ADHS und Tiefenpsychologie

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie, Bipolaren Störungen ('Manisch-Depressives Krankheitsbild'), Wahrnehmungsstörungen wie zB. Dissoziationen, MPS, Grenzbereichen wie Borderline, etc.
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vie
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ADHS und Tiefenpsychologie

Beitrag Mi., 25.11.2009, 19:40

So nach langer Zeit melde ich mich wieder hier, und bin endlich bei einer Therapeutin.
ich habe ADHS..
Heute habe ich erzählt, dass ich mich nicht auf die Schule konzentrieren kann...
Sie hat eben gemeint warum und wieso und ich hab gemeint ich habe iwie eine Konzentrationsstörung. Das ich mich wenn ich zb Geschichte lerne bzw. Sachen die mich nicht intressieren beim lernen abdrifte. Nach der Stunde hat sie gemeint, dass ich das ganz sicher nicht habe, weil ich mich die ganze Stunde mit ihr unterhalten habe ohne abzudriften und dass ich mir das einrede denn eine Konzentrationsstörung ist eine neurlogoische Ursache und die ist immer da egal wie "intressant/motivierend" dass Gespräch ist...
Also kann ich mich eh konzentrieren? Warum klappts dann bei den Fächern nicht? Sie meinte dass jeder Mensch entscheidungen trifft und wenn mir das nicht so wichtig ist es klar, dass ich das nicht lerne.
Iwie bin ich noch komplett verwirrt...

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Sonja_AC
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 20:57

Hallo Vie, das kommt mir gut vor in deiner Therapie. Genau ... wenn es spannend ist und wenn es um dich geht und wenn du interessiert bist, dann ist da keine "Diagnose" zu stellen. Das ist doch eine super Voraussetzung um wirklich eine Therapie zu machen. Du kannst dich nämlich jetzt mit der Therapeutin fragen "ok - wenn das so ist, was brauchst du um dich konzentrieren zu können" . Das ist super und eine viel bessere Ausgangslage als zu sagen ok "ich bin krank, und was kann ich tun um ein wenig gesund zu werden".
Gratulation und jetzt ist doch alle deine Kreativität gefragt dich zu fragen was brauchst du um dich Konzentrieren zu können.
Das ist ja auch unabhängig davon ob es umsetzbar ist - wichtig ist doch, dass du weisst was du brauchst.

Ganz liebe Grüsse
Sonja

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vie
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 21:30

Ja nur es geht mehr um meine Therapeutin ... Denn iwie meint sie ja das ich immer Entscheidungen treffe. zb. das ich mich nicht füh genug hinseztte bzw einen Lernplan nicht einhalten weil es mir nicht wichtig genug ist...

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münchnerkindl
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 21:35

vie hat geschrieben:Nach der Stunde hat sie gemeint, dass ich das ganz sicher nicht habe, weil ich mich die ganze Stunde mit ihr unterhalten habe ohne abzudriften und dass ich mir das einrede denn eine Konzentrationsstörung ist eine neurlogoische Ursache und die ist immer da egal wie "intressant/motivierend" dass Gespräch ist....
Bei mir wurde auch mal vermutet, ich hätte das (hab es NICHT) und hab mich deshalb damit beschäftigt.

Bei ADHS kann es so sein, daß man sich auf "interessante" Dinge fokussieren kann und bei allem was uninteressant ist abdriftet. Außerdem ist ein Gespräch was völlig anderes wie Unterricht in der Schule, das kann man nicht vergleichen. Bei dem einen ist man ein aktiver Teilnehmer und beim anderen eher der passive Konsument, der den Stoff irgendwie in sich reinschaufeln muss.

Wer hat denn das ADHS diagnostiziert und mit was für einer Art von Test? Du solltest einen Spezialisten für ADHS konsultieren, das noch mal abklären und ihn bitten dann deine Therapeutin aufzuklären.

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vie
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 21:58

Diagnostiziert hat es ein Professor wie ich in der Volksschule war. Nein aber meine Therapeutin hat es verglichen dass ich eben kein Konzentrationsstörung habe weil ich eben 45 in diesem Gespräch aufgepasst habe

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münchnerkindl
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 22:11

Ich würde da nochmal einen Psychiater aufsuchen um das endgültig abzuklären. Und auch vorher fragen, ob sich der Psychiater auch mit der Diagnostik von ADHS auskennt. Ggf vorher erkundigen wen es in Berlin da an Fachleuten gibt. Frag doch mal an der Uniklinik für Psychiatrie nach, da das eine relative "Modekrankheit" ist sollten die auf dem laufenden sein, was da die Diagnostik angeht und dir eine qualifizierte Adresse nennen können.

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Beitrag Do., 26.11.2009, 10:44

gut das sich die Wege hier trennen

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R3VO
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Beitrag Do., 26.11.2009, 17:41

Deine Therapeutin hat offensichtliche keine Ahnung von ADS, denn ihre Begründung taugt nichts. ADSler haben die Möglichkeit ihre Aufmerksamkeit unter bestimmten Bedingungen zu hyperfokussieren.

Sag ihr, sie soll den Freud mal wegschmeissen und sich mal bisl mit Wissenschaftstheorie beschäftigen, bevor sie überheblich mit Halbwissen an Menschen herumdoktort.

Damit ist jedoch nicht gesagt, dass Du ADS hast, denn auch viele psychische Erkrankungen (z.B. viele affektive Störungen wie Depression, außerdem die Posttraumatische Belastungsstörung) bringen Konzentrationsstörungen mit sich.
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein. - Buddha

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vie
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Beitrag Do., 26.11.2009, 18:03

R3VO hat geschrieben:
Damit ist jedoch nicht gesagt, dass Du ADS hast, denn auch viele psychische Erkrankungen (z.B. viele affektive Störungen wie Depression, außerdem die Posttraumatische Belastungsstörung) bringen Konzentrationsstörungen mit sich.
Gott... Ich hab es bei einem psychater diagnostizieren lassen!

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münchnerkindl
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Beitrag Do., 26.11.2009, 18:08

Ist nicht unbedingt aussagekräftig. Ich hab auch schon mal nach 10 Minuten eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis diagnostiziert bekommen unter der ich definitiv nicht leide.

Such dir einen Psychiater/ein Institut, das sich auf die Diagnostik von ADHS spezialisiert hat. Es gibt viele Überschneidungen mit anderen psychischen Krankheiten bei "Konzentrationsproblemen". Um eine ADHS zweifelsfrei festzustellen ist einiges an Tests und Gesprächen nötig.

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R3VO
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Beitrag Do., 26.11.2009, 18:13

vie hat geschrieben:
R3VO hat geschrieben:
Damit ist jedoch nicht gesagt, dass Du ADS hast, denn auch viele psychische Erkrankungen (z.B. viele affektive Störungen wie Depression, außerdem die Posttraumatische Belastungsstörung) bringen Konzentrationsstörungen mit sich.
Gott... Ich hab es bei einem psychater diagnostizieren lassen!
ich hab' auch so einige diagnosen, womit ich nicht sagen will, dass du kein ads hast
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münchnerkindl
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Beitrag Do., 26.11.2009, 18:32

Und ggf würde ich mir eine andere Therapeutin suchen. Wenn deine jetzige dich und deine deine Konzentrationsprobleme (egal wo sie herkommen) so wenig ernst nimmt und generell einen Klienten mit hahnebüchernem Halbwissen über eine psychische Krankheit eindeckt finde ich das nicht besonders seriös oder vertrauenerweckend.

Das ist ungefähr so wie wenn bei mir jemand sagt, "was sie ritzen sich nicht und haben auch sonst zivilisierte Umgangsformen, da können sie ja unmöglich eine Persönlichkeitsstörung haben". Ist mir auch schon passiert. Da kann man sich umdrehen und die Praxis sofort verlassen, wenn eine Krankheit von einer sogenannten "Fachkraft" auf die üblichen Klischeesymptome reduziert wird...

Naja, die haben ihre Ausbildung im Jahr Schnee gemacht und die Forschung hat in den letzten 10, 20 Jahren bei der Erforschung psychischer Krankheiten wahnsinnige Fortschritte gemacht. Es gibt Leute die halten es halt einfach nicht für nötig, sich in ihrem Beruf tiefergehend mit den neuesten Erkenntnissen auseinanderzusetzen. Ist ein Armmutszeugnis für die Branache..

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Sonja_AC
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Beitrag Fr., 27.11.2009, 17:52

Hallo Vie, ich kann auf jeden Fall verstehen, dass du sehr verunsichert bist darüber, was denn nun wirklich mit dir "los" ist. Es ist ja auch wirklich blöd, wenn jemand etwas "diagnostiziert" hast und du das was dich belastet dort einordnest und dann in einer Therapiesitzung etwas anders gesagt wird. Mich jedenfalls würde das sehr verunsichern und ich würde mich auch nicht ernst genommen fühlen und auch mich alleine fühlen und nicht wissen was ich jetzt damit anfangen soll.
Mir kommt es so vor, als wäre es gut deine Therapeutin darauf anzusprechen was der Satz in dir ausgelöst hat und ihr schildern wie du in Zweifel geraten bist und jetzt nicht weisst woran du bist.
Dann fällt mir auf, dass da auch ein wenig ein "Schuldgefühl" mitschwingt. Denn du hast die Konzentrationsmängel und so wie du gefragt hast hier im Forum scheint es so, dass du aus dem was deine Therapeutin gesagt hat auch plötzlich denkst "wenn ich mich nur ein wenig mehr anstrengen würde und wenn ich es wirklich wollte, dann könnte ich es auch tun". Das klingt sehr nach Selbstanklage. Vielleicht sprichst du auch das mit deiner Therapeutin an? So wie du es schreibst, kann es alles mögliche heissen was sie sagen wollte. Vielleicht wollte sie dir auch einfach Mut machen, dich nicht mit einer Diagnose entmutigen und dir sagen "Mensch, ich sehe sie als fähig sich zu konzentrieren und vielleicht schauen wir einfach mal, was wir machen können, dass es auch sonst funktioniert - wie wir diese Fähigkeit auch da umsetzten könne wo es eben nicht so gut läuft".
Alles Möglichkeiten die ich sehe.

Sonja

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