Emotionaler Missbrauch?
Also, ich habe bei einer Beratungsstelle für psychotherapeutischen Fragestellungen angerufen. Da wurde mir gesagt, dass TfP und PA bei den Kassen als zwei völlig unterschiedliche Verfahren gelten, ein Verfahrenswechsel schon sehr gut begründet werden muss.
Oktober, bei mir stünde derselbe Wechsel an. Nur, dass ich zum Glück nicht so lange bei diesem destruktiven Therapeuten war.
Oktober, bei mir stünde derselbe Wechsel an. Nur, dass ich zum Glück nicht so lange bei diesem destruktiven Therapeuten war.
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Nochmal vielen Dank an alle für ihre Einschätzungen. Bei mir ist immer noch komplette Verwirrung... verstandesmäßig sehe ich immer mehr, dass es nicht ok war, wie es 16 Jahre lief und ganz besonders auch, wie es geendet hat. Emotional fällt es mir überaus schwer, wütend zu sein, da ist mehr so eine Resignation, eine Art Bestätigung meines Grundgefühls - es ist ja in den Grundmustern eine Wiederholung meiner Kindheits- und Jugendsituation, auch da gabs ohnmächtige Eltern die halt aufgrund ihrer eigenen Traumatisierungsgeschichten (die wirklich sehr heftig sind) "nicht anders konnten" und es eigentlich "gut meinten" und tatsächlich ihr Bestes gaben - in ihren Grenzen. Mein Therapeut hat mir viele Jahre lang auch immer vermittelt, dass er mir wirklich helfen will (und kann)... und wir waren uns menschlich von Anfang an sympathisch, stimmten in allem Wesentlichem überein in der Einschätzung der Welt...
Ist oder war jemand von Euch mit evtl. ähnlichen Erfahrungen auch in diesem Widerspruch zwischen kritischer Einsicht und den Gefühlen gefangen? Wie findet man da raus? Die neue Analytikerin will mich genau aus diesem Grund - wegen diesem Widerspruch - nicht haben, das heißt für mich, ich muss weitersuchen, und ich hab Angst, dass sich niemand findet, der/die meinen derzeitigen Zustand akzeptieren und damit arbeiten kann... dazu kommen die ungeklärten Krankenkassen-Probleme - es scheint nach Euren Einschätzungen ja nicht unmöglich zu sein, dass ich mehr als ein paar wenige Stunden zur Bearbeitung nur dieser Therapie-Geschichte finanziert bekomme - aber es muss wohl jemand sein, der/die voll dahinter steht und das gut begründen kann...
ich bin grade auch am Überlegen, ob ich den Therapeuten nochmal "konfrontieren", mit ihm sprechen soll... um mehr Klarheit zu kriegen, aber vielleicht macht das alles auch noch wirrer? Was glaubt Ihr? An wen bei der Krankenkasse muss ich mich wenden, wenn ich die Diagnosen wissen will, die er mir in all den Jahren verpasst hat?
@Jenny: Wars bei Dir wirklich so, dass Deine Therapeutin gar keine Probleme mit der Krankenkasse bekam? Hat sie überhaupt mitgekriegt, was danach abging? Oder hat die Krankenkasse das ganz unabhängig geregelt, ohne sie irgendwie zur Rechenschaft zu ziehen bzw. zumindest mal zu hören, was sie zu allem zu sagen hat? Ich hätte gedacht, das sei in so einem Fall der erste Schritt (ich wär aber sehr froh, wenn es nicht so wäre)...
Ist oder war jemand von Euch mit evtl. ähnlichen Erfahrungen auch in diesem Widerspruch zwischen kritischer Einsicht und den Gefühlen gefangen? Wie findet man da raus? Die neue Analytikerin will mich genau aus diesem Grund - wegen diesem Widerspruch - nicht haben, das heißt für mich, ich muss weitersuchen, und ich hab Angst, dass sich niemand findet, der/die meinen derzeitigen Zustand akzeptieren und damit arbeiten kann... dazu kommen die ungeklärten Krankenkassen-Probleme - es scheint nach Euren Einschätzungen ja nicht unmöglich zu sein, dass ich mehr als ein paar wenige Stunden zur Bearbeitung nur dieser Therapie-Geschichte finanziert bekomme - aber es muss wohl jemand sein, der/die voll dahinter steht und das gut begründen kann...
ich bin grade auch am Überlegen, ob ich den Therapeuten nochmal "konfrontieren", mit ihm sprechen soll... um mehr Klarheit zu kriegen, aber vielleicht macht das alles auch noch wirrer? Was glaubt Ihr? An wen bei der Krankenkasse muss ich mich wenden, wenn ich die Diagnosen wissen will, die er mir in all den Jahren verpasst hat?
@Jenny: Wars bei Dir wirklich so, dass Deine Therapeutin gar keine Probleme mit der Krankenkasse bekam? Hat sie überhaupt mitgekriegt, was danach abging? Oder hat die Krankenkasse das ganz unabhängig geregelt, ohne sie irgendwie zur Rechenschaft zu ziehen bzw. zumindest mal zu hören, was sie zu allem zu sagen hat? Ich hätte gedacht, das sei in so einem Fall der erste Schritt (ich wär aber sehr froh, wenn es nicht so wäre)...
@ Oktober2014
Ich denke mal, dass ein Therapeut, der mit dir arbeiten möchte, es wenigsten versuchen würde, eine Therapiebewilligung durchzukriegen. Aber die Analytikerin versucht es ja nicht mal. Von daher denke ich: Such Dir jemanden, der bereit ist mit dir zu arbeiten, der es sich zutraut, dir helfen zu können. Alles andere ist nur Käse. Lieber jetzt eine Absage von einem Therapeuten als eine weitere negative Therapieerfahrung. Es gibt so viele Therapeuten auf der Welt. Ich bin sicher, dass auch du einen finden wirst, der zu dir passt.
Grundsätzlich ist Dein Problem kein Hindernis für eine Therapie. Im Gegenteil. Du schreibst ja, dass sich durch die Therapie etwas wiederholt hätte. Man kann es auch anders sehen: Vielleicht bist du eben aus dem Grund so lange bei deinem Therapeuten geblieben, weil du das genauso kennst? Andere Klienten hätten vielleicht das Weite gesucht. Was ich sagen möchte: Du brauchst jemanden, der dir dabei hilft, dieses Muster zu durchbrechen, damit du nicht noch mal an jemanden gerätst, der dir deine Kindheitserfahrungen bestätigt. Es sollte für keinen Therapeuten ein Problem sein, mit einem Klienten zu arbeiten, der aufgrund seiner Kindheitserfahrungen bestimmte Verhaltensmuster an den Tag legt. Damit sollten alle umgehen können.
Ich kann dich gut verstehen. Bei mir hat es seine Weile gedauert, bis ich in der Lage war auf meine Therapeutin wütend zu sein. Zuvor sah ich nur sie, wie sie mit Tränen in den Augen da in ihrem Sessel saß, wie sich bemüht hat, ... Ich sah nur das und fühlte mich schuldig, weil ich Gefühle wie Wut verspürte. Das Gefühl hinkte dem Verstand hinterher. Was ich vom Verstand längst begriffen hatte, brauchte seine Zeit, bis es im Gefühl ankam.Emotional fällt es mir überaus schwer, wütend zu sein
Ja, das war wirklich so. Für mich leider, denn ich hatte gehofft, dass die Kasse aktiv werden würde. Aber sowas fällt nicht in deren Aufgabenbereich. Die sind nur dafür zuständig, zu entscheiden, was bezahlt wird und was nicht.Wars bei Dir wirklich so, dass Deine Therapeutin gar keine Probleme mit der Krankenkasse bekam?
Nein. Die Folgetherapeuten hatten keine Kenntnis davon, wie es weiter ging und warum ich eine weitere Therapie machte.Hat sie überhaupt mitgekriegt, was danach abging?
Auch nein. Das einzige was kam, allerdings vom Gutachter, war ein Schreiben an meine neue Therapeutin, in der meine neue Therapeutin aufgefordert wurde, die Diagnosen der Vortherapeuten zu überprüfen.Oder hat die Krankenkasse das ganz unabhängig geregelt, ohne sie irgendwie zur Rechenschaft zu ziehen bzw. zumindest mal zu hören, was sie zu allem zu sagen hat?
Ich vermute mal, aber das ist natürlich nur meine Spekulation. Die Analytikerin hat Dir ja gesagt, dass sie nicht mit Dir arbeiten möchte. Vielleicht war ihr Satz, die Kasse würde nicht zahlen, nur ein Satz, der ihre Entscheidung besänftigen sollte. Es ist einfacher zu sagen "ich lehne sie ab, die Kasse wird bestimmt nicht zahlen" oder zu sagen "ich nehme sie aus anderen Gründen nicht".dazu kommen die ungeklärten Krankenkassen-Probleme - es scheint nach Euren Einschätzungen ja nicht unmöglich zu sein
Ich denke mal, dass ein Therapeut, der mit dir arbeiten möchte, es wenigsten versuchen würde, eine Therapiebewilligung durchzukriegen. Aber die Analytikerin versucht es ja nicht mal. Von daher denke ich: Such Dir jemanden, der bereit ist mit dir zu arbeiten, der es sich zutraut, dir helfen zu können. Alles andere ist nur Käse. Lieber jetzt eine Absage von einem Therapeuten als eine weitere negative Therapieerfahrung. Es gibt so viele Therapeuten auf der Welt. Ich bin sicher, dass auch du einen finden wirst, der zu dir passt.
Grundsätzlich ist Dein Problem kein Hindernis für eine Therapie. Im Gegenteil. Du schreibst ja, dass sich durch die Therapie etwas wiederholt hätte. Man kann es auch anders sehen: Vielleicht bist du eben aus dem Grund so lange bei deinem Therapeuten geblieben, weil du das genauso kennst? Andere Klienten hätten vielleicht das Weite gesucht. Was ich sagen möchte: Du brauchst jemanden, der dir dabei hilft, dieses Muster zu durchbrechen, damit du nicht noch mal an jemanden gerätst, der dir deine Kindheitserfahrungen bestätigt. Es sollte für keinen Therapeuten ein Problem sein, mit einem Klienten zu arbeiten, der aufgrund seiner Kindheitserfahrungen bestimmte Verhaltensmuster an den Tag legt. Damit sollten alle umgehen können.
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.
Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es mit einer Therapie-Vorgeschichte nicht unbedingt leicht ist, eine Anschlusstherapie zu finden. Es gibt einfach sehr viele Therapeuten, die den Aufwand, die Mühe oder das Risiko scheuen, mit therapeutisch vorbelasteten Patienten zu arbeiten. Einer hat mir mal direkt gesagt: "Wenn ich jetzt ein Gutachten schreibe, und Sie nach 3 Wochen abbrechen, dann habe ich mir ja die Arbeit umsonst gemacht." Er sagte mir sogar noch, dass ich keinen (!) Therapeuten finden würde, der sich diese Arbeit machen würde. Ich werde immer noch sauer, wenn ich daran zurückdenke.
Ein Jahr später hatte ich einen Therapeuten, der sogar gerne solche Patienten genommen hat, weil ihn 1) ihre besonderen Geschichten interessierten und er 2) wusste, dass sie es bei vielen seiner Kollegen schwer haben würden. Leider habe ich ihn auch nur durch puren Zufall gefunden.
Ich stehe selbst gerade wieder an dem Punkt, dass ich doppelt und dreifach vorbelastet einen neuen Therapeuten finden muss, und auch, wenn ich einen solchen schon einmal hatte, ist es nicht leichter auf diesem unendlich riesigen und unendlich überlaufenen Markt. Meine Strategie wird sein: Den Leuten schon am Telefon kurz meine therapeutische Vergangenheit skizzieren, damit ich zu denen, die keinen Bock auf Arbeit haben, nicht umsonst gehe.
Ein Jahr später hatte ich einen Therapeuten, der sogar gerne solche Patienten genommen hat, weil ihn 1) ihre besonderen Geschichten interessierten und er 2) wusste, dass sie es bei vielen seiner Kollegen schwer haben würden. Leider habe ich ihn auch nur durch puren Zufall gefunden.
Ich stehe selbst gerade wieder an dem Punkt, dass ich doppelt und dreifach vorbelastet einen neuen Therapeuten finden muss, und auch, wenn ich einen solchen schon einmal hatte, ist es nicht leichter auf diesem unendlich riesigen und unendlich überlaufenen Markt. Meine Strategie wird sein: Den Leuten schon am Telefon kurz meine therapeutische Vergangenheit skizzieren, damit ich zu denen, die keinen Bock auf Arbeit haben, nicht umsonst gehe.
"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen." Adorno
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Wobei bei meiner Geschichte ja niemand Angst haben muss, dass ich nach 3 Wochen abbreche, sondern im Gegenteil, dass ich endlos hängen bleibe... aber das ist vielleicht noch abschreckender...chaosfee hat geschrieben:Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es mit einer Therapie-Vorgeschichte nicht unbedingt leicht ist, eine Anschlusstherapie zu finden. Es gibt einfach sehr viele Therapeuten, die den Aufwand, die Mühe oder das Risiko scheuen, mit therapeutisch vorbelasteten Patienten zu arbeiten. Einer hat mir mal direkt gesagt: "Wenn ich jetzt ein Gutachten schreibe, und Sie nach 3 Wochen abbrechen, dann habe ich mir ja die Arbeit umsonst gemacht."
@chaosfee: Ich wünsche Dir viel Glück und viel Kraft bei Deiner Suche - und auch allen anderen, die in dieser Situation sind... ich merke bei mir grade, dass mir das Weitersuchen sehr schwer fällt, ich hab Angst, auch die nächsten Male wieder abgelehnt zu werden und mit meiner Therapie-Geschichte für Entsetzen zu sorgen... ich fühl mich da grade ziemlich resigniert, hoffe aber, dass ich wieder rausfinde und mich aufraffen kann, wieder aktiv zu werden... vor dieser Erfahrung mit der Analytikerin war ich noch fest entschlossen - jetzt bin ich einfach nur total verunsichert. Sie hat mir ja gleich drei Negativ-Botschaften vermittelt: 1. ihrer Meinung nach war alles schlecht in der ersten Therapie bzw. es war ein einziger Missbrauch, der nie hätte geschehen dürfen, 2. die Kasse finanziert mir nicht, was ich für nötig halte, und mehr als ein paar Stunden zur Bearbeitung des Therapietraumas stehen mir nicht zu, 3. sie kommt auch für diese paar Stunden nicht in Frage für mich, weil wir in der Einschätzung (noch?) nicht auf einer Linie sind.
@Jenny Doe: Deine Anteilnahme und Dein Verständnis tun mir sehr gut, danke... es ist genau, wie Du geschrieben hast: mich hielt auch diese Mischung aus Schuldgefühlen, Abhängigkeit, Liebe und Angst vor den Konsequenzen diese vielen, vielen Jahre lang gefangen; und ich habe mir das zu wenig bewusst gemacht bzw. war ihm zu sehr verbunden in eben dieser Mischung aus Schuldgefühlen (ich kann ihm doch nicht antun, dass ich seine Kompetenz und meine Sympathie und Bewunderung für ihn in Frage stelle) und Vertrauen (er wird ja wissen, was "richtig" ist und ich mag ihn so gern, das MUSS er doch der richtige Therapeut für mich sein...). Ein großes Gewirr, und ich kann das alles bisher nicht entschlüsseln...
Mich würde noch interessieren: wann hast Du der Kasse Deine Situation geschildert, vor dem Antrag Deiner neuen Therapeutin oder gleichzeitig mit dem Antrag? Du schriebst, Dir wurden dann zwei weitere Therapien genehmigt - direkt hintereinander, ohne die Zwei-Jahres-Pause?
Und wie war das damals bei Deiner alten Therapeutin, sie hatte bei Dir ja auch abrupt abgebrochen, hat sie Dir das auch (wie es bei mir lief) einfach gesagt, als Du zur Stunde gekommen bist? Oder nur am Telefon o.ä.? Hast Du danach je noch versucht, mit ihr drüber zu reden, ihr zu sagen, was das mit Dir gemacht hat? Ich überlege grade, noch ein Gespräch zu suchen, auch, um für mich selber mehr Klarheit zu gewinnen... andrerseits kann das ziemlich heftig verlaufen, vielleicht sollte ich mir das besser ersparen...?
@ Oktober2014
Letztendlich ist es, so denke ich, eine Frage der Begründung, die man selbst vorträgt und eine Frage des Therapieantrages des Therapeuten. Mit dem Therapieantrag des Therapeuten steht und fällt alles. So einen antrag zu schreiben ist wohl eine wahre Kunst.
Prinzipiell denke ich, das Kontaktsuchen und Probleme klären der richtige Weg ist. Besser als wenn man auf dem Frust sitzt.
Ich hatte mal eine Therapeuten, bei der die Therapie super lief. Mit einer Ausnahme. Da gab es etwas, was sie hätte anders machen können. Ich habe sie dann angerufen und mit ihr darüber gesprochen. Sie hat mir ihre Version erklärt, ich ihr meine. Das Gespräch lief super, auch für mich, um sie verstehen zu können. Noch heute rufe ich sie ab und an an um ihr zu erzählen, was aus mir so geworden ist. Sie freut sich immer. Also, es gibt auch solche Therapeuten, die offen für Kritik sind.
Andersrum habe ich es auch schon erlebt. Da hat eine Kliniktherapeuten nach Therapieende privaten Kontakt zu mir aufgenommen um mir zu sagen, dass sie heute denkt, dass sie bei mir fehldiagnostiziert hat. Ja, hatte sie, das wusste ich längst. Doch ich fand es toll, dass sie zu ihren Fehlern stehen konnte.
Also, ich denke versuchen sollte man es. Aber man muss natürlich auch damit rechnen, dass der Kontaktversuch nicht so verläuft, wie man es erhofft.
Während der Antragsstellung. Und einmal, als mir eine Verlängerung (von 80 auf 100 Stunden) nicht bewilligt wurde. Da habe ich der Kasse geschrieben, dass sie 240 Stunden Therapie bewilligt hatte, die mir geschadet hat, aber sich weigern würde, mir 100 Stunden Therapie zu bewilligen, die den Therapieschaden beheben soll. So bekam ich dann 100 bewilligt.wann hast Du der Kasse Deine Situation geschildert, vor dem Antrag Deiner neuen Therapeutin oder gleichzeitig mit dem Antrag?
Unmittelbar hintereinander, also ohne 2 Jahre Wartezeit. Auch hier konnte ich gut begründen, warum ich weiterhin Therapie brauche. Die Therapie wurde mir anstandslos bewilligt.Du schriebst, Dir wurden dann zwei weitere Therapien genehmigt - direkt hintereinander, ohne die Zwei-Jahres-Pause?
Letztendlich ist es, so denke ich, eine Frage der Begründung, die man selbst vorträgt und eine Frage des Therapieantrages des Therapeuten. Mit dem Therapieantrag des Therapeuten steht und fällt alles. So einen antrag zu schreiben ist wohl eine wahre Kunst.
Ich kam wie immer zu meiner Therapiestunde. Dann begann sie zu erzählen, dass sie mit Kollegen gesprochen hätten, die ihr nahegelegt hätten die Therapie zu beenden. Das möchte sie jetzt tun, sagt sie. Das wars. Weg war sie.sie hatte bei Dir ja auch abrupt abgebrochen, hat sie Dir das auch (wie es bei mir lief) einfach gesagt, als Du zur Stunde gekommen bist?
Ja habe ich. denn ich habe erst 1-2 Wochen später kapiert, was da eigentlich passiert ist. Sie hatte mich ja völlig überrumpelt. Ich rief sie an, aber sie legte den Hörer auf.Hast Du danach je noch versucht, mit ihr drüber zu reden, ihr zu sagen, was das mit Dir gemacht hat?
Hmmm, ich denke, das musst du entscheiden. Du kannst deinen Therapeuten besser einschätzen als ich und kannst besser beurteilen, wie er reagieren wird.Ich überlege grade, noch ein Gespräch zu suchen, auch, um für mich selber mehr Klarheit zu gewinnen... andrerseits kann das ziemlich heftig verlaufen, vielleicht sollte ich mir das besser ersparen...?
Prinzipiell denke ich, das Kontaktsuchen und Probleme klären der richtige Weg ist. Besser als wenn man auf dem Frust sitzt.
Ich hatte mal eine Therapeuten, bei der die Therapie super lief. Mit einer Ausnahme. Da gab es etwas, was sie hätte anders machen können. Ich habe sie dann angerufen und mit ihr darüber gesprochen. Sie hat mir ihre Version erklärt, ich ihr meine. Das Gespräch lief super, auch für mich, um sie verstehen zu können. Noch heute rufe ich sie ab und an an um ihr zu erzählen, was aus mir so geworden ist. Sie freut sich immer. Also, es gibt auch solche Therapeuten, die offen für Kritik sind.
Andersrum habe ich es auch schon erlebt. Da hat eine Kliniktherapeuten nach Therapieende privaten Kontakt zu mir aufgenommen um mir zu sagen, dass sie heute denkt, dass sie bei mir fehldiagnostiziert hat. Ja, hatte sie, das wusste ich längst. Doch ich fand es toll, dass sie zu ihren Fehlern stehen konnte.
Also, ich denke versuchen sollte man es. Aber man muss natürlich auch damit rechnen, dass der Kontaktversuch nicht so verläuft, wie man es erhofft.
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.
@ Jenny Doe:
Ich hätte da mal eine Frage. Du hast geschrieben, du hättest die Kasse kontaktiert, dass sie dir 240 Stunden, die dir geschadet hätten, gezahlt hätten, nicht aber die 100. Daraufhin hat es geklappt. Nur, entscheidet das nicht eigentlich ein Gutachter?
Ich hätte da mal eine Frage. Du hast geschrieben, du hättest die Kasse kontaktiert, dass sie dir 240 Stunden, die dir geschadet hätten, gezahlt hätten, nicht aber die 100. Daraufhin hat es geklappt. Nur, entscheidet das nicht eigentlich ein Gutachter?
@ sandrin
Ja. Ich habe beides gemacht. Der Kasse einen Brief geschickt und meine Therapeutin gebeten dem Gutachter meinen Eigenbericht beizulegen.Nur, entscheidet das nicht eigentlich ein Gutachter?
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.
Ach, das geht?
Das finde ich sehr positiv, weil ich das dann eventuell ja auch machen kann.
Bleibt der Gutachter eigentlich derselbe?
Das finde ich sehr positiv, weil ich das dann eventuell ja auch machen kann.
Bleibt der Gutachter eigentlich derselbe?
@ sandrin
Gute Frage. Ich glaube aber nein. Alle Angaben ohne GewährBleibt der Gutachter eigentlich derselbe?
Lerne aus der Vergangenheit, aber mache sie nicht zu deinem Leben. Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der Andere stirbt. Das Gegenstück zum äußeren Lärm ist der innere Lärm des Denkens.
Also innerhalb einer Therapie bleibt er bei Verlängerungen derselbe, so viel weiß ich
mit hat die KK gesagt, der Gutachter bleibt derselbe, es sei denn mansandrin hat geschrieben:Bleibt der Gutachter eigentlich derselbe?
legt Widerspruch ein.
never know better than the natives. Kofi Annan
@Oktober2014
Ich habe Deine Geschichte gelesen und möchte fragen, wie es genau zu diesem abrupten Ende Deiner 16-jährigen Therapie kam. Mich würde interessieren, was der Inhalt Eurer heftigen Konflikte zum Schluss hin war (ist natürlich ok, wenn Du darüber hier nicht schreiben willst). Nur als Feedback, wie Deine Geschichte bei mir ankommt, welche Fragen sie aufwirft. Irgendwie passt das für mich überhaupt nicht zusammen, dass Dein Therapeut sich so lange auf ein relativ wenig "lukratives" Geschäft mit Dir eingelassen (wöchentlich Sitzungen zahlt die KV außerhalb bewilligter Therapien meines Wissens nicht) und es dann von einer Stunde auf die nächste abgebrochen hat. Ich möchte meine Frage auch von einer anderen Seite aufziehen. Ich selbst bin seit ca. 10 Jahren in einer tiefenpsychologischen Therapie / psychiatrischen Behandlung. Da ist ein bisschen Ähnlichkeit zu Dir. Ich habe auch über lange Strecken nicht mehr gesehen, was da weiter ging. Die Therapeutin hat mir indirekt sehr viel vermittelt durch eine aus meiner Sicht großzügige, mich annehmende Kontinuität, so ist es bis heute. Die Stunden sind ausgeschöpft, wir sehen uns monatlich aber weiter. Ich glaube, sie will es ebenfalls mir überlassen, zu gehen. Wir thematisieren das aber nicht, das ist jedoch ein anderes Thema. Mir gibt das sehr viel, auch wenn ich manchmal ein schlechtes Gewissen habe, weil ich meine, nicht genug zu leisten. Aber vielleicht ist gerade das entscheidend: die Erfahrung, einfach sein zu dürfen. Ohne Erfolgsnachweis. Vielleicht kannst Du neben der Missbrauchs-Auslegung Deiner Erfahrung (ich wäre übrigens immer skeptisch bei TherapeutInneneinschätzungen über TherapeutInnen - aus eigener Erfahrung) auch diesen Punkt für Dich erkennen. Du schreibst ja auch, dass Du phasenweise das Gefühl hattest, es bewegt sich etwas. Und dann bist Du ja auch zum Ende hin noch zu einer Erkenntnis über Deine frühe Kindheit gelangt. Wie ist es dazu gekommen? War das im Rahmen Deiner Therapie? Oder waren die Voraussetzungen für diese Erkenntnis vielleicht die Therapie? Das würde mich interessieren.
Ich habe nicht vor, Deinen Therapeuten in Schutz zu nehmen und Dir Deine Erfahrung abzusprechen. Mich berührt etwas an Deiner Geschichte sehr und ich wollte einfach meine Perspektive daneben halten. Ich hoffe, es war verständlich.
Würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen.
Ich habe Deine Geschichte gelesen und möchte fragen, wie es genau zu diesem abrupten Ende Deiner 16-jährigen Therapie kam. Mich würde interessieren, was der Inhalt Eurer heftigen Konflikte zum Schluss hin war (ist natürlich ok, wenn Du darüber hier nicht schreiben willst). Nur als Feedback, wie Deine Geschichte bei mir ankommt, welche Fragen sie aufwirft. Irgendwie passt das für mich überhaupt nicht zusammen, dass Dein Therapeut sich so lange auf ein relativ wenig "lukratives" Geschäft mit Dir eingelassen (wöchentlich Sitzungen zahlt die KV außerhalb bewilligter Therapien meines Wissens nicht) und es dann von einer Stunde auf die nächste abgebrochen hat. Ich möchte meine Frage auch von einer anderen Seite aufziehen. Ich selbst bin seit ca. 10 Jahren in einer tiefenpsychologischen Therapie / psychiatrischen Behandlung. Da ist ein bisschen Ähnlichkeit zu Dir. Ich habe auch über lange Strecken nicht mehr gesehen, was da weiter ging. Die Therapeutin hat mir indirekt sehr viel vermittelt durch eine aus meiner Sicht großzügige, mich annehmende Kontinuität, so ist es bis heute. Die Stunden sind ausgeschöpft, wir sehen uns monatlich aber weiter. Ich glaube, sie will es ebenfalls mir überlassen, zu gehen. Wir thematisieren das aber nicht, das ist jedoch ein anderes Thema. Mir gibt das sehr viel, auch wenn ich manchmal ein schlechtes Gewissen habe, weil ich meine, nicht genug zu leisten. Aber vielleicht ist gerade das entscheidend: die Erfahrung, einfach sein zu dürfen. Ohne Erfolgsnachweis. Vielleicht kannst Du neben der Missbrauchs-Auslegung Deiner Erfahrung (ich wäre übrigens immer skeptisch bei TherapeutInneneinschätzungen über TherapeutInnen - aus eigener Erfahrung) auch diesen Punkt für Dich erkennen. Du schreibst ja auch, dass Du phasenweise das Gefühl hattest, es bewegt sich etwas. Und dann bist Du ja auch zum Ende hin noch zu einer Erkenntnis über Deine frühe Kindheit gelangt. Wie ist es dazu gekommen? War das im Rahmen Deiner Therapie? Oder waren die Voraussetzungen für diese Erkenntnis vielleicht die Therapie? Das würde mich interessieren.
Ich habe nicht vor, Deinen Therapeuten in Schutz zu nehmen und Dir Deine Erfahrung abzusprechen. Mich berührt etwas an Deiner Geschichte sehr und ich wollte einfach meine Perspektive daneben halten. Ich hoffe, es war verständlich.
Würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen.
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- [nicht mehr wegzudenken]
- , 44
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Der Gutachter bleibt für einen Zeitraum von ca. zwei Jahren nach Beendigung der Therapie derselbe.
Mit dem eigenen Bericht müsste man aber aufpassen; das kann eventuell schnell nach hinten losgehen, je nachdem, wie es formuliert wird. Z.B. sollte so ein Bericht dann nicht die Funktion haben, dass der Patient sich alles von der Seele schreiben will; es müsste wohl sehr genau geguckt und differenziert werden, was warum schief gelaufen ist. Und ich weiß, wie schwer das ist, unmittelbar nach der Kränkung und unmittelbar nach dem Scheitern halbwegs objektiv zu bleiben.
Mit dem eigenen Bericht müsste man aber aufpassen; das kann eventuell schnell nach hinten losgehen, je nachdem, wie es formuliert wird. Z.B. sollte so ein Bericht dann nicht die Funktion haben, dass der Patient sich alles von der Seele schreiben will; es müsste wohl sehr genau geguckt und differenziert werden, was warum schief gelaufen ist. Und ich weiß, wie schwer das ist, unmittelbar nach der Kränkung und unmittelbar nach dem Scheitern halbwegs objektiv zu bleiben.
sandrin hat geschrieben:Nur, entscheidet das nicht eigentlich ein Gutachter?
Der Gutachter gibt eine Empfehlung für/gegen Therapie ab und die Kasse richtet sich danach.
@Oktober: Ob du findest, dass die Wahrscheinlichkeit eines Abbruches gering ist, ist manchen Therapeuten aber egal. Die sehen nur - therapiegeschädigt - und winken ab. Ich hatte auch nie eine Therapie selbst abgebrochen. Mit Komplikationen egal welcher Art bei Kollegen möchten m.E.n. viele einfach nichts zu tun haben. Ob das jetzt Abhängigkeit, Missbrauch, Abbruch oder sonstwas ist - es bedeutet eben Arbeit. Arbeit, die zusätzlich zu den eigentlichen Therapiethemen noch dazu kommt und ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem "Normalpatienten" ohne Vorgeschichte erspart bleibt. Und da Beziehungen in Therapien ja oft so speziell sind, sind eben dann auch die Verstrickungen speziell.
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