Montana, bei der Regulierung von Emotionen geht es gerade NICHT ums "Wegmachen". Das wäre Verdrängung.Montana hat geschrieben: Di., 04.03.2025, 13:15 Warum muss man Emotionen "regulieren" im Sinne von wegmachen?
Emotionsregulierung ist der Prozess, mit dem wir alle (!) versuchen, unsere Gefühle zu beeinflussen, bewusst oder unbewusst. Und viele hier (schließe mich da auch mit ein) haben das halt nie gelernt, wie man das konstruktiv hinbekommt, also ohne selbstschädigendes Verhalten, Süchte, Ausagieren, Gewalt usw. wenn man von Gefühlszuständen regelrecht überflutet wird und sich dem hilflos ausgeliefert fühlt. Emotionen regulieren, heißt für mich, dass ich meine Gefühle auch steuern kann (nicht wegmachen!) - dass ich durch eigene Gedanken und Handlungen aktiv Einfluss nehmen kann. Und ja, zuallererst gehört dazu, dass das Gefühl, das gerade im da ist auch Raum bekommt, anerkannt wird.
Das ist doch ein großer Schritt, Ara! Also die Erkenntnis. Und um bei der Muskel-Metapher zu bleiben: Wenn du dich immer aufs "Außen" gestützt hast, dann konntest du auch deine inneren Muskeln nie so richtig gut trainieren und aufbauen.Arakakadu hat geschrieben: Mo., 03.03.2025, 11:50 Was mir jetzt wie Schuppen vor den Augen fällt: ich habe IMMER Stabilität im außen gesucht. Und das gibt mir Grad so viel Klarheit und ich sehe die Dinge einfach plötzlich mit anderen Augen.
Innere Stabilität ist für mich nichts Statisches. Und es ist für mich kein Zustand. Sondern Tun, Handeln. Bzw. es ist ein Zustand, den ich durch MEIN Handeln erreiche. Das Ganze ist für mich ein Kontinuum, eine Skala. Und ich entscheide mich jeden Tag neu dafür, Dinge zu tun, die mir dabei helfen. Und jenachdem was emotional bei mir gerade im Vordergrund steht, sind das ganz unterschiedliche Dinge. Manchmal kann das Sport sein, manchmal ausruhen und Pause machen. Manchmal ist es Gemeinschaft mit Menschen, die mir lieb sind, manchmal alleine sein. Manchmal ist es einen Film oder eine Serie schauen um abzuschalten, manchmal ist es, selbst kreativ zu werden und etwas Neues zu schaffen. Tagebuch schreiben ist für mich wichtig, und dabei eine gewisse Routine und Struktur haben. Damit ich dicht dran bleibe, was emotional bei mir gerade los ist, denn das verliere ich sonst ganz schnell aus dem Blick (weil zu unbequem und zuviel Umstände...

Und was genau dieser Blumenstrauß an Handlungen für dich ist, das musst du Ausprobieren, immer wieder neu. Teilweise weißt du es ja auch, was dir gut tut. Es ist manchmal auch so, dass bestimmte Dinge eine Weile hilfreich sind und irgendwann nicht mehr. Und dann suchst du eben wieder neu. Beim Reflektieren: Was hat mir wann geholfen und warum? war die Therapeutin wichtig als Gegenüber. Weil sie mir ehrliches Feedback gegeben hat, mich gespiegelt hat, und mich auch manchmal in die Pflicht genommen hat, etwas Bestimmtes zu tun oder Auszuprobieren oder auch sein zu lassen.