkeiten, und wenn man aufeinander eindrischt, könnte das ggf. dazu führen, dass da etwas zwischen zwei (oder mehr) Menschen zerbricht, was nur schwer wieder zu kitten ist.


In einer Wut-Sandsack-Ecke geht es nicht um Verletzlichkeit. Da geht es ums stark sein. Und ums ungerecht, fies und sauer sein dürfen.
Wie soll ich denn meine Wut ausdrücken, wenn ich immer auch Rücksicht nehmen muss? Mich "einfühlen"?

toughy wrote:
Allerdings halte ich es auch für möglich, dass eine Beziehung (welcher Art auch immer) es auch mal aushält, wenn man einander aus emotionaler Betroffenheit (Wut) heraus verletzt - wenn man das hinterher wertschätzend klären kann.


Wenn von vorneherein klar ist, dass ich Wut ausdrücke, z.B dadurch, dass ich das in einer speziellen, dafür bestimmten Ecke tue, hält das eine Beziehung ganz sicher aus.
Und da muss auch anschließend nichts "wertschätzend geklärt" werden.
Ich weiß doch, dass der Andere gerade sauer war. Sonst hätte er ja nicht in dieser Rubrik geschrieben.

Was macht den das "Wut rauslassen" für einen Spaß, wenn man vorher schon weiß, dass man das anschließend "wertschätzend klären" muss? Shocked

Oder @ sira, "seinen Anteil" an der Situation darlegen muss?

Es gibt nämlich keinen "Anteil".
Jedenfalls nicht, wenn man richtig wütend ist.
Ist alles ganz pur - 100%. Wink

@ hermelin

hermelin wrote:
Ist Wut denn etwas was man im "Miteinander" ausleben sollte?


Nö. Im Gegeneinander. Mr. Green

hermelin wrote:
Ich hoffe auf/glaube an die Möglichkeit eines "heilsamen" Umgangs mit "negativen" Gefühlen wie Wut, Zorn etc. und bin auf der Suche danach


Vielleicht liegt das "heilsame" - so weit man findet, dass Umgang mit Gefühlen wirklich etwas heilsames liegen muss - ich finde das nämlich zum Beispiel nicht - es reicht, dass Gefühle sind und da sein dürfen(normalerweise ist dann nämlich auch "ihr Besitzer" anwesend..) - darin,
endlich einmal ehrlich und ungeteilt einfach "man selbst" sein zu dürfen.
Wenn auch im Moment vielleicht "kotzbrockig". Um so schöner dann..Mr. Green

In diesem Sinne hat mir, was der Sultan218 geschrieben hat:
Quote:
Zum Lehrer zu rennen und zu petzen ist was für flennende Mädels (deswegen habe ich es auch thorn nahegelegt).


Mr. Green schon sehr gefallen - auch wenn ich toughy und thorn sehr schätze (!) - aber streiten muss man können und es ist eine Kunst.

Ich fürchte allerdings, die Zeit ist einfach (noch?) nicht reif für eine "Wut-Ecke".
Es bleibt ja auch keiner, mich eingeschlossen, dabei.
Schade.
Neben all der "gewaltfreien" Kommunikation, Empathie würde ich das als sehr angenehm empfinden.

Vielleicht ein bisschen Heiligenschein-freier und ehrlicher?

lg

Nele
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