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Stöpsel2
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Post Fri, 10.Mar.06, 23:49      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Hallo Micky,

erstmal schön, daß es in Deiner Therapie jetzt so gut läuft bzw. Du merkst, daß Du sie weniger brauchst. grinsend

Quote:
Vielmehr geht es für uns HSP darum, wie ich bereits weiter oben erwähnt habe, einen für uns guten Weg zu finden, indem man zum Beispiel lernt, mit den eigenen, überempfindlichen Gefühlen anders umzugehen, sie besser vor Verletzungen zu schützen und neue Verhaltensweisen zu lernen, um in dieser wenig sensiblisierten Gesellschaft zurecht zu kommen


Ist das denn nicht egal, ob man das "Kind" Hochsensibilität nennt? Ich denke, jeder Mensch muß lernen, sich vor Verletzungen zu schützen, denn die bekommt man ja auch als "normal sensibler" Mensch ab. Und dafür hilft einem eine Therapie ja in jedem Fall. Oder meinst Du, daß für Hochsensibilität soviel andere Strategien notwendig sind?

Viele Grüße
Stöpsel
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Post Sat, 11.Mar.06, 0:06      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Liebe Micky,

Micky wrote:
aber dein Posting ist ein schönes Beispiel für die allgemeine Unwissenheit zum Thema HS

Als ebenfalls Unwissende schließe ich mich ebenfalls mit einer Unklarheit an, und zwar dazu:
Micky wrote:
Krank machen kann, weil HS von der Gesellschaft nicht erkannt wird und man deshalb von ihr als HSPler nicht oder falsch verstanden wird. Um diesem Nicht- und Unverstandenwerden nicht dauerhaft ausgesetzt zu sein, zieht man sich in seiner Andersartigkeit gerne immer mehr zurück, isoliert sich emotional und sozial immer mehr, was zu Folgeerscheinungen wie Depressionen führen kann. Dieses Verhalten trifft bei mir in einem sehr grossen Umfang zu.

Und zwar habe ich bei diesem Punkt das Problem, dass das vermutlich auf eine ganze Palette von psychischen Krankheiten zutrifft: Der Depressive, der Schizophrene, der sich selbst Verletzende, der Sozialphobiker, etc. fühlt sich von seiner Umwelt nicht verstanden => Rückzug und zunehmende Isolation => willkommen im Teufelskreis...

Um das besser zu verstehen, habe ich noch einen Artikel gefunden: Quelle: http://www.hochsensible.de/
Quote:
Hochsensible Menschen sind Menschen, die besonders feinfühlig und empfindsam sind. Sie haben aufgrund einer physiologischen Disposition ihres Nervensystems eine erhöhte Empfänglichkeit für Reize - und zwar sowohl für äußere Reize wie z.B. Geräusche oder Gerüche als auch für innere wie z.B. Erinnerungen, Vorstellungen, Gedanken. Diese erhöhte Aufnahmebereitschaft für Reize führt dazu, dass hochsensible Menschen mehr Informationen aufnehmen als ihre nicht hochsensiblen Mitmenschen, so dass sie Dinge registrieren können, die anderen entgehen: Z.B. nehmen hochsensible Menschen subtile Veränderungen in ihrer Umgebung viel stärker wahr und können so wertvolle Hinweise und Informationen an andere weitergeben. ...

Ich weiß nicht..., wenn ich für meinen Teil nun abschätzen wollte, ob ich äußere und innere Reize intensiver aufnehme als andere, so würde ich mir schwer tun, weil ich ja nicht weiß, wie andere diesselben Reize aufnehmen, sprich: mir fehlt der Vergleichsmaßstab. Deswegen bin ich bezüglich der HSP Problematik - ehrlich gesagt - auch etwas skeptisch. Aber vielleicht liegt das auch nur an meiner allgemeinen Unwissenheit zu diesem Thema Wink Wink Wink . Wobei: Ich glaube durchaus daran, dass Menschen die gleichen Reizen unterschiedlich wahrnehmen können, denn wir sind ja keine Maschinen... aber als eigenständiges Krankheitsbild gruebel

Quote:
Ich habe das Gefühl, dass ich bei ihm damit gegen eine Wand renne. Na ja, ich beschäftige mich für mich alleine intensiv mit dem Thema,...

Also wenn dich HSP stark beschäftigt, ist es dein gutes Recht, dass das in der Therapie bearbeitet wird... ich meine: Man muss ja nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen... aber die beidseitigen Ansichten sollten schon transparent gemacht werden. Das Problem, das ich sehe ist folgendes: Für deine Probleme sieht dein Therapeut andere Ursachen als du. Darauf baut er seine Methodik auf. Und wenn es dumm läuft, bist du innerlich/unbewusst abgeneigt, die Strategien des Therapeuten anzunehmen, weil du meinst, dein Problem sei ohnehin ein anderes... Wenn hier ansatzweise etwas daran ist, dann spreche es vielleicht an.

Liebe Grüsse
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Micky
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Post Sat, 11.Mar.06, 1:08      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Hallo Stöpsel hallo

Ich feue mich, wieder mal was von dir zu hören. Geht es dir wieder ein bisschen besser?

Zu deiner Frage bezüglich der Anwendung anderer Strategien, möchte ich dir folgendes antworten. Die grösste Schwierigkeit von HSP ist wohl, dass sie, weil ihre Wahrnehmungen, seien es innere oder äussere intensiver, umfassender und differenzierter sind als diejenigen von Nicht-HSP, schnell mit Reizen überflutet und überstimliert werden, was wiederum dauerhafte Ueberforderungen zur Folge haben kann. Für mich trifft das in einem hohem Ausmass zu, deshalb ist und war es für mich immer ein grosses Bedürfnis, mich häufig zurückzuziehen, um solchen belastenden Ueberstimulierungen auszuweichen.

Wohl deshalb bin ich sehr gerne alleine und komme mit dem Alleinesein auch supergut zurecht. Ich habe keinen grossen Freundeskreis, sondern nur einen kleinen, aber feinen und fühle mich damit sehr wohl. Mein Therapeut ist jedoch der Meinung, dass ich viel mehr rausgehen und neue Menschen kennenlernen sollte. Das empfinde ich aber nicht als ein Bedürfnis, sondern als eine Belastung. Das ist doch ein Beispiel für unterschiedliche Strategien. "Normalerweise" ist sein Rat richtig, wenn man an Depressionen leidet, sollte man sich, wenn immer möglich, nicht ins eigene Schneckenhaus zurückziehen, sondern rausgehen, oder? Aber ich fühle mich, auch wenn es mir schlecht geht, oder gerade dann, am wohlsten alleine, weil es mich grundsätzlich schnell überfordert, andere Menschen um mich zu haben. Ich weiss nicht, ob du verstehst, was ich meine. Habe grad ein bisschen Mühe, mich auszudrücken Embarassed

Liebe Grüsse
Micky
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Post Sat, 11.Mar.06, 1:34      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Liebe sternenmeer

Das ist superlieb von dir, dass du dir so viel Mühe machst zum Thema HS. Ich denke, es ist grundsätzlich nicht wichtig, ob man von inneren oder äusseren Reizen mehr überflutet wird, ausschlaggebend ist wohl die Gesamtheit und die Intensität aller Reize zusammen. Es kann nicht nur ein starker Reiz belastend sein, sondern auch mehrere Reize gleichzeitig (zum Beispiel, wenn man mehrer Arbeiten auf einmal erledigen sollte) oder schwache Reize, die lange andauern. Für sich selbst ist es auch nicht wichtig, wie andere Menschen gleiche Reize aufnehmen, sondern nur, wie man es für sich tut. Es gibt Menschen, die sind nur hochsensibel in Bezug auf akustische Reize, andere nehmen Düfte sehr intensiv wahr, andere optische Eindrücke, wieder andere haben ein feines Gespür für nichtverbale subtile Botschaften anderer Menschen. HS hat sehr viele Facetten.

Ich gebe meinem Therapeuten Recht, viele meiner Probleme haben nicht direkt mit meiner HS zu tun, zum Beispiel meine immer noch unerträgliche private Situation; darüber haben wir aber bereits genügend gesprochen und da geht es nun darum, zu handeln. Das ist auch alles ok, aber ich möchte eben auch über das Thema HS mit ihm reden und das klappt nun einfach nicht kopfwand . Na ja, eigentlich ist das auch nicht wirklich schlimm; ich habe das Thema hier eingebracht, weil es mich sehr interessiert, ob jemand andere Erfahrungen gemacht hat und seine HS-Veranlagung in die therapeutische Arbeit miteinbeziehen kann oder konnte.

Liebe Grüsse
Micky
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Post Sat, 11.Mar.06, 3:08      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Hallo Micky,

ah, noch so eine Nachteule Wink ...

Was meinst Du, besser bzgl. was? Bzgl. meinen körperlichen/psychosomatischen Problemen geht es mir besser, das ist schon mal ein Anfang...

Ja, ich verstehe Dich schon, kann mir aber gut vorstellen, daß Dein Therapeut trotzdem recht hat. Ich denke, wenn Du keine Übung mehr oder wenig Übung im Umgang mit anderen Menschen hast, sind die paar Male, wo Du dann mit anderen zu tun hast, dann halt besonders anstrengend (bzw. Reizüberflutung in Deinen Worten). Und da bekanntlich Übung dem Meister macht, wird es (wenn diese Annahme stimmt) besser werden, wenn Du Dich viel mit anderen Menschen umgibst. Auch wenn es erstmal anstrengend ist.
Ich denke mal, das ist, wie wenn man ganz lange krank ist und nur untätig im Bett liegt. Wenn man es dann wieder versucht, sich zu betätigen, ist das sehr anstrengend. Und wenn man die Zeit, in der man untätig war sehr lange ist oder man es nie anders kennengelernt hat, kann man denken, daß es einfach nicht das richtige für einen ist. Wobei bei diesem Beispiel natürlich die Zusammenhänge offensichtlicher sind und meist klar ist, daß Betätigung TROTZDEM richtig ist.

Ich sehe das mit der "Selbstdiagnose Hochsensibilität" deshalb auch als kritisch an. Ist mir jetzt egal, ob es in der Psychologie anerkannt ist oder nicht, jede Eigendiagnose ist immer kritisch. Und worauf gründet sich die Einschätzung? Doch auf Symptomen, die man auch psychischen Problemen oder Unsicherheiten zurechnen könnte? Zumindest behaupte ich mal, daß Du es nicht ausschließen kannst. Und von daher würde ich doch erstmal die "normale" psychische Weiterentwicklung vorantreiben und wenn Du dann immer noch das Gefühl hast, kannst Du es doch dann weiterverfolgen?!
Ich sehe es auch deshalb so, weil ich mich selber in verschiedene Selbsteinschätzungen verrannt habe, war von Asperger, ADS bis Hochbegabung. Und ersteres beides denke ich nicht mehr und letzteres kann zwar einiges schwieriger machen, aber da sehe ich es genauso, wie ich es vorhin schrieb, die Strategien, mit den Problemen umzugehen, sind auch nicht grundsätzlich anders als sonst.

Viele Grüße
Stöpsel
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Post Sat, 11.Mar.06, 11:11      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Liebe Micky,

Micky wrote:
Das ist auch alles ok, aber ich möchte eben auch über das Thema HS mit ihm reden und das klappt nun einfach nicht...

Ich finde es auch wichtig, dass du die Thematik einbringst und ihr diese behandelt. Ich fürchte, dass du da hartnäckig bleiben solltest, bis er sich erbarmt Wink Wink Wink . Bei mir war es auch ab und an mal so, dass mich etwas stark beschäftigte, dessen Tragweite sich der Therapeut zunächst nicht bewusst war. Ja, und das bringe ich dann auch ein - und da es mich stark beschäftigt, bringe ich den Therapeuten zwangsweise und unbewusst oft vom eigentlichen Thema ab, bis das neue Thema, dann zentral bearbeitet muss, eben weil ich davon nicht loslassen konnte.

Micky wrote:
Na ja, eigentlich ist das auch nicht wirklich schlimm...

Schlimm vielleicht nicht, aber wichtig... Wink

Quote:
"Normalerweise" ist sein Rat richtig, wenn man an Depressionen leidet, sollte man sich, wenn immer möglich, nicht ins eigene Schneckenhaus zurückziehen, sondern rausgehen, oder? Aber ich fühle mich, auch wenn es mir schlecht geht, oder gerade dann, am wohlsten alleine, weil es mich grundsätzlich schnell überfordert, andere Menschen um mich zu haben. Ich weiss nicht, ob du verstehst, was ich meine. Habe grad ein bisschen Mühe, mich auszudrücken

Ich verstehe absolut was du meinst - das hätte vor einiger Zeit auch von mir stammen könnte. Und hier sehe ich das Problem, dass eintreten könnte: Der HSPler kommt zu dem Schluss, dass er sich zurückziehen muss, weil er sich vermeintlich nur so von einer Reizüberflutung schützen kann. Der Depressive hingegen sollte lernen sich aufzuraffen, und unter Leute zu gehen...

Glaube mir, ich weiß wie schwer es für einen Depressiven sein kann, sich aufzuraffen. Ich fand es manchmal als Belastung, jetzt auch noch etwas zu unternehmen, und ich meinte auch, mich am wohlsten zu fühlen, wenn man daheim bleibt. Nur ist es wichtig zu lernen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Oder in anderen Worten; Ich fürchte, dass das bei dir dazu führen könnte, dass du meinst dein Therapeut versteht nicht, dass du doch besser daheim bleiben solltest - abgesehen davon, dass du noch eine Bestätigung anderer Art hast, dass es besser ist, wenn man sich zurückzieht => Wenn du hartnäckig bleibst, kommt er meiner bescheidenen Ansicht nach nicht herum, dieses Thema zu bearbeiten...

Quote:
Für sich selbst ist es auch nicht wichtig, wie andere Menschen gleiche Reize aufnehmen, sondern nur, wie man es für sich tut.

100 Punkte Wink Wink Wink

Liebe Grüsse hug
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Micky
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Post Sat, 11.Mar.06, 12:04      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Guten morgen Nachteulchen

Ich freue mich aufrichtig für dich, dass du deine körperlichen und psychsomatischen Beschwerden wieder einigermassen im Griff hast. Ist doch schon mal gut, gell Smile.

Ja, du hast Recht, Uebung macht (in den meisten Fällen) den Meister oder man kann auch sagen, dass man nur im tiefen Wasser schwimmen lernen kann. Nur geht es eben hier nicht einfach nur um lernbare Verhaltensweisen, denn das Empfinden, das intensivere und umfassendere Wahrnehmungsvermögen und somit auch die gössere Gefahr der Ueberstimlierung bleiben immer gleich. Es ist ja nicht so, dass ich prinzipiell nicht unter Menschen gehe, da könnte ich ja nicht einmal einkaufen gehen, aber es ist für mich immer wieder eine Belastung, manchmal eine grössere, manchmal eine weniger grosse. Sobald mehrer Menschen längere Zeit um mich herum sind, wird es schwierig, das gilt zum Beispiel auch für Familienfeiern. Selbst meine eigene Hochzeit war für mich alles andere als einfach Embarassed . Dafür vermag ich ruhiges und gemütliches Beisammensein mit einer Freundin oder meinem besten Freund oder meinen Eltern umso mehr zu geniessen.

Ein Beispiel: Ich reagiere hochempfindlich auf körperliche Nähe von fremden und (häufig auch bekannten) Menschen. Im Supermarkt zum Beispiel muss ich immer darauf achten, dass ich beim Anstehen an der Kasse vor meinem Einkaufswagen stehe, damit der Kunde nach mir nicht zu nahe aufschliessen kann. Gegen vorne kann ich den Abstand ja selbst regulieren. Tue ich das nicht, stresst mich das ungemein und ich kriege sehr schnell Atemnot, habe das Gefühl, meine Luftröhre sei verstopft und ich beginne zu hyperventilieren. Mein Therapeut gab mir mal die Hausaufgabe, zu versuchen, diese Nähe bewusst auszuhalten. Ich habe lange gezögert bis ich mich einmal wirklich gut gefühlt und es ausprobliert hatte. Das Resultat war, dass ich dermassen hyperventilieren musste, dadurch in Panik geriet und das Bewusstsein verlor, bevor ich mich aus der schwierigen Situation lösen konnte. Seitdem macht mir das Anstehen an der Kasse noch mehr Mühe. Das ist mir auch schon beim normalen Einkaufen im Supermarkt mehrmals geschehen, ich kriegte keine Luft mehr und wurde ohnmächtig (was jedesmal sehr peinlich war), weil mich das emsige Treiben der vielen Menschen, die vielen verschiedenen Eindrücke auf einmal und das grelle Licht zu sehr mit Reizen überflutet hatten. Ich bin in meinem Leben wohl schon tausende Male einkaufen gegangen, aber es ist für mich nach wie vor jedesmal von neuen eine manchmal grössere, manchmal weniger grosse Belastung. Um ihr standhalten zu können, wähle ich bewusst Einkaufszeiten, zu denen normalerweise wenig Betrieb herrscht.

Das mit der Selbstdiagnose stimmt so nicht, Diagnosen überlasse ich schon meinem Therapeuten (sie sind ja auch umfassend genug Shocked ). Ich stütze mich diesbezüglich auf eine mehr als eindeutige Fremddiagnose; ich habe zwei verschiedene, seriöse Tests (einer davon im Internet) gemacht. Dort gilt man ab 170 Punkten als hochsensibel und ich erreichte 302 Rolling Eyes Na ja, wie gesagt, alles hat zwei Seiten, auch die Hochsensibilität Smile Smile Smile Smile Smile, und ich lerne immer besser damit umzugehen Laughing .

Liebe Grüsse
Micky
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Post Sat, 11.Mar.06, 13:10      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Guten Morgen Micky,

daß Du eine intensivere Wahrnehmung hast, will ich Dir gar nicht ausreden. Es ist nur die Frage, woher sie kommt. Du machst dafür Hochsensibilität verantwortlich und schätzt sie als nicht änderbar ein. Ich denke, eine intensivere Wahrnehmung kann auch daher kommen, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet, so daß man sie dadurch verstärkt, auch wenn man das selbst nicht unbedingt merkt.
Wahrnehmung hat ja nicht nur mit den Sinneszellen zu tun, sondern auch mit der Verarbeitung im Gehirn, und die ist von vielen Dingen abhängig.

Quote:
"Normalerweise" ist sein Rat richtig, wenn man an Depressionen leidet, sollte man sich, wenn immer möglich, nicht ins eigene Schneckenhaus zurückziehen, sondern rausgehen, oder? Aber ich fühle mich, auch wenn es mir schlecht geht, oder gerade dann, am wohlsten alleine, weil es mich grundsätzlich schnell überfordert, andere Menschen um mich zu haben.


Hm, du hörst Dich so an, als ob Du die Tatsache, daß der übliche Ratschlag an Depressive bei Dir vermeintlich nicht hilft, als verstärkendes Argument heranziehst, daß es bei Dir eben doch was anderes, eben Hochsensibilität, sein muß.
Aber ich denke nicht, daß das bei Depressiven so anders ist als bei Dir. Ich denke, bis ein Depressiver anfängt, das anders zu empfinden, das dauert eine Weile. Also, könnte doch auch einfach so sein, daß es bei Dir trotzdem auf Depressionen zurückzuführen ist, nur daß Du noch nicht an dem Punkt angelangt bist, wo die Überforderung weniger wird?!

sternenmeer wrote:
Ich fürchte, dass das bei dir dazu führen könnte, dass du meinst dein Therapeut versteht nicht, dass du doch besser daheim bleiben solltest - abgesehen davon, dass du noch eine Bestätigung anderer Art hast, dass es besser ist, wenn man sich zurückzieht


Da stimme ich sternenmeer absolut zu. In dem Fall würde ich auch auf jeden Fall mit dem Therapeuten darüber reden.

Quote:
Das Resultat war, dass ich dermassen hyperventilieren musste, dadurch in Panik geriet und das Bewusstsein verlor, bevor ich mich aus der schwierigen Situation lösen konnte.


Also, ich glaube, das ist dann einfach nur falsch gelaufen. Das war dann wohl einfach zuviel, was Du dir zugemutet hast und dementsprechend hast Du reagiert. Hast Du dem Therapeuten davon erzählt?
Wie gesagt, ich will Dir Hochsensibilität ja nicht ausreden, aber der Vorfall ist meiner Meinung nach kein Beweis dafür, daß Du hochsensibel bist, es gibt noch andere Erklärungen.

Quote:
Ich stütze mich diesbezüglich auf eine mehr als eindeutige Fremddiagnose; ich habe zwei verschiedene, seriöse Tests (einer davon im Internet) gemacht.


Die Fremddiagnose war aber wohl nicht von einem Psychotherapeuten?
Und diese Tests sind halt so eine Sache. Da werden bestimmte Dinge abgefragt, irgendwelche Vorkommnisse, Wahrnehmungen usw. Aber die können doch viele Ursachen haben. Herr Fellner schreibt bei den Tests auf seiner Webseite nicht umsonst, daß sie nicht eindeutig sind und man es mit einem Psychotherapeuten abklären soll. Schließlich geht es bei einer Diagnose immer noch darum, es von anderen möglichen Diagnosen abzugrenzen. Letztenendes ist es eben immer noch nur ein Test, und die beste Einschätzung einer Person ist wohl im persönlichen Gespräch.

Na ja, aber letztlich ist es immer noch am besten, wenn Du mit dem Therapeuten redest. Und wenn Deine Vermutung, daß Du hochsensibel bist, dazu führt, daß Du Dich deshalb besser zurückziehst von zu vielen Menschen und damit genau das Gegenteil machst von dem, was der Therapeut für richtig hält, sollte auch er einsehen, daß es wichtig ist, darüber zu reden. Ich denke, ohne daß Du ein Verständnis hast von der Situation kommst Du nicht wirklich weiter.

Viele Grüße
Stöpsel
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Post Sat, 11.Mar.06, 13:20      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

liebe micky,

reicht dir denn die erklärung aus, dass du all diese von dir geschilderten schwierigkeiten aufgrund deiner HS hast ? also was du beschrieben hast, wie sich HS auswirkt, dann gehöre ich sicher auch dazu Wink (und sicher viele andere auch) aber ich will unbedingt draußen am leben wieder richtig teilnehmen, mag mich nicht immer zurückziehen müssen, wegen zu großer „reizüberflutung“.... ich weiss wie schlimm das sein kann und manchmal geht es auch nicht anders, als sich selbst zu schützen und sich ruhe zu gönnen, um schlimmeres zu verhindern... aber wenn du HS als erklärung dafür heranziehst, dann nimmst du dir doch auch jede veränderungschance... das ist wie ein stempel, den man sich selbst aufdrückt...

ich erlebe nämlich durchaus, dass mein hypermäßiges überreagieren auf manche sachen, besser wird, wenn ich mich bewusst damit auseinandersetze, mich besser verstehe aber v.a auch die reaktionen anderer auf mich besser verstehen kann. ich habe im positivsten sinne an mir veränderungen erlebt. in dem maße, wie ich die verantwortung für meine gefühle und mein verhalten übernehme, sinkt/sank bei mir auch diese potential an gefühlsüberschwemmung im kontakt mit anderen. sicher, es kommt immer wieder vor und manchmal glaubte ich auch, ich bin nun mal so und werde es akzeptieren müssen, was sehr depremierend ist, weil ich es so empfunden habe, als müsste ich lernen, mit einer (psych-)behinderung zu leben – keine echte entwicklungsmöglichkeiten zu haben... aber da steckt noch sovieles mehr dahinter, als es damit abzutun, man sei eben HS... DAS verstehe ich als sackgasse.

im übrigen halte ich dieses HS einfach für unseriös, da können noch so viele tests etwas anderes suggerieren wollen. aber ich kann den „charm“ und den reiz schon nachvollziehen sich als HSP zu fühlen... mir kommt das auch so vor, als könne man es sich damit in einer sonderrolle ganz gut einrichten, denn als HSler könnte man sich ja schon auch etwas besonderes fühlen. das problem dabei ist, dass man sich damit selbst enorm isoliert, weil ja nicht-HSler einen gar nicht verstehen können, keine ahnung haben etcetc...

ich drück dir fest die daumen, dass du wirklich hartnäckig bei deinem thera an dem thema dranbleibst - vielleicht blockt er ja auch gar nicht ab, sondern hat einfach eine andere sicht auf die dinge... ich kann mir kaum vorstellen, wie du mit ihm gut weiterarbeiten kannst, wenn so ein wichtiges thema ungeklärt zwischen euch steht.

LG
caroline

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Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können.
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Post Sat, 11.Mar.06, 13:52      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Hallo Stöpsel

Also, hochsensibel bin ich bestimmt, da bin ich mir mittlerweile 1000 %ig sicher, das ist ja auch gar nicht das Problem und mein Therapeut streitet dies auch nicht ab (im Gegenteil, in seinen Berichten steht unter Diagnosen ja auch immer an erster Stelle dass ich in einem sehr hohen Ausmass empfindlich und verletzlich sei) , aber, und das ist der Punkt, er misst meiner HS nicht die gleiche Bedeutung zu, wie ich dies tue und ich denke - ohne dies bewerten zu wollen - das ist einer der Gründe, weshalb er nicht wirklich mit mir darüber reden mag.

Ich finde auch, dass er damit grundsätzlich Recht hat, wenn er mir empfiehlt, mich mehr unter Menschen zu begeben, trotzdem kann (oder will) er dabei nicht wirklich "sehen", weshalb für mich eben auch das mich Zurückziehen genau so oder vielleicht noch wichtger ist, obwohl er schon öfters gesagt hat, dass ich im Alleinesein sehr autonom sei. Das empfinde ich auch so und bin auch froh darüber, denn ich fühle mich alleine nie einsam. Das hat bestimmt seinen Grund in meiner grundsätzlich tiefen und gründlichen Verarbeitung (wie du es richtig erwähnt hast) meiner Wahrnehmungen, die mir zu einem bunten, vieschichtigen und nuancenreichen Innenleben verhelfen und das ist häufig sehr schön.

Mir brummt der Schädel, muss mich mal eben ausklicken pcdestroy
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Post Sat, 11.Mar.06, 14:56      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Hallo liebe sternenmeer

Ja, du hast gut verstanden, was ich sagen wollte in Bezug auf mein Rückzugsverhalten und ich denke, dass es wichtig ist, Ratschläge und Meinungen von Therapeuten anzunehmen und wenn es einem sinnvoll erscheint, auch umzusetzen, aber, um unabhänigig und selbstständig zu werden, sollte der Mensch letztendlich für sich selbst spüren, was für ihn am besten und hilfreichsten ist und da denke ich, bin ich auf einem ganz guten Weg Smile Smile

Du hast auch vollkommen Recht mit der Notwendigkeit, in der Therapie hartnäckig sein zu müssen und wenn ich dich so lese, habe ich das Gefühl, dass du mir in dieser Hinsicht ein grosses Stück voraus bist. Hast du das während deiner Therapie gelernt oder ist das eine Stärke, die dir schon vorher eigen war? Ich traue es mir irgendwie nicht zu, zu insistieren, weil mich auch das kräftemässig schnell überfordert. Genau das gleiche empfinde ich in Bezug auf Konflikte (nicht nur in der Therapie) austragen; ich weiche solchen, wann immer möglich aus, weil ich die nötige Kraft, um diese auszutragen, nicht aufzubringen vermag und dann jeweils sehr schnell innerlich zusammenbreche. Aber es stimmt schon, die Therapiestunden wären genau der Ort, um das zu üben Wink

Liebe Grüsse
Micky
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Post Sat, 11.Mar.06, 15:36      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Liebe caroline

Da gebe ich dir Recht, HS darf kein Vorwand sein, um sich gegen Veränderungen zu wehren, das handhabe ich aber auch in keinster Weise so und ich sehe mich auch nicht in einer Sonderstellung, ich spüre mich lediglich in mancherlei Hinsicht einfach "anders". HS gehört nun mal zu mir und meinem Leben und es geht für mich nicht darum, meine HS übermässig zu beschützen und zu behüten und vor allen Schwierigkeiten zu bewahren (was ich auch nicht mache), sondern mit ihr möglichst gut umgehen zu lernen und eine bessere Lebensqualität zu erlangen. Dazu sind - wie du das auch bereits geschafft hast - viele Veränderungen nötig, die zum Teil bereits (mit Hilfe der Therapie und dank meiner intensiven Auseinandersetzung mit HS) geschehen sind und zum Teil noch anstehen und aus diesem Grund würde ich mir wünschen, meinen Therapeuten auch mit diesem Thema zu erreichen.

Ich war ein einziges Mal in meinem Leben an einem Live-Konzert und musste es vorzeitig verlassen, weil ich die Lautstärke und die Menschenmasse um mich herum nicht ertragen konnte. Ich war darüber zwar traurig, war mir aber dennoch sicher, für mich die richtige Entscheidung getroffen und mich nicht länger gequält zu haben. Seitdem glaube ich, dass es keinen Sinn machen würde, erneut viel Geld für ein ähnliches Konzert auszugeben, also lasse ich es sein und kaufe mir für das Geld lieber eine CD, die ich in Ruhe und in einer, für mich angenehmen Lautstärke, hören und die Musik entsprechend geniessen kann. Klar, es ist nicht das Gleiche, ob man Musik live hört oder ab Tonträger, aber alles in allem ist es für mich so stimmiger, denn auch wenn ich zehn Mal an ein Live-Konzert gegangen wäre, käme ich weder mit der Lautstärke (ausser ich hätte mittlerweile einen Hörschaden Wink ), noch mit den vielen Menschen um mich herum besser zurecht. Die äusseren Reize sind immer die gleichen, egal wie oft ich mich ihnen aussetze.

Ich hoffe, du verstehst ein wenig, was ich damit sagen möchte. Es ist nicht immer möglich, dass wenn man sich mit Schwierigkeiten in Bezug auf Reizüberflutungen bewusst auseinandersetzt, in dem Sinn, dass man sie auf sich nimmt, damit auch Veränderungen im positiven Sinne erreicht werden können. Dann geht es doch darum, diese Schwierigkeiten, so wie sie sind, zu akzeptieren und den für sich bestmöglichen Umgang damit zu finden.

Liebe Grüsse
Micky
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Post Sat, 11.Mar.06, 19:28      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Hallo Micky, ich glaube ich habe da gar nichts falsch verstanden.

Du sagst, HS macht nicht an sich krank, sondern das Unverständnis der Gesellschaft. Mag sein, aber....so ergeht es doch vielen Therapiepatienten. Sicher fügen andere Menschen traumatisierten Menschen Sekundärtraumatisierungen zu, nicht der Traumatisierte selbst. Aber trotzdem muss ich lernen mich zu schützen und damit umzugehen, denn das liegt in meinem Handlungsspielraum. Die Alternative wäre ja eine vollends aufgeklärte und verständnisvolle Gesellschaft, nicht mein handlungsspielraum und überhaupt eine Utopie, deshlab fange ich bei mir selbst an.

Mit ändern meine ich auch deine Einstellung. Natürlich verarbeitet jeder Reize anders und empfindet anders. Aber ob ich verletzt werde oder nicht ob ich mit Menschen gut klar komme oder nicht, liegt sehr viel an meinem Verhalten und meiner Einstellung, dem was ich denke und wie ich gesagtes interpretiere und das kann neu gelernt werden.


Quote:
Vielmehr geht es für uns HSP darum, wie ich bereits weiter oben erwähnt habe, einen für uns guten Weg zu finden, indem man zum Beispiel lernt, mit den eigenen, überempfindlichen Gefühlen anders umzugehen, sie besser vor Verletzungen zu schützen und neue Verhaltensweisen zu lernen, um in dieser wenig sensiblisierten Gesellschaft zurecht zu kommen und dabei kann Psychotherapie hilfreich sein und deswegen würde ich ganz gerne mit meinem Therapeuten darüber reden können.


Das klingt besser, gut.
Warum sagst du deinem Therapeuten das nicht so? Dann muss er dir eine direkte Erklärung liefern warum er ein gfespräch darüber für nicht wichtig hält oder er führt mit dir das Gespräch.

Schöne grüße
vallée
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Post Sun, 12.Mar.06, 16:12      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Hallo @all,

Micky wrote:
Also, hochsensibel bin ich bestimmt, da bin ich mir mittlerweile 1000 %ig sicher, das ist ja auch gar nicht das Problem und mein Therapeut streitet dies auch nicht ab (im Gegenteil, in seinen Berichten steht unter Diagnosen ja auch immer an erster Stelle dass ich in einem sehr hohen Ausmass empfindlich und verletzlich sei) , aber, und das ist der Punkt, er misst meiner HS nicht die gleiche Bedeutung zu, wie ich dies tue und ich denke - ohne dies bewerten zu wollen - das ist einer der Gründe, weshalb er nicht wirklich mit mir darüber reden mag.

Mir scheint, da findet eine Verwechslung zwischen Symptom und Störung statt.
HS, was ja nicht anderes heißt als hohe Empfindlichkeit und Verletzlichkeit, ist ein Symptom, welches bei verschiedenen Störungen auftritt, beispielsweise bei narzisstische Störungen oder der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Also die Ursache ist die Störung/Krankheit, die Empfindlichkeit ist die Folge davon.

Die gesamte Diskussion um HS und dazu gehören auch Internettests, Webseiten und ähnliches, versuchen in meinen Augen rund um das Symptom eine Ideologie aufzubauen. Wir Hochsensiblen (und damit besonderen Menschen) gegen die wenig sensible Gesellschaft. Natürlich ist es schön, Menschen zu finden, die ähnliches erlebt haben und welche bestimmte Gefühle und Verhaltensweisen kennen. Aber dann rundherum eine Weltanschauung daraus zu machen, halte ich für kontraproduktiv.

Das wäre für mich vergleichbar mit den "Lungensensiblen". Das sind alle Menschen, die an Husten leiden. Auch wenn Husten ein Symptom von vielen verschiedenen Erkrankungen ist (Erkältung, Lungenentzündung, Asthma, Raucherlunge etc.) haben wir Lungensensiblen doch etwas geneinsam, was der Rest der Gesellschaft nicht hat, wir husten. Und weil Husten nicht gut klingt, nennen wir uns nun die "Lungensensiblen". Dass der Husten abhängig von der Grunderkrankung ist und auch unterschiedlich behandelt wird, interessiert uns dann nicht mehr. Nur verstehen wir nicht und beklagen, warum uns die Gesellschaft nicht angemessen behandelt und auf unsere sensiblen Lungen so wenig Rücksicht ninmt.


Gruß
Philipp
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Post Sun, 12.Mar.06, 16:40      Re: Während Therapiestunde ausgerastet Reply with quoteBack to top

Liebe Micky,

Micky wrote:
Hast du das während deiner Therapie gelernt oder ist das eine Stärke, die dir schon vorher eigen war? Ich traue es mir irgendwie nicht zu, zu insistieren, weil mich auch das kräftemässig schnell überfordert.

Das kann man so pauschal nicht sagen. Es war so, dass mich etwas total geärgert hat und mir das absolut nicht aus den Kopf ging. Deswegen bin ich ständig auf dieses Thema zurückgekommen, weil es mich ständig beschäftigte. Na ja, dann blieb halt nichts anderes übrig, als dieses Thema zu behandeln - obwohl es eher lästig war, aber alles andere hätte keinen SInn gemacht. Ansonsten schaffe ich es schon auf Dinge zu bestehen, die mir sehr wichtig sind. Bei Kleinigkeiten schaffe ich es auch mal ein Auge zuzudrücken, wobei es dann schon mal passieren kann, dass ich mich nachträglich ärgere, warum ich nichts sagte... Insgesamt habe ich das somit zumindest halbwegs im Griff, wobei es in Teilbereichen verbesserungswürdig ist...

Liebe Grüsse und einen schönen Sonntag!
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