Therapieende macht mich fertig

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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SpaceOddity
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Beitrag Fr., 14.03.2025, 22:54

candle, hallo. Von einem Satz auf eine ganze Therapie zu schließen finde ich ehrlich gesagt schade und auf meine Therapie nicht zutreffend.

Ich versuchte lediglich einen Bogen zu schlagen von Therapieende zu: wie kann ich selbst, alleine nach dem Ende klarkommen. Indem ich regelmäßig etwas tue, was mir Freude bereitet. Das wäre in meinem Fall eben kein Sportverein sondern vielleicht etwas in die Richtung Psychologie. Nicht, um mich selbst zu heilen, sondern um in meiner Freizeit ein eigenes Leben aufzubauen, in dem ich auch ohne den Therapie-Termin klarkomme.

Im besten Fall ist das auch ein größerer Freundeskreis mit Menschen, die mir ähnlich sind. Aber diese muss ich erstmal finden und die finde ich ja nicht bei Hobbies, die mich nicht interessieren. Wie gesagt, ich habe schon Hobbies, aber die sind nicht sozial.

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candle.
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Beitrag Fr., 14.03.2025, 23:00

SpaceOddity hat geschrieben: Fr., 14.03.2025, 22:54 Im besten Fall ist das auch ein größerer Freundeskreis mit Menschen, die mir ähnlich sind. Aber diese muss ich erstmal finden und die finde ich ja nicht bei Hobbies, die mich nicht interessieren. Wie gesagt, ich habe schon Hobbies, aber die sind nicht sozial.
Da gibt es doch so viel mehr? Was interessiert dich denn noch?

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SpaceOddity
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Beitrag Fr., 14.03.2025, 23:08

So viel mehr als Psychologie, meinst du? Mich interessiert einfach das aktuell am meisten. Hat mich schon immer interessiert, aber ist natürlich jetzt durch die Beschäftigung mit eigenen Themen nochmal aktuell geworden.
Ansonsten interessiert mich Lesen, Schreiben, Musikhören, Tanzen (mach ich schon Kurse), mich mit Menschen austauschen über zwischenmenschliche Situationen etc. Ergiebig ist das nicht, aber mein Beruf ist schon sehr erfüllend.

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candle.
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Beitrag Fr., 14.03.2025, 23:13

Schreiben kannst du sicher auch in einer Gruppe.

candle
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SpaceOddity
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Beitrag Fr., 14.03.2025, 23:18

Tagesklinik hatte ich auch mal überlegt.

Aber wenn die Krankenkasse sagt: So, die Stunden sind aufgebraucht, dann geht sie ja auch davon aus, dass diese ausgereicht haben. Das heißt, mir sollte inzwischen geholfen sein. Denn wenn es wirklich schlimm wäre, könnte ich ja einfach verlängern, und das kann ich nicht. Wenn ich ganz starr nach dem System gehen würde, müsste ich sagen: Die Therapie ist beendet und ich bin durch mit den Themen.

Wo ist der "Fehler"?
Meine zu hohe Erwartungshaltung, dass ich jetzt klarkommen sollte?
Der Fehler des Systems, dass die Stunden wirklich nicht ausgereicht haben?
Vielleicht doch die Therapieform oä...?

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candle.
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Beitrag Fr., 14.03.2025, 23:25

SpaceOddity hat geschrieben: Fr., 14.03.2025, 23:18 Aber wenn die Krankenkasse sagt: So, die Stunden sind aufgebraucht, dann geht sie ja auch davon aus, dass diese ausgereicht haben. Das heißt, mir sollte inzwischen geholfen sein. Denn wenn es wirklich schlimm wäre, könnte ich ja einfach verlängern, und das kann ich nicht. Wenn ich ganz starr nach dem System gehen würde, müsste ich sagen: Die Therapie ist beendet und ich bin durch mit den Themen.
Das sind schon sehr spezielle Gedanken!
Wo ist der "Fehler"?
Meine zu hohe Erwartungshaltung, dass ich jetzt klarkommen sollte?
Der Fehler des Systems, dass die Stunden wirklich nicht ausgereicht haben?
Vielleicht doch die Therapieform oä...?
Klarkommen tust du doch! Das ist eben eine Frage der Definition. Womit du nicht klarkommst, weiß ich ja nicht.
Der Fehler im System ist ein Denkfehler in deinem System. Warum fragst du den Therapeuten nicht, ob er nochmal verlängert?

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Montana
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Beitrag Sa., 15.03.2025, 14:03

Das eine hat mit dem anderen schlicht nichts zu tun. Du kannst auch einen Therapeuten haben der dich für gesund erklärt und selber der Meinung sein, dass der deine Probleme nicht verstanden hat und als weitere Hilfe damit ohnehin nicht geeignet ist... und dich zu einem Vorgespräch in einer Tagesklinik vorstellen. Die machen sich ohnehin ein eigenes Bild und entscheiden selber, ob sie dir ein Behandlungsangebot machen können und wollen. Die Kassen wollen Kosten sparen und deckeln daher die Ausgaben für ambulante Therapien, was zu teilweise absurden Situationen führt. Da wird z.B. ohne Weiteres akzeptiert, dass Patienten jedes Jahr zur Krisenintervention in der Psychiatrie landen, obwohl das durch eine Fortführung einer ambulanten Therapie vermeidbar wäre, was nicht nur für den Patienten sehr viel angenehmer wäre, sondern auch für die Kasse erheblich billiger. Das System ist in dem Sinne nicht "intelligent". Was die Kasse gern hätte ist weder für deinen Fall durchdacht noch sinnvoll, sondern es ist einfach da. Du selbst kannst und darfst herausfinden, was in dem Rahmen geht (also bezahlt wird), und welche Anbieter es in deinem Umkreis gibt. Und daraus kannst du dir aussuchen, was du für hilfreich hältst.

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SpaceOddity
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Beitrag So., 16.03.2025, 20:43

Ich bin ja auch in dieser fast schon Abhängigkeit mit der Person. Die Frage ist, ist die Lösung dann eine weitere Therapie woanders... oder mein Leben alleine meistern können. Ich tue mich unglaublich schwer mit Freundschaften und hatte da, objektiv betrachtet, schon viel Pech. Sie ist eine der wenigen Personen, mit denen ich mich verbunden fühle. Ist es dann besser, dass ich das Problem in einer neuen Therapie/Klinik bespreche oder versuche alleine zu lösen.

Gerade klammere ich mich wirklich an sie. :(

Vielleicht kann ich es ja auch mal ein paar Monate versuchen und schauen, ob es alleine geht. Aber wirklich Hoffnung habe ich nicht.

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Arakakadu
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Beitrag So., 16.03.2025, 23:13

Am besten wäre das mit ihr zu bearbeiten aber wenn sie nicht speziell dahin gehend ausgebildet ist, dass weiß ich nicht ob das klappt. Ansonsten kann ich dir eine tfp empfehlen da darf genau das Thema sein

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Beitrag Mo., 17.03.2025, 12:22

Tfp kannte ich nicht, das klingt aber interessant. Ist das eine Kassenleistung? Wie finde ich ggf. Therapeutinnen, die das anbieten?

Aber erstmal werde ich noch einmal versuchen, mit meiner darüber zu sprechen.

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Arakakadu
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Beitrag Mo., 17.03.2025, 16:46

Tiefenpsychologische oder psychodynamische Psychotherapie. Ja gibt es auch als Kassenleistung. Ist eines der 3 Hauptverfahren. Leider kann ich dir nicht helfen, es kommt immer drauf an wo du wohnst aber du kannst das bestimmt leicht googlen

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SpaceOddity
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Beitrag Mo., 17.03.2025, 22:46

chrysokoll hat geschrieben: Fr., 14.03.2025, 13:52
SpaceOddity hat geschrieben: Fr., 14.03.2025, 10:37 Ich war übrigens ca. 1.5 Jahre bei ihr. So lange wie die Stunden der VT eben reichten.

Ich habe überlegt, ob ich selbst irgendwo ehrenamtlich im psychologischen Bereich arbeiten könnte, damit mir das nicht verloren geht. Ich habe in dem Bereich keine Ausbildung, aber schon immer ein Interesse daran. Vielleicht kann ich sie auch fragen, ob sie da Tipps hat?
1,5 Jahre klingt jetzt nicht so viel. Wie viele Stunden hattest du denn, 60 ??
Da könnte man eigentlich schon noch verlängern. Ich hatte z.B. in der ersten Verhaltenstherapie über 100 Stunden, aber auch eine ganz andere Diagnose.

Vom "irgendwie" Ehrenamt im psychologischen Bereich halte ich gar nichts. Was sollte das konkret sein? Vor allem ohne jede Ausbildung. Es geht um dich, und wenn du Probleme hast, dann löst du die gesichert nicht so. Im Gegenteil.
Ich hatte schon eine Verlängerung. Eine weitere Verlängerung gibt es bei meiner Diagnose nicht. Wenn es irgendwie gehen würde, würde sie es vielleicht machen. Ich habe schon rausgehört, dass sie es nicht fair findet, dass die Stunden jetzt enden. Aber ich glaube auch, dass sie mich tatsächlich vor der Abhängigkeit schützen will.

Ich werde mit ihr auf jeden Fall nochmal über das Abhängigkeitsthema sprechen.
Das wird mir hier immer klarer.

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candle.
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Beitrag Mo., 17.03.2025, 23:00

Ich hatte auch 100 Stunden. Die Frage ist, ob das dein Problem überhaupt lösen würde?

candle
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SpaceOddity
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Beitrag Mo., 17.03.2025, 23:14

Nope. Vermutlich nicht.

Allerdings: Ich hatte schon das Gefühl, dass ich ständig nur irgendwelche Brände am löschen war. Ich hätte mir gewünscht, dass etwas Ruhe einkehren kann und ich manche Themen in Ruhe mit ihr unter die Lupe nehmen kann. Mich nicht ständig so von der Zeit gehetzt fühlte. Das hatte ich zu Beginn der Therapie (als noch so viele Stunden da waren) nämlich nicht und da konnte ich das Gespräch viel besser flowen lassen, was mir oft sehr weitergeholfen hat. Jetzt sind es entweder akute Brände oder Dinge, die ich gehetzt noch reinquetsche. Irgendwo will ich sie auch beeindrucken, das macht alles noch verkrampfter. Das Entspannte wünsche ich mir zurück... dieser Verlust tut auch nochmal weh.

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candle.
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Beitrag Mo., 17.03.2025, 23:32

Ja, dass man den Eindruck hat durchzuhetzen kenne ich, aber das kannst du ja in einer weiteren Therapie steuern und einzelne Themen vertiefen. VT eignet sich wohl weniger.
Einem Therapeut gefallen wollen kann ich mir nicht vorstellen, da sehe ich mich zu sehr im Fokus. Aber das kannst du zum Thema machen.

Und Abschied? Ja, es ist manchmal nicht schön, gehört aber zum Leben dazu. Hast du da ein negatives Erlebnis als Kind?

candle
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