Traumaverarbeitung, ein langer Prozess

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.

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Maskerade
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Beitrag Do., 01.06.2017, 19:37

Ach Krümmelchen, natürlich habe ich das alles gelernt, aber das heißt ja noch lange nicht, daß ich IMMER in der Lage bin, alles umzusetzen und auch nicht, ob alles immer wirkt.

Finde es tatsächlich etwas naiv, daß Du denkst, ich hätte das nicht gelernt.

Das ist auch nur eine Methode, die eben nicht jedem gleich gut hilt.


Kannst Du immer alles aus der Therapie umsetzen ? Und wirkt alles 1 zu 1 ?
Liebe Grüße, Maskerade

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Krümmelmonster
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Beitrag Do., 01.06.2017, 20:16

@Maskerade,
Und wirkt alles 1 zu 1 ? ist bei jeden verschieden. Bei mir hilft vieles schon, musste es aber zuschneiden für mich, was ich brauche. Es funktioniert nicht gleich, sondern musste ich erst üben.
Finde es tatsächlich etwas naiv, daß Du denkst, ich hätte das nicht gelernt.
Warum?
Meinst du das es in der Therapie gleich verwendet wird?


Flowfalls
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Beitrag Do., 01.06.2017, 21:55

Maskerade hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 19:37 Ach Krümmelchen, natürlich habe ich das alles gelernt, aber das heißt ja noch lange nicht, daß ich IMMER in der Lage bin, alles umzusetzen und auch nicht, ob alles immer wirkt.
Bingo! Wenn es so einfach wäre dann würde es uns nicht so schlecht gehen.
Notfallkoffer.... bringt mir nichts. Wenn ich keinen Zugang hab, dann habe ich keins. Ok, ich bin kein positives Beispiel, ich weiss.
Schön dass es dir hilft @Krümmel.


mio
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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:08

Ich denke ja dass man sowas auch annehmen können muss und vor allem persönlich "zuschneiden" wie Krümmelmonster sagt.

Also sozusagen ein "hilft" "hilft nicht" Prinzip zulassen können muss. Das geht aber nur, wenn ich mich einlasse. Zumindest soweit, wie es mir persönlich halt möglich ist.

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Krümmelmonster
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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:23

Flowfalls hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 21:55
Maskerade hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 19:37 Ach Krümmelchen, natürlich habe ich das alles gelernt, aber das heißt ja noch lange nicht, daß ich IMMER in der Lage bin, alles umzusetzen und auch nicht, ob alles immer wirkt.
Bingo! Wenn es so einfach wäre dann würde es uns nicht so schlecht gehen.
Notfallkoffer.... bringt mir nichts. Wenn ich keinen Zugang hab, dann habe ich keins. Ok, ich bin kein positives Beispiel, ich weiss.
Schön dass es dir hilft @Krümmel.
Macht doch nichts, irgend wann findest du auch deinen eigenen Weg, was dir hilft und was du brauchst. Das es dir einigermaßen gut geht. Hoffentlich, das wünsche ich dir!
Zuletzt geändert von Krümmelmonster am Do., 01.06.2017, 22:32, insgesamt 1-mal geändert.


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Maskerade
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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:26

Krümmelmonster hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 20:16 @Maskerade,
Und wirkt alles 1 zu 1 ? ist bei jeden verschieden. Bei mir hilft vieles schon, musste es aber zuschneiden für mich, was ich brauche. Es funktioniert nicht gleich, sondern musste ich erst üben.
Finde es tatsächlich etwas naiv, daß Du denkst, ich hätte das nicht gelernt.
Warum?
Meinst du das es in der Therapie gleich verwendet wird?
Hallo Krümmel,

naja, ich denke, da habe ich etwas vorweg genommen, was Du ja nicht wissen kannst. Ich habe drei mal stationäre DBT gemacht und mitgemacht und die Methode auch angewandt. Ich könnte Dir die ganze Theorie runterbeten und ich könnte die verschiedenen Grppen leiten.
Trotzdem ist und bleibt das für mich eine Methode, die mich nicht zu 100% überzeugt. Sie hat genauso Grenzen, wie alle anderen Methoden auch.

Eben und dem einen hilft sie mehr, und dem anderen weniger. Sie hat mir in vielen Bereichen gut geholfen, aber momentan hält sich das sehr in Grenzen, was zum einen an den Themen liegt und zum anderen daran, daß es innhaltlich zusammen geht. Desweiteren ist die Frage, wie sehr verinnerlicht Handlungs-, Gedankenmuster worden sind, also wie tief sie sitzen. Wenn es ein langer Zeitraum ist, kann davon ausgegangen werden, daß es schwierig ist, dran zu kommen und sie zu ändern.

UND: In dem Prozeß, in dem ich gerade stecke, ist es contraproduktiv, mit " ABLENKEN " zu arbeiten. Das würde ganz und gar in die falsche Richtung ...
Ganz stimmt es so nicht, man man kann schon damit arbeiten, aber man muß ganz genau wissen, wo man es einsetzen kann.

Ob diese Therapieform, oder auch nur Elemente daraus, schnell zur Anwendung kommen, kann ich momentan nicht beuerteilen, bin ja nimmer im Geschäft, aber in den letzten Jahren gab es schon eine deutliche Tendenz, zumindest Elemente daraus zu verwenden. Die Geschichte mit den Skills, der Notfallkoffer, Achtsamkeit, usw. ...

Enwickelt worden ist die
Dialektisch behaviorale Theraphie für Menschen mit Borderline Problemen. Eine Amerikanerin, namens Marsha Linnehan hat sie entwickelt. Sie hat selbst die Diagnose und und hat für sich nach Wegen gesucht, mit ihrer Erkrankung umzugehen und dabei ist die DBT entstanden.

Mittlerweile wird sie besonders gern auch in die Behandlung von Depressionen, diversen Persönlichkeitsstörungen und auch bei PTBS eingesetzt. Wenn es z.B. um die Distandzierung von Traumainhalten, kann sie recht hilfreich sein.

Kann ... ich erlebe es so, daß mich diese Traumainhalte teilweise regelrecht wegschwemmen, da ist keine Zeit, mit Skills zu arbeiten. Bei anderen mag es anders sein, ich kann nur von dem ausgehen, was ich selbst erlebe.

Was aus meiner Sicht z.B. ganz schwierig ist, ist, daß es gerade ja NICHT um ablenken geht, sondern um's Spüren und erleben meiner Gefühlswelt.
Liebe Grüße, Maskerade

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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:30

mio hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 22:08 Ich denke ja dass man sowas auch annehmen können muss und vor allem persönlich "zuschneiden" wie Krümmelmonster sagt.

Also sozusagen ein "hilft" "hilft nicht" Prinzip zulassen können muss. Das geht aber nur, wenn ich mich einlasse. Zumindest soweit, wie es mir persönlich halt möglich ist.
Das ist richtig, aber wenn ich mich nicht darauf eingelassen hätte, wiürde ich die Methode nicht nach so vielen Jahren immer noch anwenden. Aber für mich gibt es dennoch Grenzen. Und da gehe ich nicht davon aus, daß es in dem Fall eine Frage des einlassens ist.

Habe nicht gesagt hilft, oder hilft nicht. Ich habe Bereiche genannt, wo es mir hilft und andere, wo es mir nicht hilft.

One die Methode auf sich sebst zuzuschneiden kenn mann sie langfristig gar nicht anwenden, denn sie wird ja ganz gezielt angewandt. Und im Grunde ist DBT schon fast so etwas, wie eine Lebensphilosophie.
Zuletzt geändert von Maskerade am Do., 01.06.2017, 22:38, insgesamt 2-mal geändert.
Liebe Grüße, Maskerade

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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:33

Also ich kann ein gutes Beispiel für einen 100%-igen Erfolg geben:

Habe mich viele Jahre gans schlimm selbst verletzt, nie ohne Chirurgie ... und habe es mit der DBT geschafft, vor 5 Jahren damit aufzuhören. Es gab ganz am Anfang noch einen Rückfall, aber sonst bin ich wirklich ganz clean.
Liebe Grüße, Maskerade

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Krümmelmonster
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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:35

wie lange machst du denn schon Therapie Maskerade, dachte erst seit zwei Jahren. Bin von wind verweht. ;)


mio
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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:38

Mit DPD speziell kenne ich mich jetzt nicht so aus. Eher mit Skills. Und ich habe zB. Skills die ich "unbewusst" schon immer angewandt habe. Andere habe ich (in der Therapie) gelernt. Manche davon sind "gut" (im Sinne von positiv wirksam), andere sind wirksam, aber insgesamt eher negativ.

Ich finde es schwierig, wenn sowas (also das eigentlich negative, aber bewährte) von "außen" weggenommen wird. Das funktioniert für mich nicht. Aber wenn mir das einfach nur "vorgeschlagen" wird oder ich es "selbst" entdecken darf, dann geht es besser.

Und so verstehe ich eben auch das "zuschneiden" auf sich selbst.

Letzten Endes entscheide ich.

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Krümmelmonster
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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:44

mio hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 22:38 Mit DPD speziell kenne ich mich jetzt nicht so aus
@ mio,
der bringt dir meistens Pakete ;)
kleiner Scherz!
Zuletzt geändert von Krümmelmonster am Do., 01.06.2017, 22:45, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:45

Krümmelmonster hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 22:35 wie lange machst du denn schon Therapie Maskerade, dachte erst seit zwei Jahren. Bin von wind verweht. ;)
Seit 1993 etwa. Ich weiß, ist schon lange, und bedeutet auch nicht, daß nichts gefruchtet hat. Hat was mit der Kombination der Diagnosen zu tun und damit, wie heftig und wie lange diese Lebensgeschichte schon geht, mit der Schwere der Erkrankung, damit, daß ich schon als Kind viele Dinge nicht lernen konnte. cIm Grunde habe ich wirklich jede Therapie gebraucht, um nachher weitermachen zu können.

Was ich erst seit knappen zwei Jahren anfangen konnte, ist über die Traumatisierungen zu sprechen. Das war mir bis dahin absolut nicht möglich.
Liebe Grüße, Maskerade

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mio
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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:46

Krümmelmonster hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 22:44
mio hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 22:38 Mit DPD speziell kenne ich mich jetzt nicht so aus
@ mio,
der bringt dir meistens Pakete ;)
:lol: :lol: :lol:

Stimmt, dass sind die mit dem Online-Auto.

Sorry, Freudsche Fehlleistung oder so... :red:

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Krümmelmonster
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Beitrag Do., 01.06.2017, 22:57

@Maskerade,
habs begriffen, ist doch egal wie lange man braucht. Wichtig ist doch das dir es geholfen hat, viele Dinge, die dir was gebracht haben und du weiter gekommen bist. Die dich begleitet haben, ist doch schön für dich.


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Maskerade
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Beitrag Do., 01.06.2017, 23:00

mio hat geschrieben: Do., 01.06.2017, 22:38 Mit DPD speziell kenne ich mich jetzt nicht so aus. Eher mit Skills. Und ich habe zB. Skills die ich "unbewusst" schon immer angewandt habe. Andere habe ich (in der Therapie) gelernt. Manche davon sind "gut" (im Sinne von positiv wirksam), andere sind wirksam, aber insgesamt eher negativ.

Ich finde es schwierig, wenn sowas (also das eigentlich negative, aber bewährte) von "außen" weggenommen wird. Das funktioniert für mich nicht. Aber wenn mir das einfach nur "vorgeschlagen" wird oder ich es "selbst" entdecken darf, dann geht es besser.

Und so verstehe ich eben auch das "zuschneiden" auf sich selbst.

Letzten Endes entscheide ich.
Genau, die Arbeit mit den Skills ist ein große Säule aus der DBT.
Man spricht von konstruktiven, wirksamen Slills, oder auch von dysfunktionalen, als destruktiven Skills.

Ja genau, da ist auch für mich ein Punkt, den ich schwierig finde. Aber letztlich, ist der Gedanke nicht, mir wird etwas von aussen genommen, sondern ich nehme mir etwas negatives und und gebe mir dafür etwas positives. Der Grundgedanke ist schon, daß man immer selbst entscheidet. Nur empfindet man das gerade am Anfang meist nicht so. Und ein weiterer Grundgedanke ist, daß du dir dein ganz individuelles Programm erarbeitest. Daß du für dich skills suchst, von denen du weißt, daß du darauf reagierst.

In der DBT wird auch nicht nur mit einzelnen skills gearbeitet, sondern mit Skillsketten.
Diese sollen 3 große Bereiche ansprechen, die auf der Spannungskurve dargestellt werden.
1) Achtsamkeit 2) Umgang mit zwischenmenschlichen Beziehungen und Fertigkeiten und Stresstoleranz.

Skill heßt nichts anderes als Fertigkeit. Und sie werden von jedem Menschen angewandt, aber halt eben nicht bewußt.
Liebe Grüße, Maskerade

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