Austausch zwischen Uno's und Multi's

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie, Bipolaren Störungen ('Manisch-Depressives Krankheitsbild'), Wahrnehmungsstörungen wie zB. Dissoziationen, MPS, Grenzbereichen wie Borderline, etc.

leberblümchen
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:05

Mio, ich verstehe deinen letzten Beitrag nicht. Ich habe hier nur wiederholt so was gelesen wie: "Wenn es dich wirklich interessiert, wie ein Multi fühlt, dann erzähle ich es dir". Das ist dann aber kein Austausch, sondern eine Vorlesung. Wäre an sich nicht auffällig; auffällig finde ich nur, dass kein Multi sagt: "Erzählt mal, ihr Nicht-Multis, wie ihr euch fühlt". Stattdessen heißt es wiederholt: "Ihr fühlt euch ja bestimmt alle so...".

Möchte mich jetzt aber auch von diesem Thread verabschieden - ich habe genug gelesen (und mehr als genug geschrieben ).

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lilu
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:06

Hallo Leberblümchen,
leberblümchen hat geschrieben:wohingegen kein Multi fragt, wie ein Nicht-Multi fühlt;
Das kann ich so nicht stehen lassen, meine Freundinnen sind alle Nicht-Multi. Und ich interessiere mich wohl für ihre Gefühlswelt. Zumal ja meine Familie ja auch UNO-Nicht-Multis sind. Ich denke, dass man das nicht verallgemeinern kann.

LG Lilu
Und mit Entzücken blick ich auf, so manchen lieben Tag;
Verweinen laßt die Nächte mich, solang ich weinen mag.

Goethe


leberblümchen
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:08

(Noch ganz kurz, dann aber wirklich weg: Ich bezog mich nur auf dieses Forum.)


Jenny Doe
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:09

Hallo mio
sorry, aber da bewegst Du Dich echt im "Tal der Ahnungslosen". Vielleicht integrierst Du erst mal Deine eigene Unfähigkeit Dich auf "andersartiges" einzulassen bevor Du so redest.
Zunächst mal finde ich es schade, dass Du so reagierst anstatt Vincent seine Frage zu beantworten.

Zum anderen ist Vincents Frage absolut berechtigt. Die Frage nach der Namensgebung (und damit Individualisierung von Persönlichkeitsanteilen) als DIS-aufrechterhaltender Faktor wird auch in Fackkreisen (nicht nur von den "bösen Skeptikern") diskutiert (siehe z.B. Fiedler).
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.

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mio
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:11

Hallo Leberblümchen,

Austausch meint unter anderem: Jemand stellt eine Frage, jemand antwortet. Hier hat kein Betroffener aus meiner Beobachtung heraus monologisiert oder so.

Diese "Monologisierung" erschaffst Du gerade. Und darauf bezog sich meine Antwort. Dass Du das unter Umständen tatsächlich nicht verstehen kannst ist für mich zB. wirklich schwer verständlich. Ich habe allerdings vermehrt den Eindruck gewonnen, dass Dich andere Meinungen dazu - als Deine eigene - sowieso nicht ernsthaft interessieren.

Verständnis/Zustimmung = good Guy. Unverständnis/Fragen = bad Guy.

Sorry, aber da kann ich nicht so gut drauf.

Lieben Gruss,

mio


mio
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:15

Hallo Jenny,
Jenny Doe hat geschrieben:
Zunächst mal finde ich es schade, dass Du so reagierst anstatt Vincent seine Frage zu beantworten.

Zum anderen ist Vincents Frage absolut berechtigt. Die Frage nach der Namensgebung (und damit Individualisierung von Persönlichkeitsanteilen) als DIS-aufrechterhaltender Faktor wird auch in Fackkreisen (nicht nur von den "bösen Skeptikern") diskutiert (siehe z.B. Fiedler).
ich denke mal Vincent kann meine Antwort schon ab...Vincent????...

Dass das mit der Namens"gebung" kritisch gesehen wird weiss ich, ich habe eine Thera die da auch so arbeitet - also eher Richtung "Angst vor noch mehr Splitting". Aber Namen werden in der Regel eben nicht gegeben, so es wirkliche "Namen" sind sondern allenfalls genannt. Alles andere dient meiner Erfahrung nach nur einer "Zuordnung" und diese Zuordnung war für uns zB. sehr wichtig.

Lieben Gruss,

mio


Vincent
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:20

mio hat geschrieben:
Vincent hat geschrieben: Aber was mir hier (im Forum) oft auffällt, und was ich fatal finde, ist, dass manche mit DIS ihre 'autonomen Personen' ewig aufrecht erhalten werden, wenn sie ihre Existenz ständig 'verniedlichen' und ihnen Namen geben usw. Das fördert nicht gerade den Integrationsprozess.
sorry, aber da bewegst Du Dich echt im "Tal der Ahnungslosen". Vielleicht integrierst Du erst mal Deine eigene Unfähigkeit Dich auf "andersartiges" einzulassen bevor Du so redest.
Wo bin ich denn da ahnungslos (und unfähig), liebe mio?
"Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu." (Horvàth)


Vincent
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Beiträge: 1840

Beitrag Di., 29.12.2015, 19:23

Hallo lilu,
lilu hat geschrieben:
Vincent hat geschrieben: und ihnen Namen geben usw. Das fördert nicht gerade den Integrationsprozess.
Aber man gibt ihnen doch nicht bewusst Namen, sie HABEN einfach welche.
Ja, das weiß ich. Sie haben Namen. Aber wenn 'man' als ANP (u. a. durch Nennung der Namen oder Bezeichnungen) die Autonomie der Anteile immer wieder bestärkt, dann werden sie auch autonom bleiben. Das wollte ich sagen.
"Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu." (Horvàth)

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Joe-Cohen
Helferlein
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Beiträge: 37

Beitrag Di., 29.12.2015, 19:28

Die Persönlichkeitsanteile meiner Frau, aber nur die, die nach außen dringen, haben auch Namen. Gut so, denn wäre das alles eins, meine Frau wäre tot.
Wenn ich eines verstehe, dann dass das notwendig ist.
Meine Frau hat sich die auch nicht ausgesucht. Die entstehen wohl. Ich glaube heute, dass die Namen irgendwie Bezug auf das Trauma haben. Vielleicht hieß ein Freund so, eine Romangestalt oder was weiß da ich. Fantansiewelt um zu überleben. Glaube ich.
Das die heute noch so heißen erkläre ich mir damit, daß sie (also meine Frau) noch immer nicht soweit ist es anzunehmen.
Und?
Ist doch egal. Hauptsache sie kann leben (damit).
Wer sind wir oder wer bin ich ihr/den anderen zu sagen wie sie leben, sich gut fühlen sollen?

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stern
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Beiträge: 25016

Beitrag Di., 29.12.2015, 19:37

Wobei therapeutische Empfehlungen (zumindest vorliegende) schon dahin gehen, nicht aus den Augen zu verlieren, dass der Patient ein vollständiger, erwachsener Mensch ist:
Integriertes Funktionieren als Behandlungsziel
Obwohl DIS-Patient(inn)en verschiedene Persönlichkeitsanteile in sich selbst erleben, ist es
für Therapeut(inn)en wichtig, sich bewusst zu machen, dass es sich bei dem Patienten bzw.
der Patientin nicht um mehrere Personen im gleichen Körper handelt. Die Patient(inn)en
sollten als vollständige, erwachsene Menschen betrachtet werden, deren
Persönlichkeitsanteile die Verantwortung für ihr tägliches Leben teilen. Therapeut(inn)en, die
mit DIS-Patient(inn)en arbeiten, müssen im Allgemeinen die ganze Person (d. h. das System
der Persönlichkeitsanteile) für das Verhalten eines oder aller beitragenden
Persönlichkeitsanteile verantwortlich machen, selbst wenn eine Amnesie oder ein Gefühl
mangelnder Kontrolle oder Selbstwirksamkeit über das Verhalten vorliegt (vgl. Radden, 1996).
Die Behandlung sollte den Patienten so weit wie möglich zu einem besseren integrierten
Funktionieren führen. Um dies zu erreichen, kann es bisweilen erforderlich sein, dass der
Therapeut anerkennt, dass der Patient seine Persönlichkeitsanteile so erlebt, als seien sie
getrennt. Es bleibt jedoch grundlegendes Prinzip der Therapie bei DIS-Patient(inn)en, eine
bessere Kommunikation und Koordination zwischen den Persönlichkeitsanteilen zu erzielen.
http://www.degpt.de/Expertenempfehlung_DIS.pdf
Und zu Namen
Es ist kontraproduktiv für die Therapie, dem Patienten vorzuschlagen, zusätzliche
Persönlichkeitsanteile herauszubilden, bisher namenlose Anteile mit einem Namen zu
versehen (allerdings kann der Patient einen Namen wählen, wenn er will) oder so zu tun, als wären Persönlichkeitsanteile ausgeformter (engl. elaborated) oder würden autonomer
funktionieren, als sie es tatsächlich sind oder tun. Ein wünschenswertes Ergebnis einer
Therapie ist es, eine arbeitsfähige Integration oder Zusammenarbeit der Persönlichkeitsanteile
Quelle: siehe oben
Liebe Grüße
stern 🌈💫
»Je größer der Haufen,
umso mehr Fliegen sitzen drauf
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(alte Weisheit)

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Myhre
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Beiträge: 572

Beitrag Di., 29.12.2015, 19:41

leberblümchen hat geschrieben:Ich frage mich (rhetorische Frage), wieso es eigentlich selbstverständlich sein soll, dass ein Nicht-Betroffener "wirklich" für das Erleben eines Multis interessieren soll, wohingegen kein Multi fragt, wie ein Nicht-Multi fühlt; das Wissen darüber wird irgendwie vorausgesetzt - obwohl man es definitiv nicht wissen kann, denn man ist ja nicht Nicht-Multi. Oder man weiß es nicht, will es aber auch nicht wissen (will dann aber, dass andere wissen wollen, wie sich Multis fühlen). Liest sich für mich nicht stimmig. Das Wort "Austausch" bedeutet ja auch eine Kommunikation in beide Richtungen und nicht ein Dozieren.
Das stimmt nicht.
Ich frage oft wie jemand fühlt und warum jemand etwas tut.
Egal ob DIS oder nicht.
Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran bemessen wie Tiere behandelt werden.
Mahatma Ghandi


mio
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Beiträge: 9268

Beitrag Di., 29.12.2015, 19:43

Hallo Vincent,
Vincent hat geschrieben: Wo bin ich denn da ahnungslos (und unfähig), liebe mio?
ich bezog mich ein Stück weit auf Myhre, die Traumata erlebt zu haben scheint, die sich nicht mal "eben so" integrieren lassen und auch ein Stück weit auf meine eigenen Erfahrungen damit. "Zwangsintegration" funzt nicht, da können sich die Theras auf den Kopf stellen und mit den Füssen wackeln. Ich bin mir selbst bis heute unsicher, ob ich bestimmte Teile wirklich "integrieren" will, da das "getrennte" auch ein guter Schutz ist. Das meinte ich mit "Tal der Ahnungslosen".

Lieben Gruss,

mio

(Die hofft, dass Du das schon richtig verstehst, wenn ich "so" mit Dir rede...aber eigentlich hoffnungsvoll davon ausgeht )


Vincent
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:50

mio hat geschrieben: ich bezog mich ein Stück weit auf Myhre, die Traumata erlebt zu haben scheint, die sich nicht mal "eben so" integrieren lassen und auch ein Stück weit auf meine eigenen Erfahrungen damit. "Zwangsintegration" funzt nicht, da können sich die Theras auf den Kopf stellen und mit den Füssen wackeln.
Ich hatte auch keine Zwangs- oder gar Spontanintegration im Sinn, sondern eine prozesshafte, auf lange Sicht hin gewollte Integration.

Aber als Betroffene/r muss man ja auch erstmal 'wollen'. Oder überhaupt zu allererst: Einsehen und akzeptieren.
mio hat geschrieben:(Die hofft, dass Du das schon richtig verstehst, wenn ich "so" mit Dir rede...aber eigentlich hoffnungsvoll davon ausgeht )
Ja ja, klar - mit mir kann man's ja machen.
"Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu." (Horvàth)

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stern
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Beitrag Di., 29.12.2015, 19:54

Es erscheint mir etwas nachvollziehbar, warum man teilweise von der Integration absieht. Bei komplexeren Traumastörungen strebt man auch nicht in jedem Fall Aufarbeitung an, sondern wenn man so will manchmal auch eher ein funktionierendes System (mit Entlastung von Symptomen)... z.B. mir Begründungen auch in die Richtung, dass das Risko höher ist als der potentielle Nutzen. Aber pauschal kann man das auch nicht sagen... sondern muss man wohl individuell sehen.
Liebe Grüße
stern 🌈💫
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umso mehr Fliegen sitzen drauf
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(alte Weisheit)


mio
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Beitrag Di., 29.12.2015, 20:00

Hallo Vincent,
Vincent hat geschrieben: Aber als Betroffene/r muss man ja auch erstmal 'wollen'. Oder überhaupt zu allererst: Einsehen und akzeptieren.
ich glaube Du vermischt gerade was. Einsehen und akzeptieren ist nicht gleich "Integration". Und "wollen müssen"? Würdest Du wollen müssen dass Dir ein Großteil an "Schutz" wegbricht und Dich erst recht zerschmettert?

Myhre redet nach allem was ich hier bisher gelesen habe von was, wovon Du gar keine Vorstellung zu haben scheinst. Nämlich rituellem Missbrauch (ich hoffe, ich habe das richtig gelesen Myhre und auch, dass das jetzt nix triggert, wenn ich das hier so schreibe).

Lieben Gruss,

mio

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