Sydney-b hat geschrieben: So., 11.02.2024, 00:48
Könntest du vielleicht mal ein konkretes Beispiel schildern?
Danke für die Nachfrage!
Ich hatte ziemlich Schwierigkeiten, ein passendes Beispiel zu finden.
Mir kam das Thema selbst etwas absurd vor, und hab überlegt, ob ich mir unpassendes Verhalten auch bei mir selbst einfach nur schön rede, aber so einfach ist es glaub ich leider doch nicht.
Ich bin ziemlich verdreht.
Ich hatte zum Beispiel einen Hausarzt, zu dem ich immer gegangen bin und direkt gesagt hab, was ich möchte(Rezepte, AUs, Bescheinigungen...) und hab das ohne großes Erklären oder Nachfragen auch direkt bekommen. Wenn ich mit Beschwerden hingegangen bin, hat er das nicht so ernst genommen und direkt für psychisch gehalten, wenig abgeklärt oder überwiesen, es ging dann auch nach kurzer Zeit wieder weg.
Ich bin dann etwas weiter weg gezogen und hatte dann auch mal eine andere Hausärztin, die sehr genau war, Medikamentenänderungen immer erst nach Blutentnahme, vorher und nachher ausführliches Arztgespräch und immer viele Nachfragen zu meiner Lebenssituation, regelmäßige Termine, für Medikamente direkt in der Apotheke angerufen.
Ich gehe jetzt doch immer noch zu meinem früheren Hausarzt, weil das für mich so weniger anstrengend ist. Ich denke mir aber, dass ich da nicht gut aufgehoben bin, wenn ich doch etwas ernsteres hätte oder das dort vielleicht gar nicht festgestellt werden würde. Andererseits war es noch gar nicht notwendig und es ist ganz gut, dass er da entspannt bleibt und da nicht so auf mich eingeht.
Ich komme mit Menschen viel besser zurecht, von denen ich den Eindruck habe, dass sie sich nicht für mich persönlich interessieren, sonst hab ich eher einen Fluchtimpuls, aber für eine Partnerschaft funktioniert das für mich nicht mehr, habe ich mittlerweile festgestellt.
Bei Therapeuten ist das auch so, dass ich mir eher jemanden aussuchen würde, der mir gegenüber eher abgeneigt ist. Und da weiß ich nicht, ob das sinnvoll oder fahrlässig ist. Das Verhalten wäre zum Beispiel, kritisch oder zurückhaltend mit einem Therapieangebot zu sein, Stunden früher beenden oder später anfangen, die Therapiestunden frei zur Verfügung stellen, häufigeres Nachfragen von bereits Erzähltem.
Das könnte dann auf Desinteresse oder Abneigung hindeuten. Ich will aber auch nichts Böses unterstellen. Es könnte auch sein, dass sich der Therapeut auf mich einstellt. Ich weiß nicht, ob ein Interesse an mir persönlich wichtig oder eher schädlich für eine Therapie ist. Grundsätzlich muss das nichts über die Fachkompetenz oder ob er seine Arbeit ernstnimmt aussagen. Bei Desinteresse fällt es mir dann zum Beispiel auch leichter, etwas zu erzählen, was ja gut ist. Mich setzt das weniger unter Druck und dann bin ich weniger blockiert und hab weniger Angst mich zu verlieren.
Ich halte mich aber auch für sehr naiv, das Verhalten als wohlwollend mir gegenüber anzusehen und nicht als erste Zeichen, dass etwas schief laufen könnte.