Therapieende macht mich fertig
Zum Thema Abhängigkeit: wir sind als Menschen grundsätzlich abhängig von anderen, weil wir soziale Wesen sind. Also auch dann, wenn wir erwachsen sind und alleine leben und uns mit allem versorgen können. Das "ausmerzen" zu wollen ist weder machbar noch sinnvoll. Als Therapeut jemanden von sich zu stoßen der gerade angefangen hat zu bemerken, dass der Kontakt zu Mitmenschen eine bisher unbefriedigte Sehnsucht anspricht, ist genauso wenig sinnvoll. Die Botschaft dahinter: komm bloß nicht zu nah, das ist gefährlich. Hm. Man kann es evtl. so sehen, dass sie wirklich dich schützen will, weil sie deinen Bedürfnissen nicht mehr angemessen begegnen kann, weil die Stunden zuende sind. Aber ansonsten wäre eine Therapie geeignet, genau da durchzugehen. So etwas wie eine Abhängigkeit (ui, böses Wort) dürfte sich entwickeln und wieder verschwinden. Dass einem ein Therapeut im Laufe einer langen Therapie wichtig wird, ist nämlich normal. Mir ist sogar mein Frauenarzt wichtig in dem Sinne, den kenne ich über zehn Jahre und in der Zeit ist viel passiert. Gutes und schlechtes. Darum mag ich ihn als Menschen sehr. Vermutlich werde ich ihn vor seinem baldigen Ruhestand nicht mehr wiedersehen, und auch das ist ok. Es rettet dich nicht, Menschen nie nahe zu kommen (aus Angst vor Abhängigkeit), und damit die Fähigkeiten die du hast in Bezug auf Bindung und Beziehung nicht zu erproben und zu entwickeln.
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Ich wäre auch bereit, die Abhängigkeit durchzuarbeiten. Ja, vielleicht in einer anderen Therapie. Aber gerade wird es eben durch den Abschied getriggert, das Thema. Macht es auf dich den Eindruck, dass sie mich von sich stößt? Interessanter Gedanke, habe ich so noch nicht gedacht, aber irgendwie schon gefühlt...
Aber was soll sie auch machen. Es gibt so viele Themen, die ich noch gerne mit ihr besprechen würde. Selbst dafür gibt es keine Zeit mehr. Dann muss sie ja irgendwie eine Schlusslinie ziehen. Ich versuche mich gerade in ihre Lage zu versetzen. Naja.
Aber was soll sie auch machen. Es gibt so viele Themen, die ich noch gerne mit ihr besprechen würde. Selbst dafür gibt es keine Zeit mehr. Dann muss sie ja irgendwie eine Schlusslinie ziehen. Ich versuche mich gerade in ihre Lage zu versetzen. Naja.
In was für einer Lage soll sie denn sein?SpaceOddity hat geschrieben: So., 23.03.2025, 22:26 Ich versuche mich gerade in ihre Lage zu versetzen. Naja.
candle
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Ich denke da du jetzt Bedarf an einer Therapie hast wo es vorrangig um die Arbeit mit der therapeutischen Beziehung geht wäre es sinnvoll jetzt zu einer tiefenpsychologischen Therapie zu wechseln. Weil die Verhaltenstherapie garnicht dafür gemacht ist die Beziehung zum Therapeuten und was sie in einem triggert ins Zentrum der Therapie zu stellen.
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kannst du dir das wirklich nicht vorstellen?
Die Therapeutin geht davon aus dass sie mit der Diagnose der TE keine Verlängerung bekommt. Also ist sie in der Lage dass sie diese Therapie beenden muss. Eigentlich ganz einfach.
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Exakt.chrysokoll hat geschrieben: Mo., 24.03.2025, 08:28kannst du dir das wirklich nicht vorstellen?
Die Therapeutin geht davon aus dass sie mit der Diagnose der TE keine Verlängerung bekommt. Also ist sie in der Lage dass sie diese Therapie beenden muss. Eigentlich ganz einfach.
Da du mir ja leider nur über eine Userin antworten kannst, die ich gesperrt habe:
Die Frage ist und bleibt für mich wie du auf eine Abhängigkeit kommst, wenn das eine VT so gar nicht hergibt. Das hat müki auch erklärt. Möglicherweise findet die Beziehung in dir statt, aber weniger bei der Therapeutin.
Ja, wahrscheinlich gibt es gleich wieder Aufschreie, aber ich denke diese "Abhängigkeit" sollte überdacht werden, wovon die eigentlich ist. Ich denke nicht, dass es zwangsläufig der Mensch Therapeut ist, sondern etwas anderes.
candle
Unter deiner Brille machst du jetzt kein therapeutisches Beziehungsende, sondern ein anderes.SpaceOddity hat geschrieben: So., 23.03.2025, 22:26 Macht es auf dich den Eindruck, dass sie mich von sich stößt? Interessanter Gedanke, habe ich so noch nicht gedacht, aber irgendwie schon gefühlt...
...
Selbst dafür gibt es keine Zeit mehr. Dann muss sie ja irgendwie eine Schlusslinie ziehen. Ich versuche mich gerade in ihre Lage zu versetzen. Naja.
Die Frage ist und bleibt für mich wie du auf eine Abhängigkeit kommst, wenn das eine VT so gar nicht hergibt. Das hat müki auch erklärt. Möglicherweise findet die Beziehung in dir statt, aber weniger bei der Therapeutin.
Ja, wahrscheinlich gibt es gleich wieder Aufschreie, aber ich denke diese "Abhängigkeit" sollte überdacht werden, wovon die eigentlich ist. Ich denke nicht, dass es zwangsläufig der Mensch Therapeut ist, sondern etwas anderes.
candle
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Kein Aufschrei, nur ein Einwand, candle.
Eine VT gibt - eventuell - die Bearbeitung einer emotionalen Abhängigkeit nicht her; sehr wohl aber die emotionale Abhängigkeit selbst. Denn natürlich hat das größtenteils was mit den eigenen Projektionen zu tun und viel weniger mit dem "Mensch Therapeut". Wobei ich dabei bleibe, dass diese Abhängigkeiten doch eher ein Ding von bindungsgestörten Menschen sind, die auf Therapeuten treffen, die viel dazu tun, dass man sich emotional an sie "klettet".
Meine emotionale Abhängigkeit bezog sich ebenfalls auf eine VT, das erlebe ich jetzt in TfP so gar nicht.

Eine VT gibt - eventuell - die Bearbeitung einer emotionalen Abhängigkeit nicht her; sehr wohl aber die emotionale Abhängigkeit selbst. Denn natürlich hat das größtenteils was mit den eigenen Projektionen zu tun und viel weniger mit dem "Mensch Therapeut". Wobei ich dabei bleibe, dass diese Abhängigkeiten doch eher ein Ding von bindungsgestörten Menschen sind, die auf Therapeuten treffen, die viel dazu tun, dass man sich emotional an sie "klettet".
Meine emotionale Abhängigkeit bezog sich ebenfalls auf eine VT, das erlebe ich jetzt in TfP so gar nicht.
Auch eine VT ist eine Beziehung zwischen zwei Menschen. Inwiefern das beabsichtigt ist oder damit gezielt gearbeitet wird, spielt dafür keine Rolle.candle. hat geschrieben: Mo., 24.03.2025, 11:04 Die Frage ist und bleibt für mich wie du auf eine Abhängigkeit kommst, wenn das eine VT so gar nicht hergibt.
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Eben. Auch Verhaltenstherapeuten bauen sehr bewusst eine therapeutische Beziehung auf, weil das als wichtiger Wirkfaktor in einer Therapie längst erwiesen ist.
Ansonsten könnte man wirklich ein striktes Manual mit einer Maschine abarbeiten.
Ansonsten könnte man wirklich ein striktes Manual mit einer Maschine abarbeiten.
Ist ja nichts anderes wie ich schreibe oder meine Amorfati.amorfati hat geschrieben: Mo., 24.03.2025, 12:12 Kein Aufschrei, nur ein Einwand, candle.![]()
Eine VT gibt - eventuell - die Bearbeitung einer emotionalen Abhängigkeit nicht her; sehr wohl aber die emotionale Abhängigkeit selbst. Denn natürlich hat das größtenteils was mit den eigenen Projektionen zu tun und viel weniger mit dem "Mensch Therapeut". Wobei ich dabei bleibe, dass diese Abhängigkeiten doch eher ein Ding von bindungsgestörten Menschen sind, die auf Therapeuten treffen, die viel dazu tun, dass man sich emotional an sie "klettet".

Allgemein wird mir das hier im Forum einfach zu inflationär angegangen. Das stört mich!
Das finde ich klasse! Nur woran liegt es? Vielleicht bist du vorher doch "gewachsen"? Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Therapieform oder Therapeut da etwas angestoßen hat. Oder meinst du doch? Interessant ist es schon! Und toll! Und wenn es da ein Rezept gibt, könnte das anderen zur Verfügung gestellt werden.Meine emotionale Abhängigkeit bezog sich ebenfalls auf eine VT, das erlebe ich jetzt in TfP so gar nicht.
Ich kann krasse Abhängigkeiten in meinen Umfeld beobachten, habe das auch viel besprochen und es war immer klar woran es liegt, aber meistens wird diesem gefolgt wie ein Lemming. Ich verstehe das nicht und ich bin ganz sicher auch bindungsgestört.
Wäre vielleicht ein Thema mal zu fragen. Nagut, sorry, ich will hier auch nicht stören... OT.
candle
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Ich könnte dir eine PN schreiben, wenn du Genaues wissen willst, candle. Hier möchte ich die Details nicht mehr groß ausbreiten. Nur soviel: es liegt an verschiedenen Faktoren. Ich bin nicht mehr (so) instabil wie damals, meine jetzige Therapeutin ist ganz klar abgegrenzt, das Thema mit der damaligen Therapeutin geklärt und ich habe mich mit meinen bedürftigen/kindlichen/abhängigen Anteilen viel besser arrangiert bzw. andere Wege gefunden, die zu "befriedigen", wenn sie doch mal wieder hochkommen (was nur noch ganz selten der Fall ist).
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Hey candle, ich kann dir natürlich direkt antworten. Ich habe in dem Moment einer anderen userin geantwortet, weil ich ihren Text als sehr zutreffend empfand. Ich denke, das ist in Ordnung.
Ich habe hier nach dem Umgang mit dem Therapieende gefragt. Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht so recht, worauf du hinaus möchtest.
Ja, es gibt eine Abhängigkeit. Es gibt eine therapeutische Beziehung. und auch ja: bindungsgestörte Menschen wiederholen eventuell alte Muster. Dennoch habe ich zu meiner Therapeutin eine Art von Bindung und Beziehung aufgebaut. Sie hat damit auch offensichtlich gearbeitet.
Ich habe wie gesagt noch Themen, die auch in einer VT behandelt werden könnten. Ich könnte an vielen meiner Verhaltensweisen noch intensiver arbeiten. Es war für mich das erste Mal Therapie in der Art, ich musste mich ja erst einmal hineinfinden. Erst einmal diese Bindung und Vertrauen aufbauen. Wenn mir das nun "genommen" wird, macht mich das leider etwas ratlos und hilflos.
Ich habe hier nach dem Umgang mit dem Therapieende gefragt. Um ehrlich zu sein, verstehe ich nicht so recht, worauf du hinaus möchtest.
Ja, es gibt eine Abhängigkeit. Es gibt eine therapeutische Beziehung. und auch ja: bindungsgestörte Menschen wiederholen eventuell alte Muster. Dennoch habe ich zu meiner Therapeutin eine Art von Bindung und Beziehung aufgebaut. Sie hat damit auch offensichtlich gearbeitet.
Ich habe wie gesagt noch Themen, die auch in einer VT behandelt werden könnten. Ich könnte an vielen meiner Verhaltensweisen noch intensiver arbeiten. Es war für mich das erste Mal Therapie in der Art, ich musste mich ja erst einmal hineinfinden. Erst einmal diese Bindung und Vertrauen aufbauen. Wenn mir das nun "genommen" wird, macht mich das leider etwas ratlos und hilflos.
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Ich dachte übrigens, damit ist gemeint: transference focused psychotherapy (tfp) / übertragungsfokussierte Psychotherapie. Das habe ich beim Googeln gefunden, aber ich weiß nicht, wo man sowas machen kann. Ansonsten vielleicht tiefenpsychologisch, ja.Arakakadu hat geschrieben: Mo., 17.03.2025, 16:46 Tiefenpsychologische oder psychodynamische Psychotherapie. Ja gibt es auch als Kassenleistung. Ist eines der 3 Hauptverfahren. Leider kann ich dir nicht helfen, es kommt immer drauf an wo du wohnst aber du kannst das bestimmt leicht googlen
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