candle. hat geschrieben: Mo., 03.03.2025, 16:42 Nichts gegen dich EOG, dafür kenne ich dich hier zu lange und will da auch nicht ungerecht sein, aber das ist doch das Problem, dass keiner mehr über sich reden will. Das sehe ich ja laufend hier im Forum und finde es absolut schade. Nun drückt "man" seine Aggressivität und Wut dann über diese Meldungen aus, sehr schade! Aber wie gesagt, das ist allgemein gesagt und nicht speziell gegen dich, sondern für mich augenfällig hier im Forum und teilweise auch in der realen Welt.

Ja, OT. Aber: Was deine Familie angeht ... Ich weiss gerade nicht, was sie getan haben, aber was es auch immer ist - sexuelle Übergriffe, körperliche Gewalt, emotionale Gewalt oder Vernachlässigung ... Dazu gibt es Fachliteratur, zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Oder du fragst deine Therapeutin oder deinen Therapeuten, falls du gerade in Therapie bist (die sind ja "vom Fach"). Ich würde das tun, es dient der Weiterentwicklung.Und über was informierst du dich da? Ich versuche das auch manchmal, komme aber in Bezug zu meiner Familie einfach nicht dahinter. Vielleicht vererbt sich "das Böse" doch auch genetisch? Zur Zeit wird das ja noch abgelehnt. Aber OT.
Das klingt vielleicht seltsam und vielleicht bin ich ein Einzelfall, aber bei meiner Familie war es ja so, dass mir Emotionen oder Schuldzuweisungen nicht weitergeholfen haben. Aus dem einfachen Grund, dass die Täter stärker waren und oft selbst eine Impulskontrollstörung haben. Und weil's an die Substanz ging, hatte ich auch keine Zeit darauf, zu warten, dass die Gesellschaft mich rettet. Also habe ich mich informiert. Das hat mir auch geholfen, für meine Rechte einzustehen. Als Kind fühlt man sich manchmal abhängig von den Eltern und glaubt, ohne sie verloren zu sein. Und manche Täter wenden anderen gegenüber Gewalt an usw., um sich selbst zu erhöhen. Die rechnen nicht damit, dass sich das Opfer wehrt (was für Opfer auch ein Vorteil sein kann, jemand, der sich nicht bedroht fühlt, wird unachtsam. Aber das gilt wohl nur, wenn man langfristiger Gewalt ausgesetzt ist ...).
Ja, vielleicht. Also, mir gibt es keinen Kick. In der Realität ist es für die Opfer schrecklich und die Täter sind krank (und nicht mächtig oder so).Man kann wohl aus beiden einen Kick ziehen.Ich sehe aber auch einen Unterschied zwischen notwendiger Recherche oder Dingen wie "True Crime", bei denen man aus dem Leid anderer einen Kick zieht (ist nicht als Angriff gemeint, falls das hier jemand mag).
Die Toten? Die haben nichts mehr davon. Den Überlebenden kann es sehr helfen, wenn sie mit einem belastenden Erlebnis nicht alleine gelassen werden, sondern die Gesellschaft eingreift und hilft. Das kann den Unterschied zwischen schneller Genesung und jahrelangen psychischen Problemen machen. Vielleicht, weil es wichtig ist, dass auf etwas Belastendes wieder etwas Positives folgt.Was ist, wenn es um Empathie für die Opfer geht?Beide fragen werde ich mal getrennt betrachten.
Nun, ehrlich gesagt, da will ich dir auch nicht zu nahe treten, denke ich nicht, dass es sich ausschließlich um Empathie dreht. Und wenn ja: Was haben denn die Opfer jetzt davon?
Okay. Das verstehe ich. Aber es muss ja nicht bei der Schlagzeile bleiben. Man kann auch Aufmerksamkeit generieren, damit man zusammen als Gesellschaft etwas verbessern kann. Oder schließt du das für dich aus?Würden die an meiner Tür klingeln und mich trösten dann wäre das für mich eher empathisch, aber auch ich mußte mittlerweile lernen, dass man in der ersten Notfallsituation einfach eine Schlagzeile bleibt und es klingelt eben GAR KEINER. Und da frage ich mich auch, ob so mancher gerne den Kick mitnimmt und einen weiter alleine im Dreck sitzen läßt? Denn die Menschen leiden eben länger als nur diesen einen Tag.
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Der Täter von Mannheim ist Deutscher ohne Migrationshintergrund. Angeblich psychisch krank (und hat eine rechte Vergangenheit). Mittlerweile frage ich mich manchmal, ob psychisch krank hier nicht eine Ausrede dafür ist, dass die Täter keine Verantwortung übernehmen müssen und fröhlich weitermachen können ... Aber vermutlich fühle ich mich nur ohnmächtig.