Ich habe vor 15 Jahren schon mal massiv Probleme gehabt mit psychosomatischen Beschwerden und war dann auch in Therapie und dachte eigentlich ich hätte das Thema hinter mir.
Doch dann kam es zurück. Leise, still und heimlich hat es sich über 3 Jahre angeschlichen.
Das verrückte ist, dass ich es schon relativ früh gemerkt habe, nachdem ein paar medizinische Untersuchungen keine Ergebnisse gebracht haben. Ich habs nur irgendwie nicht geschafft sofort den Anker zu werfen und wieder in Therapie zu gehen und selbst jetzt, wo ich genau weiß, dass ich eigentlich eine bräuchte, suche ich nach Ausflüchten und schiebe die Schuld auf die Ärzte und ihre Unfähigkeit, die Ursachen zu finden.
Klingt das seltsam?
Etwas ist anders als damals. Hatte ich damals vor allem Panikattacken und das Gefühl, dass ich bald sterbe, ist es jetzt eher etwas dauerhaftes, dass mir die Lebensqualität nimmt.
Ich hab es dauerhaft im Magen, hab immer Sodbrennen, oftmals Kopfschmerzen und bin fast immer total schlapp und abgeschlagen.
Zu jeder Arbeit muss ich mich zwingen und finde 1000 Ausreden sie nicht zu tun.
Einzig, wenn ich Dinge tue, die ich gerne mache und bei denen ich abgelenkt werde geht es mir gut.
Manchmal sitze ich da und habe das Gefühl jeden Moment umzukippen und keine Kraft mehr zu haben. Mir ist schwindelig, ich hab ein brennen und stechen in der Brust und es geht mir richtig elend.
Gleichzeitig schaffe ich es aber stundenlang Sport zu machen, ohne das ich da die Symptome merke.
Allein das beweist doch schon, dass ich eigentlich körperlich gesund bin, oder?
Dazu kommt noch mein, ich nenne es emotionales Vergessen.
Wenn ich früher z.B. eine Urlaubsreise gemacht habe, dann konnte ich mich monatelang danach an Gefühle, Gerüche, Erlebnisse erinnern und hatte sofort wieder das Gefühl dort zu sein.
Jetzt habe ich nach 2 Tagen das Gefühl es sind die Erinnerungen von jemand anders, so als hätte ich nur darüber gelesen oder einen Film geschaut und nach kurzer Zeit ist die ganze Reise nur noch ein Erinnerungsbrei ohne Details.
Ohnehin habe ich in letzter Zeit oft das Gefühl, dass ich Dinge vergesse und meine Vergangenheit nur ein Erinnerungsbrei ist, was mich dann auch wieder in Panik versetzt, weil es in meiner Familie viele Alzheimerfälle gab.
Vielleicht liegt es auch an meinem Job.
Ich arbeite zu 100% alleine im Home Office und da hat man natürlich viel Zeit zu grübeln, ohne das man davon abgelenkt wird.
Ich bin mit dem Job auch nicht mehr glücklich, aber ich hab nicht die Kraft mir was anderes zu suchen, zumal ich vermutlich auch nichts finden würde, wo ich so gut verdiene und so viele Freiheiten habe. Außerdem tue ich mir seit einiger Zeit ohnehin sehr schwer mit neuen Dingen. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Neustart, zumal mit Anfang 50.
So langsam fragt ihr Euch wahrscheinlich "was hat der Typ eigentlich für eine Frage und welche Antworten erwartet der?"
Ganz ehrlich, keine Ahnung.
Ich hatte einfach irgendwie das Bedürfnis den ganzen Mist mal irgendwo hin zu schreiben.
Keine Ahnung was ich mit dem ganzen Chaos anfangen soll. Vermutlich sollte ich einfach wieder eine Therapie machen um aus diesem Loch zu klettern, aber irgendwie will ich das nicht, schaffe ich das nicht, aber so kann es auch nicht weitergehen.
Ich vermute ich habe mittlerweile auch eine leichte Depression die mich lähmt.
Das alles kostet unendlich viel Kraft und ich drehe mich nur im Kreis und komme nicht weiter.
Selbst der kleinste Stress löst mittlerweile Krankheitssymptome bei mir aus, aber wie soll man sich Problemen, die einen stressen, stellen, wenn man Stress nicht mehr aushält und er alles nur noch schlimmer macht?
Sorry, wenn der Text ein bisschen kreuz und quer geht, aber ich glaube, dass beim Verfassen meine Gedanken hin und her gesprungen sind und vermutlich spiegelt sich das wieder.
Ich will ihn jetzt aber nicht überarbeiten, weil ich dann vermutlich Passagen streiche, verharmlose, beschönige, oder gleich den ganzen Text lösche. Deswegen schick ich ihn jetzt einfach so ab. Danke fürs lesen
