Angesichts bisheriger Erfahrungen, der Risikokalkulation von Versicherungen und der budgetären Situation in den Sozialversicherungssytemen der meisten europäischen Länder ist eher damit zu rechnen, dass Zuschläge oder höhere Selbstbehalte zu bezahlen oder zukünftige Versicherungsleistungen sogar überhaupt abgelehnt werden, wenn sich einschlägig erfaßte Personen gegen die "individuell empfohlene" Behandlung durch Psychotherapie / Psychopharmaka / sonstiger Medikation / Impfungen / Gentherapie / u.dgl. entscheiden.
Die betreffenden Einschränkungen können, wie z.B. schon die Jahre 2020-22 gezeigt haben, der Öffentlichkeit äußerst gut mit dem "unsolidarischen Verhalten" einzelner Versicherter der Versichertengemeinschaft gegenüber vermittelt werden, wenn sie sich den (dann wohl "durch AI als optimal ermittelten") Verfahren verweigern.
Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen, aber der Trend geht sukzessive in diese Richtung, und mit dem entsprechenden Datenmaterial erst einmal ausgerüstet, wäre es für die politischen Entscheidungsträger wohl eine unwiderstehliche Versuchung, dieses nicht im Sinne der sog. "public-private partnerships" zu nützen.
Freundliche Grüße,
r.l.fellner
(Edit: In Österreich ist eine Abmeldung von ELGA, wie die sog. "Elektronische Gesundheitsakte" hierzulande heißt, seit 2024 gar nicht mehr möglich. Mir wurde bereits von mehreren KlientInnen berichtet, dass diverse - i.d.R. unlöschbare - Einträge darin Ihnen zum Nachteil gereichten, beispielsweise eine Weigerung von Fachärzten, spezifische Diagnoseverfahren zu genehmigen, wenn "somatoforme Störungen" aka "Hypochondrie" vorlagen, Probleme bei Bewerbungen, wenn Unternehmen Zugang zu ELGA-Daten haben etc.)