
Ich weiß dass es schon etliche Beiträge zum Thema Therapieende gibt, aber ich hab dort nicht ganz gefunden was mir grad so im Kopf herum geht.
In unserer letzten Stunde hat meine Thera mir gesagt, dass die von der KK genehmigten Stunden bald verbraucht sind und ein neuer Antrag definitiv nicht genehmigt werden würde (haben gleich das höchste Stundenkontingent beantragt und genehmigt bekommen). Mittlerweile bin ich auch über 4 Jahre bei ihr in Therapie (war davor privat finanziert und dann eben auf KK, 1x wöchentlich, aber jedes Jahr mit mindestens einer 2 monatigen Pause, deswegen ging das so lange).
Ich stehe jetzt also im Prinzip vor der Wahl, ob ich die Therapie komplett beenden möchte, sie wieder selbst finanzieren will (momentan keine Option) oder ob ich so eine Stütztherapie (falls das so heißt) bei der ich 10 Stunden pro Jahr habe in Anspruch nehmen möchte.
Ich bin nun sehr unschlüssig. Einerseits glaube ich schon, dass ich ohne Therapie leben könnte, aber andererseits hab ich das Gefühl, dass es noch ganz viele Sachen gibt die ich noch nicht erreicht habe. Ich hatte am Anfang der Therapie kein richtiges Ziel das ich benennen konnte, ich wollte nur, dass es mir besser geht. Was es auch tut. Am Anfang der Therapie war ich depressiv, suizudal und hab mich mehr oder weniger oft selbst verletzt. Die Symptome der Depression sind noch immer teilweise da, aber ich hab mich schon ewig nicht mehr selbst verletzt und suizudal war ich auch schon ne Weile nicht. Trotzdem geht es mir zwischendurch immer wieder noch ziemlich schlecht. Und jetzt wo es mir besser geht, haben sich auch andere Ziele aufgetan die ich irgendwann erreichen möchte.
Aber ich hatte in den letzten Wochen/Monaten, das Gefühl dass meine Thera mir zu viel durchgehen lässt. Über manche Sachen kann ich kaum/gar nicht reden. Da habe ich auch sehr ambivalente Gefühle, einerseits glaube ich, dass es gut wäre darüber zu sprechen, andererseits will ich das aber auf keinen Fall. Ich würde mir wünschen, dass wir dann mehr dran bleiben, auch wenn es unangenehm ist, aber meistens tun wir das nicht. Ich hab das auch schon angesprochen und meine Thera meinte sie fänd es wichtig zu schauen wieso ich darüber nicht reden kann und dann daran zu arbeiten. Aber ich weiß keinen Grund dafür, ich war schon als Kind verschlossen und wollte kaum über gefühlbehaftete Themen sprechen. Ich weiß selbst nicht wieso ich da so eine innere Blockade hab, aber ich glaub, wenn ich mich öfter zwingen müsste da drüber zu gehen, wäre das irgendwann auch nicht mehr so schlimm (weil ich merke, dass die Welt nicht untergeht oder was auch immer, obwohl ich darüber rede). Das sind tlw auch gar keine "schlimmen" oder besonders schambehaftete Themen, deswegen frustriert mich das umso mehr. Ich möchte lernen über meine Gefühle sprechen zu können, was ich in der Therapie natürlich schon getan habe, aber manche Gefühle kann ich noch immer nicht richtig zulassen. Ich hab schon überlegt ob ich das mit einem anderen Therapeuten nicht vielleicht besser lernen könnte, diesbezüglich hab ich gefühlt nämlich nicht die Fortschritte gemacht die ich machen hätte können.
Ich habe aber ein bisschen die Gewohnheit zwischenmenschliche Beziehungen zu beenden sobald es irgendwie schwer/mühsam werden könnte, deswegen weiß ich nicht, ob ich nicht mehr versuchen sollte mich auf den Ansatz meiner Thera einzulassen?
Nur wie sinnvoll ist das, wenn ich dann maximal 1x pro Monat dort bin? Außerdem will ich die Therapie eigentlich noch gar nicht beenden. Ich hab nicht das Gefühl, dass ich "fertig" bin. Andererseits weiß ich auch nicht wie sich das anfühlen würde ^^
Wäre es dann nicht sinnvoller erstmal komplett aufzuhören und wenn es wieder möglich ist erneut Stunden zu beantragen? Nur soll ich dann bei meiner Thera bleiben oder wechseln?
Ich bin einfach total unschlüssig, war auch ein bisschen überrascht, dass es so bald schon vorbei sein wird und in meinem Kopf ist grad sehr viel Chaos. Vielleicht hat ja jemand ein paar Gedanken dazu

Lg Matrjoschka