Differenz: Schuld / Verantwortung

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Differenz: Schuld / Verantwortung

Beitrag Mo., 16.03.2009, 13:32

Hallo,

zwar interessiert mich allgemein, was ihr zum Thema meint.

Ich nehme aber mal als Ausgangspunkt, was Dieter Althaus (thüringischer Ministerpräsiden) zu seinem Skiunfall mit tödlichem Ausgang für eine Skifahrein sagte:

Zitat:
"Schuld ist nicht die richtige Kategorie, um ein solch tragisches Unglück zu bewerten. Ich fühle mich aber verantwortlich."
(Zu BILD nach ntv.de)

Kann mir jemand erklären, was er damit sagen wollte.

Grüße
Anastasius

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Grit_45
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 13:44

Hallo!

"Schuld" sagt für mich eine bewusste Beteiligung aus, beinhaltet also so etwas wie Absicht.

"Verantwortung" schließt genau dieses Bewusste bzw. jegliche Absicht aus, leugnet jedoch nicht die Beteiligung an einer Sache oder einem Vorfall, bzw. deren Ursache zu sein.

Ist das so nachvollziehbar für dich?
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 13:53

Hallo Grit_45,

Da bleibe ich mal dran. *g* Gut, dass ich als Intro dieses Beispiel gewählt habe.

Absicht war es sicher nicht. Dennoch ist er wg. Fahrlässigkeit verurteilt, d. h. schuldig gesprochen worden.

Verantwortlichkeit kann doch nicht bedeuten, schlicht dabei gewesen zu sein und/oder in irgendeinem nicht beabsichtigten ursächlichem Zusammenhang damit zu stehen. Oder?

Grüße
Anastasius

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Grit_45
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 14:09

Hallo Anastasius!

Das Thema Schuld im weiteren Sinn hat ja schon viele große Geister beschäftigt. Reihen wir uns also ein *g*

Nein, die bloße Anwesenheit reicht nicht mal zur Fahrlässigkeit aus, aber bemerkenswerterweise hat die Rechtssprechung genau dieses Schlupfloch für die "Nicht-Absicht" und dennoch Schuldhaftigkeit im Sinne der unmittelbaren (!) Beteiligung gefunden.

Mittelbare Beteiligung, also durch bloße Anwesenheit (wobei sich da schon beim Schreiben die Tasten weigern) - kann weder schuldhaft noch verantwortlich sein. Meine ich zumindest.
oder in irgendeinem nicht beabsichtigten ursächlichem Zusammenhang damit zu stehen
Da wird es schwierig. Kommt auf den Einzelfall an, denke ich. Fahrlässigkeit wird auch dem Autofahrer, der "nur" anwesend war, u. U. ja angelastet, hätte er den Unfall verhindern können.
Gruß von Grit Bild

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Beitrag Mo., 16.03.2009, 14:20

@ Grit_45,
Grit_45 hat geschrieben:Das Thema Schuld im weiteren Sinn hat ja schon viele große Geister beschäftigt. Reihen wir uns also ein *g*
Ja bitte, sozusagen als Kleingeister.
Grit_45 hat geschrieben:Nein, die bloße Anwesenheit reicht nicht mal zur Fahrlässigkeit aus, aber bemerkenswerterweise hat die Rechtssprechung genau dieses Schlupfloch für die "Nicht-Absicht" und dennoch Schuldhaftigkeit im Sinne der unmittelbaren (!) Beteiligung gefunden.

Ja, die waren geschickt. Aber was macht man mit dieser "Schlupfloch-Verantwortlichkeit/-Schuld" außerhalb des (Straf-)Rechts?

Grüße
Anastasius

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Grit_45
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 14:30

Anastasius hat geschrieben:@ Grit_45,
Grit_45 hat geschrieben:Das Thema Schuld im weiteren Sinn hat ja schon viele große Geister beschäftigt. Reihen wir uns also ein *g*
Ja bitte, sozusagen als Kleingeister.

Aber was macht man mit dieser "Schlupfloch-Verantwortlichkeit/-Schuld" außerhalb des (Straf-)Rechts?
Ganz kleine bitte. *g*

Also, zu deiner Frage: Ich glaube, das empfindet der einzelne je nach psychischer Robustheit als Schuld oder als Nichtschuld.
Wenn ich neben einem Ertrinkenden stünde und nicht ins Wasser springen könnte, um ihn zu retten - weil ich nicht schwimmen kann - würde ich mich schuldig fühlen, wenn er stirbt; auf eine unklare Art zwar, aber schon. Fragt sich: ist das "verantwortliche" Schuld einer eher zufällig Anwesenden? Eher nicht, oder? - Keine Sicherheit bei der Überlegung jetzt, mehr so ins Unreine gesprochen, auch als "nur so"-Gedanken.

Zu dem Beispiel noch eine Variante. Ich schubse aus purem Versehen das Opfer ins Wasser und kann es aus oben genanntem Grund nicht rausziehen. Dann steigt die Schuldquote? Wohl doch nicht, aber die Verantwortlichkeit schon.
Gruß von Grit Bild

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Beitrag Mo., 16.03.2009, 14:42

@ Grit_45,

bei deinem Beispiel, denke ich, trägst du keinerlei Verantwortung und daraus resultierend auch keine Schuld.

Woraus man ersieht, dass das eine die Voraussetzung für`s andere, aber beides nicht gleichbedeutend ist. So sehe ich es jedenfalls vorerst. D. h., vor dem Diskurs der "ganz kleinen" Geister.
Grit_45 hat geschrieben:Ich schubse aus purem Versehen das Opfer ins Wasser und kann es aus oben genanntem Grund nicht rausziehen. Dann steigt die Schuldquote? Wohl doch nicht, aber die Verantwortlichkeit schon.
Ich denke, da kommt die Kategorie Verantwortlichkeit überhaupt erst zum Zuge.

Grüße
Anastasius

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comus
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 15:39

Der Herr Althaus ist Politiker und Politiker lernen das mit vielen Worten wenig auszusagen.
Zur Verantwortung, kleine Preisfrage, kommt in Politikerreden das Wort Verantwortung oder Schuld häufiger vor?

Ja, Politiker übernehmen für alles gerne Verantwortung (vor allem für das Land und die Bürger ) aber Schuld?

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jennyfer
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 15:57

Grit_45 hat geschrieben:Ich schubse aus purem Versehen das Opfer ins Wasser und kann es aus oben genanntem Grund nicht rausziehen. Dann steigt die Schuldquote? Wohl doch nicht, aber die Verantwortlichkeit schon.
Ich denke, da kommt die Kategorie Verantwortlichkeit überhaupt erst zum Zuge.

Wenn ein Nichtschwimmer so nah am Wasser steht, dass er jemand anderen aufs Versehen rein schubbsen kann, dann ist er sich selber gegenüber ja schon fahrlässig. (mein sehr sehr sehr kleines Geistchen )

Ich mein so von mir unüberlegt, wenn ich mich als Nichtschwimmer so nah am tiefen Wasser aufhalte, dann trage ich nicht mal für mich Verantwortung, könnte mich nicht mal selber "retten"...

Upps dann haben beide verantwortungslos gehandelt. Sind ja beide Nichtschwimmer. Wer trägt jetzt Schuld? Wer die Verantwortung? (so nah am Wasser nicht schwimmen zu können?)


Zugegeben, war dies nur ein Mitschreibmanöver , weil mich dieses Thema zur Zeit belastet. Ich trage keine Schuld für den Unfall, doch eine Mitverantwortung zu gleichen Teilen (über dritte). Und trotzdem bin ich die "Schuldige" bei derer die mich belästigt, tyranisiert. Also glaube ich ist eine Schuldfrage/Verantwortungsfrage (in menschlicher Beziehung) immer Ansichtssache . Wobei es auch viel leichter ist, jemandem eine Schuld zu geben, als selber eine Mitverantworung zu übernehmen (würde ja heißen, auch etwas zu verdauen zu haben).

Ich möchte und kann hier nichts weiteres darüber schreiben.Werde aber gerne mitlesen. Vllt hilft mir das ein oder andere Mal ein Satz von hier.

Lg. jennyfer_
...

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(V)
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 16:02

Ich bringe Schuld eher mit Einsicht in Verbindung.

Schuld ist für mich trotz besseren Wissen etwas falsch gemacht zu haben. Mit der Betonung auf das "falsch".

Verantwortung ist erst mal ein Begriff, der unabhängig von Wertungen wie "falsch" oder "richtig" ist. Eine sachliche Darstellung von kausalen Zusammenhängen. Im Falle einer negativen Verantwortung würde ich den Unterschied zur Schuld darin sehen, dass derjene es zu diesem Zeitpunkt nicht hatte besser wissen können.

Ist das nicht die Essenz jedweden Schuldgefühls? Die quälende Fragen, ob man etwas besser hätte machen können, verhindern können, ob man etwas besser hätte wissen müssen? ("Ich glaube, dass ich Schuld habe/ haben könnte")

Wer sich dessen sicher ist, dass es "seine Schuld" war, dass er eigentlich besser wusste, ihm das aber z.B. egal war in dem Moment, der hat ja in dem Sinne keine Schuldgefühle mehr, sondern dann geht man gleich zu REUE oder GLEICHGÜLTIGKEIT über. ("Ich weiß, dass ich Schuld habe")

Kommt jetzt jemand zu dem fest Schluss, dass er "NUR" verantwortlich ist, vielleicht sogar nur mit-verantwortlich, wird vermutlich kein Schuldbewusstsein entstehen. Mit der einfachen Begründung: "Ich habe in der damaligen Situation nach meinem damaligen besten Wissen/Gewissen gehandelt, was ich für angebracht hielt."

Und eigentlich kann man auch nicht mehr von jemanden erwarten als dass: Dass man im Hier und Jetzt nach besten Stand des Gewissens handelt. Selbst wenn es sich HINTERHER als falsch herausstellt.

Ich fürchte, selbst wenn jemand zu der Erkenntnis kommt: "Heute würde ich selbstredend anders handeln, das nicht mehr tun." ist das immer noch von Schuld im Sinne von REUE und FEHLER BEDAUERN entfernt.

Man kann ja durchaus einen Fehler eingestehen und ihn als "notwendige Entwicklungserfahrung" ansehen, d.h. OHNE ihn zu bedauern.

Was zu der Frage führt: Was bringt einen denn dazu etwas zu... bedauern? Vielleicht nur, wenn das Ergebnis des alten Fehlers noch immer in die Gegenwart mithineinspielt und man das gerne rückgängig machen würde. Zumindest den Konsequenzen, die es auf die Gegenwart, entkommen zu wollen.

Fehler, die einen auf dem persönlichen Weg weiterbrachten, die keine Auswirkung mehr auf das Jetzt haben, bedauert man für gewöhnlich nicht, selbst wenn man weiß, dass man dafür verantwortlich war. Dann gibt es auch kein Schuldgefühl.

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Grit_45
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 16:15

Ganz interessante Gedanken.

Ich sehe im Grunde "Schuld" aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Einmal im Sinne von "Jeder wird schuldig, es gibt kein Leben ohne Schuld", wie ein Stein, der ins Wasser fällt (ej, schon wieder das Wasser! ) und Kreise zieht. Würde DAS jetzt aber schon der Verantwortlichkeit zurechnen.
Und gleichzeitig: "Niemand trägt Schuld an irgend etwas, wenn man es kausal sieht". Stimmt aber auch nur bedingt, nach den obigen Überlegungen.
Fehler, die einen auf dem persönlichen Weg weiterbrachten, die keine Auswirkung mehr auf das Jetzt haben, bedauert man für gewöhnlich nicht, selbst wenn man weiß, dass man dafür verantwortlich war. Dann gibt es auch kein Schuldgefühl.
@gothika
So sehe ich das für mich zwar eigentlich auch, aber was, wenn andere dabei zu Schaden kamen?
Gruß von Grit Bild

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today
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 16:37

Beides trägt man - Schuld / Verantwortung.

An ersterer trägt man glaube schwerer, wenns so schwer wird, dass man darunter zusammenbricht / und sich so oder anders selbst richtet, erfüllt Schuld-annahme m.E. nicht mehr ihren Zweck, der ja nur in Gegenwart/Zukunft liegen kann und neben dem er-Tragen der Schuld auf Vermeidung solcher schuld-auslösenden Momente gerichtet ist.

Verantwortung haben wir denke in jedem Moment, den wir wach sind. Verantwortung tragen wir glaube selbst für unsere Gedanken, denn dem einen Gedanken folgt der nächste und aus Gedanken (nicht nur) bauen wir unsere Art zu leben.
und tschüss, das ist mir zu viel wortzensur hier

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Beitrag Mo., 16.03.2009, 18:03

@ comus,

hoffentlich ist der Einsendeschluss noch nicht verpasst.
comus hat geschrieben:Zur Verantwortung, kleine Preisfrage, kommt in Politikerreden das Wort Verantwortung oder Schuld häufiger vor?
Eindeutig "Verantwortung". Allerdings in zweierlei Bedeutung. Wenn es die der anderen ist, ist es gleichbedeutend mit Schuld. Wenn es die eigene ist, mit gar nichts.

Und in Zeiten des Werteverfalls die Frage, was kriegt der Gewinner, außer Lob und Anerkennung?


Grüße
Anastasius

P. s. Wie ich dich kenne , sind es Aktien. Die Unterliegen auch dem Werteverfall. Also bitte was Solides.
Zuletzt geändert von Gast am Mo., 16.03.2009, 19:03, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag Mo., 16.03.2009, 18:46

@ Gothika,
Gothika hat geschrieben:Ich bringe Schuld eher mit Einsicht in Verbindung.
ich weiß nicht, ob ich dich da richtig verstanden habe. Ich antworte dennoch. Für mich ist Einsicht, um anderen Schuld zuzuschreiben oder mir selbst nicht Bedingung. Es reicht, wenn ich meine, ich oder der andere hätte etwas sehen, anders handeln können.
(Das setzt natürlich das grundlegende Postulat von Freiheit voraus. Das würde ich aber hier ungern diskutieren. )

Gothika hat geschrieben:Im Falle einer negativen Verantwortung würde ich den Unterschied zur Schuld darin sehen, dass derjene es zu diesem Zeitpunkt nicht hatte besser wissen können.
Das habe ich nicht verstanden mit der negativen Verantwortung.
Gothika hat geschrieben:Ist das nicht die Essenz jedweden Schuldgefühls? Die quälende Fragen, ob man etwas besser hätte machen können, verhindern können, ob man etwas besser hätte wissen müssen? ("Ich glaube, dass ich Schuld habe/ haben könnte")
Oder auch, das Wissen, dass man hätte besser machen, anders handeln können? Die Frage "Ob?" lässt das Genze ja noch in der Schwebe.
Gothika hat geschrieben:Wer sich dessen sicher ist, dass es "seine Schuld" war, dass er eigentlich besser wusste, ihm das aber z.B. egal war in dem Moment, der hat ja in dem Sinne keine Schuldgefühle mehr, sondern dann geht man gleich zu REUE oder GLEICHGÜLTIGKEIT über.
Mir scheint der Übergang nicht so schnell zu gehen. Und, zur Gleichgültigkeit? Hm, na ja, es gibt die kuriosesten Leute. Vielleicht auch solche.
Gothika hat geschrieben:Kommt jetzt jemand zu dem fest Schluss, dass er "NUR" verantwortlich ist, vielleicht sogar nur mit-verantwortlich, wird vermutlich kein Schuldbewusstsein entstehen.
Aber was heißt da dann "verantwortlich"? Bei Schuld, man ist (Mit-)Verursacher oder Begünstigender irgendeines Übels. Und aus Schuldbewußtsein folgt irgendetwas. Schelchtes Gewissen, Reue, Wiedergutmachung o. ä. Und aus reiner Verantwortung folgt . . . ?

Gothika hat geschrieben:Und eigentlich kann man auch nicht mehr von jemanden erwarten als dass: Dass man im Hier und Jetzt nach besten Stand des Gewissens handelt. Selbst wenn es sich HINTERHER als falsch herausstellt.
Comus hatte eine Preisfrage eingebracht. Da will ich auch mal eine stellen. Woran erkennt man, dass man nach bestem Gewissen handelt(e)? Schließlich gibt es doch Rationalisierungen und so ein Zeugs.

Gothika hat geschrieben:Ich fürchte, selbst wenn jemand zu der Erkenntnis kommt: "Heute würde ich selbstredend anders handeln, das nicht mehr tun." ist das immer noch von Schuld im Sinne von REUE und FEHLER BEDAUERN entfernt.
Wie meinst du das mit dem Fürchten. Warum fürchtest du das?
Gothika hat geschrieben:Man kann ja durchaus einen Fehler eingestehen und ihn als "notwendige Entwicklungserfahrung" ansehen, d.h. OHNE ihn zu bedauern.
Sofern er andere, mir wichtige Menschen angeht, kann ich das nicht.

Gothika hat geschrieben:Was zu der Frage führt: Was bringt einen denn dazu etwas zu... bedauern? Vielleicht nur, wenn das Ergebnis des alten Fehlers noch immer in die Gegenwart mithineinspielt und man das gerne rückgängig machen würde. Zumindest den Konsequenzen, die es auf die Gegenwart, entkommen zu wollen.
Das ist ein für mich merkwürdiger Punkt. Ich bedauere das ein oder andere aus der Vergangenheit, ohne es als Fehler anzusehen. Der dann natürlich auch nicht als Fehler in die Gegenwart mit hineinspielt. Hm, vielleicht kennt das irgendjemand hier. Hört sich jedenfalls merkwürdig an. Kann es aber nicht besser sagen.

Grüße
Anastasius

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Clara11
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Beitrag Mo., 16.03.2009, 19:09

Guten Abend,

Schuld bedeutet m. E. n. etwas bewußt zu tun um jemanden zu schaden, z. B. wenn ich meinem Ex Pferdehaare hinter die Büroheizung tun würde und der dann fast an einem Asthmaanfall erstickt. Schuld ist man auch, wenn man sich in einen Zustand versetzt, indem man nicht mehr Herr seiner Sinne ist und dann einen Unfall verursacht, der andere verletzt oder gar tötet. Geht man bei rot über die Ampel und fährt dann ein Auto gegen ein anderes hat man fahrlässig gehandelt, aber nicht mit Absicht - fahrlässig. Verantwortlich für den Schaden ist man schon.

Althaus hat wohl eher fahrlässig gehandelt, er wollte bestimmt niemanden umfahren. Das er sagt, er sei nicht Schuld, meint wohl, dass er das eben nicht mit Absicht getan hat. Verantwortung wird er empfinden, weil er unachtsam war und deshalb jemand gestorben ist. So er nicht nur Politiker sondern auch Mensch, wird er hoffentlich sich hoffentlich entschuldigen.
Das Leben ist wie Salzwasser, je mehr man davon trinkt, je durstiger wird man.
Dagestanisches Sprichwort

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